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Tropische Genussmittel

Kaffeestrauch
© von Esebeck, Heribert
Kaffeestrauch

November 2007 Der Lebensmittelhandel – vom Kiosk bis zum Supermarkt – bietet heute viele Artikel an, sodass die Auswahl nicht leicht fällt. Gezielte Werbung weist in unterschiedlicher Form auf die breite Palette der Nahrungs- und Genussmittel hin.


nach obenGenussmittelwahl

So wie ein lukullisches Mahl Gaumenfreuden bereitet und genussreiche Wirkung hervorruft, haben auch die koffeinhaltigen Genussmittel wie Kaffee, Tee, Kakao einen stimulierenden, anregenden Einfluss auf das menschliche Empfinden. Je nach gesundheitlichem Zustand sind die erwähnten Stimulanzien in Maßen genossen alltäglicher Genuss in der ganzen Welt.

nach obenGeschichtliche Fakten

Schon im 16. und 17. Jahrhundert traten in Europa Genussmittel oft unbekannter Herkunft auf, ihre Ausdehnung in alle Welt folgte im Laufe der Zeit. In den Heimatländern waren sie – z. B. Tee, Kakao – zwar beliebt, wurden aber von den Europäern nicht so begehrt wie der Kaffee, der sich mit seinem animierenden Koffeingehalt zusehends ausbreitete.

nach obenKaffee – Herkunft – Name

Mit am bekanntesten ist der Kaffeestrauch (Coffea arabica), dessen Heimat in Ostafrika liegt und nach der Landschaft Kaffa (in Äthiopien) bezeichnet wurde. Trotz seines Artnamens arabica ist sein Ursprungsland Liberia an der westafrikanischen Pfefferküste mit der Coffea liberica (Liberia-Kaffee). Heute wird er in allen Tropenländern der Welt angebaut und kultiviert. Mit der Erhöhung des Lebensstandards hat die Kaffeeproduktion eine steigende Tendenz. Die Bezeichnung Mokka-Kaffee – ein starker Kaffee – geht auf die Siedlung Mocha (Mokka) in Jemen zurück.

Pflanzenportrait – Gestalt – Anbau

Kaffee-Blüte
© von Esebeck, Heribert
Kaffee-Blüte
Die Früchte (Kirschen) hängen am Kaffeestrauch oft in unterschiedlichen Reifegarden, von Gelb über Grün nach Rot.
© von Esebeck, Heribert
Die Früchte (Kirschen) hängen am Kaffeestrauch oft in unterschiedlichen Reifegarden, von Gelb über Grün nach Rot.
Früchte des Kaffeestrauchs
© von Esebeck, Heribert
Früchte des Kaffeestrauchs
Am Naturstandort wächst der Kaffeebaum bis zu 2 oder 3 m Höhe heran. Im Plantagenanbau wird die Pflanze zur Erleichterung der Pflückarbeit buschig gehalten. Umgeben sind die Pflanzungen von schattenspendenden Bäumen, die die Sonnenstrahlen mindern. Sie sind von "Aufsitzer-Pflanzen" besetzt, wie Orchideen, Farnen oder Aronstabgewächsen. Blätter eliptisch, gegenständig, immergrün. Blüte weiß, achselständig, duftend nach Jasmin und Orangen. Im vierten Jahr nach der Pflanzung beginnt der Reifezustand; nach etwa 20 Jahren lässt der Ernteertrag nach. Im Anbau prägen gewisse "Kaffeehaine" das Landschaftsbild.

Verwandtschaftsverhältnis

C. von Linné (1741 – 1783), schwedischer Botaniker und Begründer des Pflanzensystems, ordnete den Kaffee zu den Krappgewächsen, dessen Kraut uns die populäre Maibowle kredenzt.

Wirkung des Koffeingehaltes

Eine zu hohe Einnahme von Koffein wirkt wie Gift und führt zu einer zentralen Erregung wie Herzklopfen, Schlaflosigkeit.

Für den Zimmerpflanzengärtner

In der Do-it-yourself-Methode lässt sich ein kleines Kaffeebäumchen leicht heranziehen. Für eine erfolgreiche Eigenzucht ist nur frischer Samen keimfähig. Frühjahrsaussaat. Erde: Feuchter Sand, Temperatur: 20 bis 25 °C. Für den Eigenbedarf wird die rote Beerenfrucht nicht reichen!

nach obenKakaobaum – Anverwandte

Die Tropenpflanze zählt zu den Kakaogewächsen, wie der Kolabaum, und ist den Malvengewächsen nahestehend, wie der Stockrose und den bekannten reichblühenden Malven.

Geschichtliches

Die heimatliche Verbreitung des Kakaos (Theobroma cacao) erstreckt sich über die feucht-warmen Niederungswälder Mittelamerikas. Im 19. Jahrhundert breitete er sich so intensiv aus, dass heute die Hälfte der Produktion dort stattfindet.

Der Trank, den die Azteken aus den Samen der Pflanze gewannen, hat folgenden namentlichen Ursprung: Chocoatl – Chocolate – Schokolade. Der wissenschaftliche Name stammt von C. v. Linné und bedeutet griechisch theos = Gott, broma = Speise, sprich Götterspeise. Christoph Columbus fand bei den Guanchen-Indianern "Mandeln", besagten Kakao, die als Nüsse dienten.

Bei den Maya und Azteken waren die Samen auch Grundlage für das Münzsystem, bei uns ein beliebtes Genussmittel für Jung und Alt.

Nach Alexander von Humboldt schätzten die Eingeborenen das Fruchtmus, warfen dagegen die Samen fort. Die Spanier brachten den Kakao nach Ostasien. Ende des 19. Jahrhunderts breiteten sich die Kakaoplantagen in Afrika aus.

Kakao – Gestalt

Zweig mit Blüten und Früchten
© Gerti Boenert
Zweig mit Blüten und Früchten
Kakao
© Gerti Boenert
Kakao
Ist er am Naturstandort ein kleiner Baum mittlerer Höhe von 15 m, wird er in Kultur gedrungen gehalten. Seine klimatischen Ansprüche: Tropische, stets feuchte Lufttemperatur von 24 bis 28 °C. Er besitzt immergrüne, lanzettlich zugespitzte Blätter, die anfangs, wie bei vielen Tropenbäumen, rötlich gefärbt sind. Die kleinen, weißen Blüten sitzen unmittelbar am Stamm. Man prägte den Begriff "Kauliflorie" = Stammblütigkeit, auch eine Eigenschaft vieler Tropenbäume.

Schnitt durch die Kakaofrucht. Die Samen sind  sicher von der Fruchtwand umschlossen.
© Gerti Boenert
Schnitt durch die Kakaofrucht. Die Samen sind sicher von der Fruchtwand umschlossen.
In unserer Flora typisch ist der Judasbaum (Cercis), der im Mittelmeergebiet beheimatet ist und im Mai mit seinen rosa Blüten den Garten belebt. In Plantagen wird die Kakaopflanze von Insekten bestäubt. Bei der Nutzpflanze zur Demonstration unter Glas muss die Pflanze künstlich bestäubt werden. Die Früchte entwickeln sich botanisch gesehen zu einer "Beere" (15 bis 20 cm).

Eingebettet im Fruchtmus enthält die Frucht reihenweise gelegenen Samen (nicht Kakaobohnen, wie man gelegentlich hört; Bohnen sind stets die Samen von Schmetterlingsblütern!). Die reife Frucht hat eine rotbraune Färbung. Die Qualität des Kakaos im Aroma beruht neben seiner leicht anregenden Wirkung auf dem hohen Nährwert. Der Kakaobruch wird auch zu Kakaobutter/-pulver verarbeitet.

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Schlagworte dieser Seite:

Genussmittel, Kaffee, Kakao, Kakaobaum

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