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Maden in den Kirschen?

Mai 2008 Maden in den Kirschen verderben uns die Freude und den Appetit an diesen Früchten. Leider nehmen die Meldungen über das Auftreten der Kirschfruchtfliege zu. Über die genaue Ursache wird gerätselt.


Kirschfruchtfliege
© Margarethe Griegl
Kirschfruchtfliege
Anscheinend trägt die Veränderung des Klimas dazu bei. Bekannt war sie immer in den wärmeren Gebieten, von denen sie sich weiter ausbreitet. Seit einigen Jahren macht eine weitere Art von sich reden: Neben der heimischen vermehrt die Amerikanische Kirschfruchtfliege. Letztere beginnt mit der Eiablage zum Ende der Flugzeit der heimischen. Dadurch verlängert sich die Zeit der Eiablage auf rund 6 Wochen. Wenn man die gesamte Kirschernte aller Sorten in Wochen einteilt, ergeben sich etwa acht Kirschwochen. Hieraus sieht man, dass die Chance, madenfreie Früchte zu bekommen geringer wird.

Bisher galten die ganz frühen Sorten als befallsfrei. Das hängt mit der Biologie dieser Fliegenarten zusammen. Der Flug der heimischen Kirschfruchtfliege ist witterungsabhängig und unterliegt damit jährlichen und regionalen Schwankungen. Laut Literatur schlüpfen die fertigen Insekten bei etwa 15 °C fünf Tage nach dem Umfärben der Früchte von gelbgrün in rot, bei 12 °C etwa nach elf Tagen. Liegt die Temperatur nennenswert unter 7 °C kann sich der Schlupf wesentlich verzögern oder sogar unterbunden werden.

In den ersten Tagen nimmt das Insekt zuckerhaltige Nahrung auf, und nach der Begattung legt ein weibliches Tier etwa 100 Eier, jedes Ei in auf eine andere Frucht. Dabei wird es durch die gelbliche und rötliche Farbe angelockt. Die nach wenigen Tagen schlüpfende fußlose Made frisst das Fruchtfleisch um den Stein herum. Zur Zeit der reifen Frucht verlässt die Made die Frucht und verpuppt sich im Boden. Drei dunkle Querbinden auf den fast farblosen Flügeln kennzeichnen die Kirschfruchtfliege.

nach obenBekämpfungsmaßnahmen

Neben unserer Süßkirsche werden auch Sauerkirschen, Wild- und Traubenkirschen, Loniceraarten und Schneebeeren befallen. Sie gewährleisten die Entwicklung in kirschenlosen Jahren.

Um den Flugbeginn zu erkunden benutzt der Erwerbsobstbau die Gelbtafeln, mit Leim bestrichene gelbgrüne oder gelbe Papptafeln, auf denen angelockte Fliegen festkleben. Anhand des Fanges kann der Flugbeginn kontrolliert werden. Für den Haus- und Kleingarten können solche Tafeln zu mehreren in einer Baumkrone aufgehängt für eine nennenswerte Verringerung der anfliegenden Tiere sorgen.

Chemische Maßnahmen sind fraglich, da das einzige gegen beißende und saugende Insekten zugelassene Mittel Spruzit nur eine sehr kurze Wirkungsdauer hat. Hoffnungsvoll klingen dagegen Nachrichten, wonach Versuche mit Nematoden gegen die Larven bzw. Puppen im Boden wirkungsvoll sein sollen.

Heidelbeer-Limondade
Für den Beerenhunger
Im Bildmittelpunkt verläuft schräg die Narbe der Verwachsung zwischen Edelreis und Stamm, an der Farbe der Rinde zu erkennen. Die drei Querrillen rühren vom Bindematerial der Veredlung her: Süßkirsche, kopuliert mit einem Reis mit drei Augen.
Süßkirschen und Sauerkirschen - Pyramiden- oder Hohlkrone
Japanische Blütenkirsche, Prunus serrulata ‘Kiku-shidare-sakura’
Formschöne Blütenkirschen

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Kirschfruchtfliege, Sauerkirsche, Süßkirsche

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