Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Ziergarten > Den Garten neu gestalten
← vorheriger BeitragNiedrige Gehölze als Bodendecker
nächster Beitrag → Giftpflanzen in unserer Umgebung

Den Garten neu gestalten

Dezember 2007 Die Wintermonate sind eine gute Zeit über eine Um- oder Neugestaltung unsres Gartens nachzudenken.


Gartenbesitzer erleben von Jahr zu Jahr, dass sich ihr Garten ständig verändert. Die Stauden wachsen in die Breite und Bäume sowie Sträucher werden größer. Nach 20 und mehr Jahren bietet sich uns ein völlig anderes Gartenbild als bei der Neuanlage.

Manche Bäume und Sträucher wurden früher auch oft in Unkenntnis über ihr Größenwachstum gepflanzt. Serbische Fichten und Blaufichten, Birken und Ahorn-Bäume ragen dann 6 bis 8 m in die Höhe, engen den eigenen Gartenraum ein und bringen in vielen Fällen wegen des Schattenwurfes und des Laub- sowie Nadelfalles zusätzlichen Ärger mit dem Nachbarn.

Ein weiterer Fehler, der oft begangen wird, liegt darin, dass die Pflanzabstände zu eng gewählt werden. Die planlos und spontan gekaufte Billig-Strauchrose aus dem Supermarkt und die Container-Blaufichte, die zunächst als Weihnachtsbaum diente, werden auf dem Pflanzstreifen dann noch irgendwo dazwischengequetscht.

Bei den zu groß gewordenen Bäumen und Sträuchern sind oft die unteren Astpartien verkahlt – der Gartenrahmen ist durchsichtig geworden. In ihrem Schatten und infolge der Wurzelkonkurrenz finden darunter stehende Pflanzen keine ausreichenden Wachstumsbedingungen, die Rasenflächen werden kahl und vermoosen. Darüber hinaus lassen zu hoch gewachsene Gehölze die Gartenfläche optisch kleiner erscheinen. Deshalb gilt grundsätzlich, je kleiner der Garten, um so niedriger sollte die Rahmenpflanzung mit Bäumen und Sträuchern sein.

Es gibt somit eine Reihe von Gründen für eine Gartenerneuerung und ein Entfernen zu groß gewachsener Bäume und Sträucher. Dabei sollten wir in jedem Fall überlegen, welche älteren Bäume und Sträucher eventuell stehen bleiben und in das neue Gartenbild eingegliedert werden können. Mit der neuen Planung können wir uns an unseren Gartenfachberater wenden, der dann auch die für die Neupflanzung geeigneten Gehölze und Stauden vorschlägt. Wird ein Fachbetrieb des Garten- und Landschaftsbaues mit der Durchführung der Arbeiten beauftragt, so erhält man in der Regel auch von diesem Vorschläge für die Gestaltung.

nach obenDie Abgrenzung

Abgrenzung mit geschnittener Taxus-Hecke. Davor ein Staudenbeet.
© Opitz, Wolfgang
Abgrenzung mit geschnittener Taxus-Hecke. Davor ein Staudenbeet.
Als Sichtschutz und in geringem Umfang auch als Lärmschutz an den Grenzen zu Nachbarn und der Straße bieten sich bei kleineren Grundstücken Hecken an, die sich durch Schneiden relativ schmal halten lassen. Hierfür verwenden wir zum Beispiel

  • Hainbuchen (Carpinus betulus)
  • Liguster in verschiedenen Sorten
  • Kegel-Eiben (Taxus baccata 'Overeynderi')
  • Lebensbaum (Thuja occidentalis) 'Smaragd' oder 'Brabant'

Die Zierjohannisbeere, ein robuster und schöner Deckstrauch.
© Opitz, Wolfgang
Die Zierjohannisbeere, ein robuster und schöner Deckstrauch.
Auf größeren Grundstücken können wir als Abgrenzung eine Bepflanzung mit locker wachsenden Ziersträuchern vorsehen. Der Pflanzstreifen hierfür sollte mindestens 3 m breit sein. Die Pflanzung erfolgt im lockeren Verbund. Dabei achten wir auf genügend Abstand, damit sich die Sträucher nicht zu stark bedrängen und gut entfalten können.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Für einen blühenden Grenzstreifen sind unter anderen geeignet: die gelbblühenden Forsythien und der Chinesische Flieder (Syringa chinensis), die verschiedenen Sorten von Weigelien, Spireen und Zierjohannisbeeren, Schneeball, Felsenbirne und Kolkwitzie sowie Cornus alba 'Sibirica' mit seiner korallenroten Rindenfärbung.

nach obenDie Terrasse als erweiterter Lebensraum

Auch bei Terrassen ist es teilweise angebracht über eine Neu- oder Umgestaltung nachzudenken. Die Terrasse ist ein ganz wichtiger Platz im Garten. In der Regel schließt sie unmittelbar an das Haus beziehungsweise an das Wohnzimmer des Hauses an. Sie übernimmt damit die Funktion des erweiterten Wohnzimmers im Freien. Dazu muss sie mehr sein als ein gepflastertes Viereck, auf dem man ungeschützt wie auf dem Präsentierteller sitzt und jeden Windzug mitbekommt. Solche Terrassen werden verständlicherweise wenig genutzt.

Die ideale Lage einer Terrasse ist die Südwestseite des Hauses. Für einen runden Tisch mit bis zu 6 Stühlen sollte sie mindestens 3 × 3 m groß sein. Auf einer Fläche von 3 × 4 m lässt sich ein rechteckiger Tisch mit 8 Stühlen aufstellen. Bei Häusern mit etwa 10 m Länge bietet es sich an die Terrasse über die gesamte Hauslänge anzulegen. Hier haben dann neben einem großen Tisch auch noch 2 bis 3 Liegen Platz. In diesem Fall planen wir den Sitzplatz 4 m lang und 3,50 m breit sowie die verbleibenden 6 m nur 3 m breit. Dadurch wird die lange gerade Linie der Terrasse zum Garten hin unterbrochen. Den Knick ziert ein kleines Beet mit niedrigen Buschrosen oder ein Pflanzkübel mit Sommerblumen. Die Terrasse erhält vom Haus in Richtung Garten ein Gefälle von 2 %.

Gut geeignet als Belag sind Platten mit rauher Oberfläche. Die Entscheidung zwischen Betonplatten mit Oberflächenvorsatz aus Natursteinsplitt oder Natursteinplatten ist auch eine Frage des Geldbeutels. Der Baustoffhandel hält in der Regel zahlreiche Musterflächen zur Auswahl bereit.

Die Terrasse ein geschützter Sitzplatz

Für einen gewissen Schutz und Geborgenheit sorgen mit der Hauswand eng verbundene Seitenabgrenzungen, wie grüne Wände aus Hecken oder Sträuchern, Flechtzäune mit einer Pergola darüber oder Rankgerüste. Will man sich auf Terrassen kleiner Grundstücke, wie Reihenhäusern nicht nur im Flüsterton unterhalten , bieten Abgrenzungen aus Kalksandstein oder Ziegeln den besten Sicht- und Schallschutz. Eine Pergola auf der Trennwand, berankt mit Clematis, verwandelt die kühle Steinmauer in ein schmückendes Element. Vor einem solchen Vorhaben sind die Nachbarrechte in dem jeweiligen Bundesland zu prüfen und eine Absprache mit dem Nachbarn anzuraten.

Die Pergola über der Terasse von Blauregen überrankt, der im Sommer angenehmen Schatten spendet.
© Opitz, Wolfgang
Die Pergola über der Terasse von Blauregen überrankt, der im Sommer angenehmen Schatten spendet.
Auf der Südseite kommt man im Sommer ohne eine Beschattung der Terrasse meistens nicht aus. Diesen Zweck kann am einfachsten eine Markise oder ein Sonnenschirm erfüllen.

Größere Zierkirschenbäume eignen sich gut als Schattenspender vor der Terrasse.
© Opitz, Wolfgang
Größere Zierkirschenbäume eignen sich gut als Schattenspender vor der Terrasse.
Den kühleren und angenehmeren Schatten spenden jedoch die wasserverdunstenden Bäume und Sträucher. Bei größeren Terrassen bietet es sich an, die Hälfte mit einer Pergola zu überbauen und diese mit Schlingpflanzen, wie dem eindrucksvoll blühenden Blauregen (Wisteria) zu begrünen.

Auch ein vor die Terrasse gepflanzter Baum kann als Schattenspender dienen. Hierfür wählen wir einen mittelgroßen Laubbaum – z. B. eine Japanische Zierkirsche. Ein Laubbaum lässt, wenn die Blätter gefallen sind, vom Herbst bis zum Frühjahr die dann besonders begehrten Sonnenstrahlen weitgehend durch und spendet im Sommer mit seinem dichten Kronendach den gewünschten Schatten.

Die Terrasse ist jetzt zu einem weitgehend von Wind und übermäßiger Sonne geschützt, eng in die Natur eingebetteter, gemütlicher Sitzplatz.

nach obenFreier Blick

Die seitliche Terrassenwand mit Blauregen (Wisteria) findet den Abschluss mit einem Raketen-Wachholder.
© Opitz, Wolfgang
Die seitliche Terrassenwand mit Blauregen (Wisteria) findet den Abschluss mit einem Raketen-Wachholder.
Der Blick in die Tiefe des Gartens bleibt frei. Soweit es sich um weitgehend ebenes Gelände handelt, schließt unmittelbar an den Terrassenrand auf gleicher Höhe der Rasen an. Dies erlaubt zum Beispiel bei größeren Parties die einfachere Mitnutzung der Rasenfläche.

Wer jetzt noch den Garten mit einem weiteren Akzent versehen will, kann einen Teich – nicht bei kleinen Kindern! – oder einen Sprudelstein in die Planung einbeziehen.

← vorheriger BeitragNiedrige Gehölze als Bodendecker
nächster Beitrag → Giftpflanzen in unserer Umgebung
Alle früh blühenden Zwiebelblumen (wie die Krokusse) sind auf einen erneuten Wintereinbruch eingestellt.
Grüne Tipps im Februar
Beim immergrünem Liguster färben sich die Blätter im Winter auch oft violettbraun.
Hecken als lebende Wände
Immergrüner Liguster. Blätter im Winter auch oft violettbraun.
Hecken als lebende Wände

Schlagworte dieser Seite:

Blauregen, Chinesischer Flieder, Cornus alba 'Sibirica', Felsenbirne, Forsythie, Gartengestaltung, Hainbuche, Japanische Zierkirsche, Kegel-Eibe, Kolkwitzie, Lebensbaum, Liguster, Pergola, Schneeball, Terrasse, Weigelie, Zierjohannisbeere

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de