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Giftpflanzen in unserer Umgebung

Klivie
© von Esebeck, Heribert
Klivie

Dezember 2007 Wer sich der Pflege von Blüten- und Grünpflanzen als Wohngefährten angenommen hat, sollte sich auch mit ihren Inhaltsstoffen näher befassen, um Vergiftungen aus dem Wege zu gehen. Bereits der griechische Philosoph Sokrates (470 v. Chr.) erkannte die Kraft der Heilpflanzen und versuchte Geisteskranke zu heilen.


nach obenZum Begriff "Gift"

Leitgedanke des Beitrags ist der Giftgehalt von Organismen. Gift ist jeder pflanzliche Stoff, der auf den Körper schädigend wirkt. Dabei kommt es auf die Dosis an. Träger der Giftstoffe sind die ätherischen Öle, Eiweiß und Phenole (Karbonsäure) in der Pflanze.

Im deutschen Sprachgebrauch hat das Wort "Gift" eine tödliche Bedeutung. In England dagegen ist die Bedeutung Gabe bzw. Geschenk, "giftshop" bedeutet Einkaufsladen.

nach obenPflanzengifte

Kaum ein Jahr vergeht, dass nicht in den Sommermonaten zur Zeit der Ferienzeit in der Presse von Vergiftungsfällen berichtet wird. Kinder und Jugendliche nehmen manches in den Mund, um es zu untersuchen oder zu schmecken. Häufige Folgen sind Reizungen des Darmtraktes, Kreislaufstörungen, Benommenheit, Krämpfe. Von Fall zu Fall ist dann ärztlicher Rat einzuholen. Nach Möglichkeit ist der Name der Pflanze zu benennen, um die Wirkung bestimmen zu können.

Im allgemeinen sind viele Pflanzen toxisch (giftig) und beinhalten stark wirkende Giftstoffe mit schweren Folgen. Es sind oft die auffälligen roten Früchte, die zu Körperschäden führen.

Zu unterscheiden sind giftige und gifthaltige Pflanzen sowie Herz- und Nervengifte, die zu Schädigungen führen.

nach obenWelche Pflanzen beinhalten Giftstoffe?

Pfingstrose
© von Esebeck, Heribert
Pfingstrose

Aronstab
© von Esebeck, Heribert
Aronstab

Krokus
© von Esebeck, Heribert
Krokus

Becher-Primel
© von Esebeck, Heribert
Becher-Primel

Oft besagt schon der Name die entsprechende Pflanze, wie Gift-Hahnenfuß, Gift-Lattich oder Gift-Sumach.

nach obenWo befinden sich die giftigen Alkaloide (stickstoffhaltige Pflanzenstoffe)?

Häufig in allen Pflanzenteilen, mitunter aber auch nur in den farbigen Früchten, den duftenden Blüten als Lockmittel sowie in den Blütenpollen mit Honig und Nektarien (Nektardrüsen). Man spricht auch von sog. "Ölblumen".

Bekannt sind jedem Gartenfreund die immergrünen Rhododendren. Ein Forschungsteam in Nepal hat im Laborversuch die Giftproduktion im Nektar nachgewiesen. Erschlaffung des Körpers und Absinken des Blutdrucks sind die Folgen. Am Naturstandort wurden Versuche vorgenommen an meterhohen alten blühenden Pflanzen.

Nach dieser Einführung in das Wissensgebiet der "Giftpflanzen" folgt eine namentliche Folge jener wichtigen Pflanzenvertreter, die teils sehr bekannt sind und auf Wiesen, Feldern und ähnlichen Standorten zu finden sind.

Der Saft der Tollkirsche (Atropa belladonn) wurde bereits in der Antike in der Heilkunde zur Vergrößerung der Pupillen verwandt. Der Artname der Pflanze bedeutet "schöne Frau". Schon kleine Mengen der Wurzeln und die Früchte wirken stimulierend, d. h. anregend. Bei einer Überdosis jedoch ist die Tollkirsche tödlich giftig, in der Hand des Augenarztes allerdings heilsam. Teile wurden früher zum intensiven Rotfärben des Rotweins benutzt. Eltern und Erzieher von Kindern und Jugendlichen wird empfohlen auf die schweren Folgen des Pflanzengiftes hinzuweisen. Vorkommen in schattigen Wäldern in größeren Gruppen.

An ähnlichen Standorten beleben den Schatten die bekannten Maiblumen (Convallaria) sowie der altbekannte Efeu (Hedera), dessen Blätter und schwarzen Früchte gifthaltig sind.

Selbst die bekannte Christrose (Helleborus) oder auch Nieswurz ruft Mundentzündungen sowie Gefäßkrankheiten hervor.

Zum Pflanzenbestand des Waldes unserer Heimat zählt der rot leuchtende Fingerhut, mitunter ist er auch weißblütig bzw. gibt es auch gelbe Arten.

Frühblühend ist der rosablühende Seidelbast, der oft wenn der Schnee noch liegt seine Blüten preisgibt. Die roten Früchte locken Kinder an sie zu sammeln und sie verwechseln sie leicht mit essbaren Früchten.

Weitere Giftpflanze ist der Bittersüße Nachtschatten (Solanum dulcamara). Mit lila Blüten und überreichem Fruchtbehang zählt auch er zum Pflanzenbestand des Waldes bei dem Vorsicht geboten ist.

Ein oft anzutreffender Bodendecker mit blauen Blüten ist das bescheidene Immergrün (Vinca major und Vinca minor). Nicht zu vergessen auch die Hahnenfüße, die starke Giftstoffe besitzen.

Goldregen
© von Esebeck, Heribert
Goldregen
Volkstümlich schon vom Namen her ist der gelbleuchtende Goldregen (Laburnum), dessen Fruchthülsen Vergiftungen hervorrufen. Einige Früchte verursachen Lähmungen und Krämpfe.

Am Waldesrand nicht selten anzutreffen ist das allbekannte Je-länger-je-lieber (Lonicera periclymenum), das besonders in den Abendstunden einen angenehmen Duft ausbreitet, der bei Windstille sich Schritt um Schritt verstärkt!

nach obenZusammenfassung

Die Auflistung aus der Toxilogie (Giftlehre) zeigt aus Platzgründen nur einen kleinen Teil der Bandbreite und gibt Aufschluss über die Folgen gängiger Vergiftungserscheinungen für die Allgemeinheit.

Nähere Angaben und Fragen sind bei den Informationszentren der Universitäten der Bundesrepublik zu erfragen. Anschauungsmaterial zur Bestimmung und zum Kennenlernen von Giftpflanzen bieten die Botanischen Gärten der jeweiligen Universitäten in den Ländern.

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Schlagworte dieser Seite:

Bittersüßer Nachtschatten, Christrose, Efeu, Fingerhut, Gift, Giftpflanze, Goldregen, Hahnenfuß, Immergrün, Je-länger-je-lieber, Maiblume, Nieswurz, Seidelbast, Tollkirsche

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