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Den Standort für Himbeeren verbessern

Bodenproblem: Das gelbgrüne Laub, die geringe Zahl und der schwache Zustand der jungen Ruten weisen auf ein Bodenproblem hin.
© von Soosten, Rolf
Bodenproblem: Das gelbgrüne Laub, die geringe Zahl und der schwache Zustand der jungen Ruten weisen auf ein Bodenproblem hin.

Januar 2008 Der vergangene Sommer zeigte in vielen Gärten auf, wo die Boden- und Standortbedingungen für die Himbeere ungünstig sind. Sichtbare Symptome sind nachlassendes Wachstum der Jungruten, gelbe bzw. braune Ränder der älteren Blätter, kleine Früchte, die oft nicht ordentlich ausreiften und ein ungewohnt hoher Befall von silbrig braunen Flecken an den Ruten. Zuerst wird man die Ursachen in der reichlich feuchten und oft unfreundlichen Witterung der Hauptwachstumsperiode suchen. Zeigt uns doch dieser Umstand die besonderen Bedürfnisse dieser Obstart auf.


Solche Wurzeln in 60 bis 80 cm Tiefe verlangen einen tiefgründigen Boden um die Widerstandskraft gegen Schwächeparasiten zu erhalten.
© von Soosten, Rolf
Solche Wurzeln in 60 bis 80 cm Tiefe verlangen einen tiefgründigen Boden um die Widerstandskraft gegen Schwächeparasiten zu erhalten.
Die heimische Himbeere wächst gern an Waldrändern und auf Lichtungen. Ihre feinen Wurzeln durchziehen die Rohhumusschicht. Wenig bekannt dagegen ist die Eigenschaft, mit einigen dickeren Hauptwurzeln weitaus tiefer in den Untergrund zu gehen. Sie folgen – oft bleistiftdick – den Regenwurmlöchern oder verrottenden Baumwurzeln bis in Tiefen von einem Meter. Damit ist die Eigenschaft eines "Flachwurzlers" widerlegt. Solche wasserführenden Hohlräume und die feinen Kapillaren sorgen für den Wasserabzug aus der oberen Bodenschicht.

Kommt es nun durch erhöhte Niederschläge und verminderte Verdunstung auf nicht geeigneten Standorten zu erhöhtem Wasser- und damit verringertem Luftgehalt des Bodens, reagiert die Pflanze zwangsläufig mit obengenannten Symptomen. Sie können bis zu ihrem Kollaps führen.

Dies ist aber oftmals nur eine erste Reaktion. Mit der Schwächung verbunden schwindet die Widerstandskraft der Pflanze. Es kommt zum Befall durch Schadpilze, Insekten und andere Lebewesen, die als Schwächeparasiten bezeichnet werden. Sie haben im gesunden Bestand kaum Bedeutung. Als Beispiele seien genannt: Die Verursacher der Himbeerrutenkrankheit*, Himbeerrutengallmücke, Rhizoctonia-Wurzelfäule, Fusariose, Phytophthora-Wurzelfäule, Blattkrankheiten und Milbenarten. Ob ein Zusammenhang zwischen Läuse- und Zikadenbefall besteht, ist nicht eindeutig geklärt.

Sicherlich werden sich solche witterungsbedingte Situationen nicht regelmäßig wiederholen. Da aber die Himbeere im Hausgarten auf geeignetem Standort und bei guter Pflege durchaus 12 bis 15 Jahre treue Dienste leisten kann, lohnt es sich doch, im Garten den bestmöglichen Platz auszusuchen oder die Pflanzstelle entsprechend gut vorzubereiten. Aus wirtschaftlicher Sicht kann das nur unterstrichen werden: Diese Fruchtart ist im Laden eine der teuersten, durch ihr kurzes "Shelf-live" nur im ganz frischen Zustand sinnvoll zu kaufen und zudem wunderbar und vielseitig auch in kleinen Mengen in der Küche zu verwenden.

nach obenWie kann der zukünftige Standort für die Himbeerpflanzung vorbereitet werden?

Der tiefstgelegene Punkt des Geländes ist wegen der Gefahr des zusammenlaufenden Wassers ungeeignet. Um die Botrytisfäulen möglichst kurzzuhalten, sollte Luftbewegung möglich sein. Um die Wasserführung zu erkunden, grabe man möglichst tief auf. Sollten verdichtete Schichten auftreten, sind diese zu durchbrechen und zu lockern. Lockeres Gestein ist unbedenklich. Schwerer Lehm und Ton sind für Himbeeren dauerhaft unbrauchbar, obwohl kurzfristig durchaus Erträge erzielt werden. Wenn aber langfristig die tiefgehenden Wurzeln keinen Weg finden, werden die Pflanzen nach wenigen Jahren anfällig.

Ein Kardinalfehler geschieht häufig beim Pflanzen. Ursache für schlechtes Anwachsen ist zu tiefes Setzen. Nur etwa 2 cm Erde über der obersten Wurzel! Dann sollte mit organischem Material abgedeckt werden um die Verdunstung aus dem Wurzelbereich zu verhindern. Kompost oder Stroh tun hier sehr gute Dienste! Rasenmahd oder eine dicke Laubschicht verhindern die Belüftung. Bei Herbstpflanzung verhindert diese Schutzdecke das Vertrocknen, das oft fälschlich als Verfrieren bezeichnet wird.

nach obenKurzer oder langer Schnitt

Obstbaumschnitt geschieht unter Berücksichtigung bestimmter gesetzmäßiger Reaktionen der Gehölze. Eines dieser Gesetze besagt: Kurz = stark, lang = schwach.

Kurz nennt man einen Schnitt, wenn der betreffende Trieb bis auf ein kurzes Stück zurückgeschnitten wird. An diesem kurzen Stück sitzen z. B. drei Knospen. Diese treiben stark aus und bilden neue kräftige, lange Triebe.

Lang nennt man einen Schnitt, wenn von dem betreffenden Trieb nur wenig weggeschnitten wird. An dem verbleibenden langen Triebstück treiben gewöhnlich nur die obersten Knospen durch und bilden schwache Triebe. Die untersten Knospen rühren sich nicht.

Auch das Gesetz der Spitzenförderung ist zu beachten, wonach die oberste Knospe des verbliebenen Triebteils am stärksten austreibt, weil sie am günstigsten zum Saftstrom steht. [Jaehner, Ilse]


* Veruracher des Komplexes der Himbeerrutenkrankheit: Didymella applanata mit silbrigen, später braunen Flecken, Botrytisfäule, Leptosphaeria coniothyrium, weiche schwarzbraune Rinde im unteren Drittel, oft in Verbindung mit der Himbeerrutengallmücke und Fusarium, einem "Allerweltspilz", erkenntlich an feinem rosa Überzug im Wurzelbereich.

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