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Schöne Unbekannte Wildbirnen − Die ungezähmte Mutter vieler Kulturbirnen

Dezember 2008 Immer mehr Gartenbesitzer bauen auf ihrem Grundstück Obstbäume an. Zum einen, weil man dann sicher sein kann, Früchte zu erhalten, die frei von Pestiziden sind. Zum anderen, weil man so für den täglichen Genuss quasi nur die Hand ausstrecken muss. Neben Apfelbäumen findet man auch immer mehr Birnbäume. Viele Zuchtsorten haben ihren Ursprung in der Wildbirne, die heutzutage wenig Beachtung findet, obgleich ihre Blätter im Herbst besonders schön, intensiv rot leuchten.


nach obenVerbreitung

Die Wildbirne ist eine einheimische Baumart Mitteleuropas. Ihre Verbreitungsgrenzen werden unterschiedlich angegeben. Der Schwerpunkt liegt im submediterranen bis subkontinentalen Raum. Neben Europa findet man sie in Ostasien sowie von Nord-Afrika bis Persien.

nach obenKulturgeschichte

Wie genau die ursprüngliche Wildbirne aussah, ist unklar. Sie gilt als Relikt wärmezeitlicher Eichenwälder, die vor etwa 4.500 bis 7.500 Jahren entstanden, und gelangte in der Nacheiszeit nach Europa. Archäologische Funde am Bodensee bezeugen, dass sie in der Bronzezeit für Pfahlbauten verwendet wurde. Bereits im alten Griechenland und bei den Römern wurde die Birne erwähnt, außerdem fand man sie in alten Klostergärten. Um 1800 wurden in Belgien und Frankreich Selektionen erzielt, wie die 'Gute Luise' (1778‌) und 'Gellerts Butterbirne' (etwa 1820).

Pfirsichblättrige Wildbirne auf Kreta
© von Esebeck, Heribert
Pfirsichblättrige Wildbirne auf Kreta
Frücthe der pfirsichblättrigen Wildbirne auf Kreta
© von Esebeck, Heribert
Frücthe der pfirsichblättrigen Wildbirne auf Kreta

Die Birne findet sich in vielen Mythologien verschiedener Völker – oft als ein Ort, an dem man auf Drachen, Hexen und Dämonen stoßen konnte. Aber sie galten auch als Heilmittel. Nach dem Volksglauben war der Birnbaum fähig, Krankheiten der Menschen auf sich zu laden.

nach obenBaumcharakter

Alte Wildbirne in Blüte
© von Esebeck, Heribert
Alte Wildbirne in Blüte
Alte Wildbirne - „Samenbaum“
© von Esebeck, Heribert
Alte Wildbirne - „Samenbaum“
Alte Wildbirne - Fruchtstand
© von Esebeck, Heribert
Alte Wildbirne - Fruchtstand
Im Vergleich zum Apfel besitzt die Birne (Pyrus pyraster) einen aufrechten Wuchs mit tiefgehendem Wurzelsystem. Der Apfel dagegen hat eine breit ausladende Krone und weitreichende Wurzeln. Wildbirnen sind nur schwer von ausgewilderten Kultursorten zu unterscheiden. Ihre Rinde ist schuppig, die Zweige sind – im Gegensatz zu den Kulturbirnen – dornenbesetzt.

Das Holz des Birnbaumes ist für Drechsel-, Schnitz- und Tischlerarbeiten gut geeignet. Es ist schwer, wenig elastisch, relativ dauerhaft und politurfähig.

Die Früchte der Wildbirne sind kugelig bis länglich mit recht hartem Fleisch. Dies liegt an den, für diese Pflanze typischen, verholzten Zellen, den so genannten Steinzellennestern. Bei den Kulturbirnen sind diese weitgehend weggezüchtet. Die langgezogene Frucht der Birne wird oft als "Holzbirne" bezeichnet und dem Kernobst zugeordnet. Durch Einkreuzungen entstanden im Laufe der Jahre die so genannten "Edlen Birnen". Abweichend von den Äpfeln haben sie eine geringere Lagerfähigkeit.

Wichtig für die Wildbirne ist der Zeitpunkt der Bestäubung durch Bienen und Hummeln. Ist diese nicht gesichert, kann nicht mit einem nennenswerten Ertrag gerechnet werden.

nach obenArtenzahl

Außer der europäischen Art ist der Clan der Wildbirne weit über Europa zerstreut. Erwähnenswert ist die Birkenblättrige Birne (Pyrus betulifolia) mit graufilzigen Trieben und ebenfalls kugeligen Früchten.

Ferner die Schneebirne mit dunkelroter Herbstfärbung. Sie bevorzugen das warme mediterrane Klima wie unsere bekannten und dekorativen Kübelpflanzen, z. B. Zitronen, Orangen, Myrten, Kamelien.

In den Balkanstaaten, z. B. in Griechenland, ist die Pfirsichblättrige Wildbirne (Holzige Wildbirne, Pyrus spinosa) weit verbreitet.

Die Weideblättrige Birne (Pyrus salicifolia) ist graulaubig mit birnenförmigen, grünlichen Früchten (2 bis 3 cm groß) und häufiger in Privatgärten zu finden.

Wie der Name schon sagt, stammen die Chinesische Birne (Pyrus calleryana) und ihre Sorte 'Chanticleer' aus China. Sie wird etwa 10 m hoch und ist in letzter Zeit vielfach im Stadtgrün vertreten. Ihr Vorzug ist ein schmaler, aufrechter Wuchs – eine Eigenschaft, die besonders in engen Straßen an Wert gewinnt. Gelegentlich wird sie als "Stadtbirne" bezeichnet.

nach obenPflanzvorschlag

Vereinzelt planen heute Gartengestalter eine "unifarbene" Gesamtwirkung des Gartens. Dafür eignen sich vortrefflich graulaubige Blütengehölze wie die Krautflora der Stauden. Hier ist auch die oben angeführte Weideblättrige Birne (Pyrus salicifolia) zu erwähnen: Dazu passen optisch die Schmalblättrige Ölweide, die Bartblume (Caryopteris) sowie die Silber-Perovskie.

Weidenblättrige Birne - Fruchtstand
© von Esebeck, Heribert
Weidenblättrige Birne - Fruchtstand
Schmalblättrige Ölweide
© von Esebeck, Heribert
Schmalblättrige Ölweide

An Stauden sind die verschiedenen Beifuß-Arten (Artemisia alba, Artemisia pontica und Artemisia ludoviciana), der Ziest (Stachys byzantina) und die Vexiernelke (Lychnis coronaria, auch Silene coronaria) mit ihren graufilzigen Blättern zu erwähnen. Für eine Belebung durch harmonische Farbtupfer eignen sich z. B. Kletterpflanzen wie die Waldrebe (Clematis-Hybriden), die Kletterrose und der Blauregen (Wisteria).

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