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Vorbereitung für den Winter

November 2007 Mit dem Blattfall und der Winterruhe beim Obst setzt beim Gartenbesitzer oft eine Zeit der Lustlosigkeit zur Gartenarbeit ein. Man sieht die Pflückleitern herumstehen, gebrochene Äste trauern im Baum und herbstaktives Unkraut verbreitet und vermehrt sich ungehindert. Psychologisch sicher verständlich, dass man sich mit den Pflanzen Ruhe gönnt. Es gibt aber auch die andere Einstellung: Die schönen Stunden bei niedrigstehender Sonne und aromagefüllter Luft werden zu einem Erlebnis, wenn vorbereitende Arbeiten erledigt werden. Im Winter geht man dann mit Freude in den Garten.


Vor dem Obstbaumkrebs muss gewarnt werden!
© von Soosten, Rolf
Vor dem Obstbaumkrebs muss gewarnt werden!
Nach der Ernte des Kernobstes sieht man sehr gut, welche Äste in den größeren Bäumen überflüssig oder durch Erntearbeiten gebrochen sind. Sie werden entfernt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Knospen noch klein und beim Herausziehen werden weniger Blütenknospen beschädigt. Anhand der Belaubung sieht man den Effekt des Eingriffes besser.

Die Schnittwunden sollten glattgeschnitten und mit einem Wundbehandlungsmittel verstrichen werden. Letzteres ist eine wesentliche vorbeugende Maßnahme nicht nur gegen Obstbaumkrebs, sondern auch gegen andere Krankheiten und Schädlinge, die zum Eindringen in die Wirtspflanze Wunden benötigen.

Den eigentlichen Baumschnitt lässt man für den Winterausgang. Kaninchen und Hasen nehmen gern liegengelassene Äste als Futter an und lassen die Stämme Ihrer Bäume meist unberührt. Krebsbefallene Äste sollten Sie entsorgen, um Infektionsquellen zu beseitigen.

Der durch die unbehandelte Schnittwunde eingedrungene Pilz vernichtet den Strauch in einer Johannisbeerhecke.
© von Soosten, Rolf
Der durch die unbehandelte Schnittwunde eingedrungene Pilz vernichtet den Strauch in einer Johannisbeerhecke.
Bei älteren Johannisbeeren werden stets einige ältere Bodentriebe entfernt, um jungen Trieben Licht und Platz zu machen. Diese dienen dann der Erneuerung. Da die Schnittwunden in der feuchten Bodenzone besonders leicht für Schadpilze zugänglich sind, sollte man sie ebenfalls behandeln. Schadpilze an der Strauchbasis sind meistens die Ursache für den natürlichen Tod des Gehölzes. Mit zunehmendem Alter lassen die Widerstandskräfte und die Regenerationsfähigkeit nach.

Bei Himbeeren werden die abgetragenen Ruten so weit wie es geht heruntergeschnitten. Damit beseitigt man einen großen Teil der Überwinterungsorte mancher Unliebsamkeiten: Die Himbeerkrankheiten und ihre Erreger.

Die Brombeeren können ebenfalls von den alten abgetragenen Ruten befreit werden. In Gegenden mit ausgeprägten Wintern sollten die neuen Ruten auf den Boden gelegt und mit einer dünnen Laub-, Stroh- oder Reisigdecke geschützt werden. Folie ist dafür nicht geeignet. Bei Sonnenschein kommt es unter der Folie zu unvorteilhafter Erwärmung.

Bei den Erdbeeren werden die letzten Ausläufer und Unkräuter beseitigt, die im Winter möglicherweise Samen bringen. Dazu zählen die Vogelmiere und das Springkraut.

Wer im Frühjahr keine unangenehmen Überraschungen durch Frostspannerfraß erleben will, lege bereits im September bzw. Anfang Oktober die Leimringe an. Diese alte aber sehr wirksame Maßnahme ersetzt den frühen Einsatz von chemischen Mitteln. Sie können im Dezember abgenommen werden, weil dann die Frostspannerweibchen ihre Wanderung auf die Bäume beendet haben. Ob dagegen das Kalken der Stämme von Obstbäumen noch zeitgemäß ist, kann angezweifelt werden.

Der entlaubte Birnenbaum lässt sich klar von dem Austrieb aus der Quittenunterlage unterscheiden.
© von Soosten, Rolf
Der entlaubte Birnenbaum lässt sich klar von dem Austrieb aus der Quittenunterlage unterscheiden.
Für manche Obstunterlagen sind die Wurzelschosse charakteristisch. Sie können, nachdem man sie freigelegt hat, abgeschnitten oder besser an ihrer Ansatzstelle herausgerissen werden. Das Herausreißen mag schwieriger sein, aber es hält länger vor. An den Schnittstellen entstehen sehr bald wieder neue Triebe in oft größerer Zahl.

Der gelbbelaubte Ast zeigt: Der zum Schutz gegen Kaninchen angebrachte Draht ist nicht früh genug gelöst worden und eingewachsen.
© von Soosten, Rolf
Der gelbbelaubte Ast zeigt: Der zum Schutz gegen Kaninchen angebrachte Draht ist nicht früh genug gelöst worden und eingewachsen.
Solche Fehler können zum Verlust des ganzen Baumes führen.
© von Soosten, Rolf
Solche Fehler können zum Verlust des ganzen Baumes führen.
Hier konnte die Bindung als Formierungshilfe gerade noch früh genug gelöst werden.
© von Soosten, Rolf
Hier konnte die Bindung als Formierungshilfe gerade noch früh genug gelöst werden.
Die Bindungen, die zum Formieren der Bäume notwendig sind, sollten jetzt überprüft und wenn sie nicht mehr sinnvoll sind beseitigt werden. Das gleiche trifft auch für die Kaninchendrähte zu.

Unverkennbar das Loch einer Wühl- oder Schermaus und der von ihr verursachte Schaden.
© von Soosten, Rolf
Unverkennbar das Loch einer Wühl- oder Schermaus und der von ihr verursachte Schaden.
Wühlmausfalle, mit einem Band gezeichnet, um sie im Rasen nicht zu übersehen.
© von Soosten, Rolf
Wühlmausfalle, mit einem Band gezeichnet, um sie im Rasen nicht zu übersehen.
Im Winter schwer zu bekämpfen ist die Wühl- oder Schermaus. Bei offenem Wetter lassen sich ihre Gänge auffinden, die dann mit Ködergift oder mit einer Falle versehen werden. Bei beiden Bekämpfungsmethoden ist die genaue Befolgung der Gebrauchsanweisung zu beachten. Wühlmäuse sind geruchsempfindlich und reagieren auf Bodenerschütterungen und Geräusche.

Während man vor 30 oder 40 Jahren in der Baumschule sein Pflanzmaterial aussuchte, geschieht dies heute im Gartencenter. Diese wollen aber nicht gern die arbeitsaufwendige Überwinterung übernehmen und kaufen infolgedessen erst im Frühjahr ein. Für den Gartenbesitzer heißt das: Weniger Zeit zur Auswahl und oft ein begrenztes Sortiment.

Obstbaumpfähle sollen den Obstbaum überleben. Imprägnierte Pfähle müssen bis zum Mark getränkt bzw. druckimprägniert sein, sonst dringt die Feuchtigkeit durch die Risse ein und das Morschwerden beginnt von innen.
© von Soosten, Rolf
Obstbaumpfähle sollen den Obstbaum überleben. Imprägnierte Pfähle müssen bis zum Mark getränkt bzw. druckimprägniert sein, sonst dringt die Feuchtigkeit durch die Risse ein und das Morschwerden beginnt von innen.
Ein bald nach dem natürlichen Blattfall gesetzter Baum hat den Vorteil des zeitigen Anwachsens. Vorbereitend für das Frühjahr kann die Pflanzgrube ausgehoben und der Pfahl gesetzt werden. Der Aushub kann durchfrieren. Das hat Vorteile für die Bodenstruktur und wirkt gegen Bodeninsekten.

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Kurz vor der Ernte werden noch einmal ungeeignete Früchte entfernt. Im Bild beispielsweise bei der Frucht mit dem Frostring.
Mit einfachen Mitteln zu besserem Obst
Bild 4: Links Fruchtstände der spätreifenden 'Rovada'. Rechts ähnliches Bild von einem anderen Standort. 'Rolan' mit ebenfalls langen Trossen. Sie blüht und reift wie 'Rovada' sehr spät. Die früh blühende und früh reifende 'Jonkheer van Tets' schien über die frostempfindliche Phase hinweg zu sein.
Schäden durch Frost und Trockenheit
Zwerg-Hängebrombeere 'Black Cascade'
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Baumschnitt, Brombeere, Erdbeere, Frostspanner, Himbeere, Johannisbeere, Kernobst, Leimring, Obstbaumkrebs, Obstbaumschnitt, Schermaus, Wurzelschoss, Wühlmaus

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