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Schildläuse an Obstgehölzen

Auf der Unterseite dieses Johannisbeerzweiges sieht man die Schilde der Napfschildlaus, die bereits leer sind. Auf den Blattunterseiten sind die geschlüpften Larven zu erkennen.
© von Soosten, Rolf
Auf der Unterseite dieses Johannisbeerzweiges sieht man die Schilde der Napfschildlaus, die bereits leer sind. Auf den Blattunterseiten sind die geschlüpften Larven zu erkennen.

Dezember 2007 Die Schildläuse gehören zu den Pflanzenläusen, die in mehreren Familien weltweit verbreitet sind. Besonders ausgeprägt sind bei ihnen die Geschlechtsunterschiede.


Die Männchen sind beweglich und meist mit – häufig reduzierten – Flügeln versehen. Da sie nur eine kurze Zeit leben, sind auch andere Organe rückgebildet oder fehlen ganz. Die weiblichen Tiere sind flügellos, bei vielen festsitzenden Arten sind Fühler, Beine und Augen rückgebildet. Dafür schützt sie ein aus Wachs oder anderen fest werdenden Stoffen gebildeter Schild. Beweglich sind häufig dagegen die Jugendstadien zwischen Schlupf aus dem Ei und dem sich festsetzenden Tier. Gewisse Grundkenntnisse in diesen artenspezifischen Lebensweisen sind nützlich beim Erkennen und notfalls Bekämpfen der Arten, die als wichtige Schädlinge an den Obstgehölzen auftreten.



nach obenKommaschildlaus

Die wohl häufigste Art ist die Kommaschildlaus. Ihr kommaförmiges Aussehen gab ihr den Namen. Die Schilde sitzen dicht beieinander oft als krustenartiger Bezug auf der Rinde. Die Weibchen sterben im Spätsommer nachdem sie drei Dutzend Eier unter dem Schild abgelegt haben. Im Schutze des Schildes überwintern sie dort und die im Mai schlüpfenden Larven reifen im Hochsommer heran. Ein Teil der Tiere wird begattet, es kommt aber auch die parthenogenetische, eine ungeschlechtliche Vermehrung vor.

Sie kommt auf fast allen Baumobstarten vor. Starker Befall kann das Wachstum und damit die Leistung der Gehölze schwächen. Als Maßnahme zur Reduzierung des Befalls wird die Beseitigung der Kruste mit Hilfe einer Drahtbürste empfohlen. Die chemischen Bekämpfungsmöglichkeiten sind durch die Zulassungen begrenzt. Zur Zeit ist die Anwendung von Rapsöl möglich. Hierbei halte man sich streng an die Gebrauchsanweisung um den größtmöglichen Erfolg zu erzielen.

nach obenNapf- oder Zwetschenschildlaus

Die Napf- oder Zwetschenschildlaus fällt durch die braunen Schilde der Tiere auf, die häufig sehr dicht die meist dünneren Äste überziehen. Sie sind etwas länglicher als breit, etwa 4 × 5 mm. Die Überwinterung geschieht hier als Larve in allen Teilen des Baumes ohne ausgesprochene Winterruhe. Erst im Frühjahr setzen sie sich fest. Dann nimmt der Schild an Größe zu. Im Schutze des Schildes werden bis zu 3.000 Eier abgelegt. Die schlüpfenden Junglarven besiedeln den ganzen Baum. Die gefundenen Schilde in der blattlosen Herbst- und Winterzeit sind also nur die abgestorbenen Hüllen, die lebenden Tiere jedoch sind unauffällig.

Schäden treten einmal durch Saugen und die damit verbundene Schwächung auf. Das mag langfristig der geringere Schaden sein. Da die Tiere aber ständig als Kot den sogenannten süßen Honigtau ausscheiden, werden die Pflanzenteile klebrig und schmierig. In dieser Masse siedeln die schwarzfärbenden Honigtaupilze. So entsteht ein grauer Überzug, der bei den Blättern die Assimilationsleistung verringert und die Früchte unansehnlich und damit auch wertlos macht.

Zur Bekämpfung sind im Handel Schlupfwespenarten zu bekommen, die bei fachgerechter Aussiedlung den Befall eingrenzen können. Auch die altbekannten Austriebsspritzmittel auf Basis der Mineralöle sind gegen Schildläuse wirksam.

nach obenSan-José-Schildlaus

Eine nicht so häufig vorkommende Art ist die San-José-Schildlaus. Ihre besondere Gefährlichkeit liegt im Absterben derjenigen Äste, die stark befallen sind. Sie stellt höhere Ansprüche an das Klima und tritt deswegen in den Weinbaugebieten eher auf. Ihr Wirtsspektrum geht weit über die Obstarten hinaus, was ihre Bekämpfung so schwierig macht. Sie war und ist noch heute meldepflichtig. Betrachtet man auf einem absterbenden Ast die Oberfläche, so erkennt man den krustenartigen Überzug aus rundlichen und länglichen Schilden, hell bis dunkelgrau gefärbt. Unter dem Schild sitzt das kaum an eine Laus erinnernde Tier, dessen Saugorgane in die Rinde eingesenkt sind.

Im Frühsommer bringt das weibliche Tier zahlreiche Larven zur Welt, die anfänglich recht beweglich sind. Nach den Festsetzen durchläuft das Tier weitere Stadien bis es geschlechtsreif ist. Die Weibchen erzeugen ein Pheromon, das die flugfähigen Männchen zur Begattung anlockt. Diese Schildlausart hat mehrere Generationen im Jahr.

Die Bekämpfung dieser Schildlaus ist sehr schwierig. Vielversprechend sind auch hier Austriebsspritzungen und der Einsatz von Zehrwespen. Es wird aber nur zu einer Einschränkung, nicht aber zur Bekämpfung kommen.

nach obenAndere Arten

Neben diesen gibt es weitere Arten mit mehr oder weniger großem Schadpotential. Für eine Bekämpfung ist es in jedem Fall wichtig zu wissen, um welche Art es sich handelt. Für eine erfolgreiche Bekämpfung sollte man die Gartenfachberatung des Verbands Wohneigentum oder einen anderen Fachmann heranziehen. Auch Pflanzenschutzämter geben Auskunft und qualifizierte Beratung.

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Kommaschildlaus, Napfschildlaus, San-José-Schildlaus, Schildlaus, Schlupfwespe, Zehrwespe, Zwetschenschildlaus

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