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Mit blühender Heide durch Herbst und Winter

Tulpen bringen farbige Tupfer in ein Beet mit Schneeheide.
© Opitz, Wolfgang
Tulpen bringen farbige Tupfer in ein Beet mit Schneeheide.

November 2008 Wenn wir von der, auch in Liedern oft besungenen, Heide oder Erika hören, verbinden wir damit in erster Linie größere Heidelandschaften wie die Lüneburger Heide. Die hier vorkommenden Heidekrautgewächse tragen – im Gegensatz zu anderen Heidepflanzen – den botanischen Namen Calluna vulgaris. Ihre deutsche Bezeichnung Besenheide geht darauf zurück, dass aus ihren Zweigen früher Besen gebunden wurden. Neben der, auch zu den Ericaceaen gehörenden Besenheide, kommen in Europa noch zehn weitere Heidearten vor die zur Gattung Erica gehören.


In diesem Beitrag werden die für unsere Gärten besonders interessanten Arten Calluna vulgaris und Erica carnea vorgestellt, die beide robust und frosthart sind und den Winter gut überstehen.

nach obenSchneeheide

Schneeheide in verschiedenen Farben ergeben ein abwechslungsreiches Bild. Ziergarten Heide
© Opitz, Wolfgang
Schneeheide in verschiedenen Farben ergeben ein abwechslungsreiches Bild.
Mit Erica carnea, der Schneeheide, haben wir einen niedrigen, dichte Teppiche bildenden Zwergstrauch, der 15 bis 35 aber auch bis 60 cm hoch wird. Die Pflanzen sind das ganze Jahr über mit nadelförmigen Blättern begrünt. Es gibt jedoch auch gelbblättrige Formen. Die bis zu 10 cm langen Blütenstände sind dicht mit einzelnen glockigen Blüten besetzt. Die Farben der einzelnen Sorten reichen von Weiß über Rosa und Rot bis Rotviolett. Die Pflanzen blühen in den Wintermonaten und trotzen Frost und Schnee. Es ist diese ungewöhnliche Blütezeit, die die Schneeheide so attraktiv für unsere Gärten macht. Bei einer Mischung zwischen früh- und spätblühenden Sorten können wir uns von Anfang Dezember bis bis Mitte Mai an den Büten der Schneeheide erfreuen.

Von dieser Art wird heute ein breites Sortiment guter Sorten angeboten. 'Isabell' gehört zu der schönsten weiß- und sehr reich blühenden Sorte. 'Rosantha' ist ebenfalls eine neuere Sorte, die mit zahlreichen großen, rubinroten Einzelblüten punktet. Eine lange Blütezeit von Dezember bis Ende April weist 'Winter Beauty' auf. Die Sorten mit gelbem Laub sorgen für eine effektvolle optische Belebung. Hier sollten wir auf gute Winterhärte und Stabilität gegen Sonnenbrand achten – Tipp: 'Golden Starlett'.

nach obenBesenheide

Ansprechende Herbstbepflanzung mit Calluna vulgaris, Silberblatt und Chrysanthemen.
© Opitz, Wolfgang
Ansprechende Herbstbepflanzung mit Calluna vulgaris, Silberblatt und Chrysanthemen.
Eine wirkungsvolle Grabgestaltung mit Calluna vulgaris und Cotoneaster.
© Opitz, Wolfgang
Eine wirkungsvolle Grabgestaltung mit Calluna vulgaris und Cotoneaster.
Calluna vulgaris, die Besenheide, entwickelt sich ähnlich wie die Schneeheide zu einer dichtbuschigen, verholzten Pflanze. Die gezüchteten Sorten – es gibt von ihnen mehrere hundert – werden zwischen 20 und 70 cm hoch. Ihre nadelförmigen Blätter sind gleichfalls immergrün. Bei manchen Sorten färben sie sich im Winter graugrün oder schön rot. Wir finden auch bei dieser Art Sorten mit gelbem Laub. Bezüglich Frosthärte und Stabilität gegen Sonnenbrand gilt hier der gleiche Hinweis, wie bei der Schneeheide.

Die Triebe der Besenheide sind bis zu 20 cm Länge mit Knospen und Blüten bestückt. Einige Formen haben auch gefüllte Blüten. Wir unterscheiden bei der Besenheide zwischen Sorten mit offener Blüte und so genannten Knospenblühern. Bei Letzteren zeigen die Knospen nur Farbe, sie öffnen sich jedoch nicht. Während die Hauptblütezeit für die meisten Sorten im August und September liegt, blühen die Sorten mit gefüllter Blüte vier Wochen länger. Da die Knospen der von den Knospenblühern nicht aufgehen sind sie weniger empfindlich gegen Regen sowie Kälte und halten daher länger. Sie erfreuen uns somit vom September bis in den Dezember hinein. Die noch halb geschlossenen Knospen halten auch ihre Farbe und verblassen nicht, da der in den Blütenknospen vorhandene Farbstoff konzentriert bleibt und sich nicht auf der größeren Fläche der voll entwickelten Blütenblätter verdünnt.

nach obenStandort und Boden

Heidepflanzen lieben die Sonne bis lichten Schatten. Halbschattige Lagen werden am besten von der Schneeheide vertragen. Die Besenheide ist auf Sand-Torf- und Moorböden zuhause. Für sie muss der Boden einen Säuregrad von 4,5 bis 5,5 aufweisen. Demgegenüber gedeiht die Schneeheide auch noch gut in leicht sauren bis leicht alkalischen Böden. Die Gartenböden werden mit Torf und Kompost aus Nadelholzrinde verbessert und ihr pH-Wert gesenkt.

nach obenAbwechslungsreich gestalten

Malerisch gestaltet – Erica carnea mit flachwachsender Edeltanne und großen Feldsteinen.
© Opitz, Wolfgang
Malerisch gestaltet – Erica carnea mit flachwachsender Edeltanne und großen Feldsteinen.
Ein Heidegarten oder ein Beet wirkt gefälliger, wenn wir die Oberfläche mit leichten Hügeln und sanften Mulden modellieren. Die Fläche wird sodann mit einigen Begleitpflanzen aufgelockert. Klassische Begleitpflanzen sind der Säulenwachholder, klein bleibende Kiefern und Fichten, Zwergrhododendron und die Prachtglocke (Enkianthus). Auch kleine Gruppen von Ziergräsern, wie Blauschwingel, Pfeifen- und Federborstengras, ergeben ein abwechslungsreiches Bild.

nach obenPflanzen und pflegen

Günstigste Pflanzzeiten für die Heide sind Ende März bis Anfang Mai sowie der September und Oktober. Die Pflanzen werden etwas tiefer gesetzt als sie vorher standen, gut angedrückt und angegossen. Letzteres bei Trockenheit auch häufiger. Die Zahl der Pflanzen ist abhängig von der Wuchsstärke. Schwach wachsende Sorten werden auf 15 bis 20 cm, mittelstark wachsende auf 30 bis 40 cm und stark wachsende auf 40 bis 60 cm Abstand gepflanzt. Die einzelnen Sorten kommen am besten zur Geltung, wenn sie in Gruppen zusammen stehen. Durch geschickte Sortenwahl lässt sich ein abwechslungsreiches Bild mit unterschiedlichen Farben und Blütezeiten erreichen.

Die Heidepflanzen werden jedes Jahr zurückgeschnitten – insbesondere bei der Besenheide, damit sie nicht verkahlt. Der Rückschnitt erfolgt kurz unterhalb der abgeblühten Rispen vom Vorjahr. Die Termine hierfür liegen bei der Besenheide zwischen Mitte April und Mitte Mai und bei der Schneeheide gleich nach der Blüte.

Für den Erhalt eines niedrigen Säuregrades im Boden ist es vorteilhaft, wenn wir im mehrjährigen Abstand zwischen die Heidepflanzen Torf oder feinen Rindenmulch aus Nadelholz einbringen.

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Besenheide, Heide, Schneeheide

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