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Schwefelporling − rechtzeitiger Wundverschluss schützt vor Schäden

Schwefelporling
© Neumann, Siegfried
Schwefelporling

Oktober 2007 "Schmückt" im Sommer plötzlich ein leuchtend schwefel-orangegelber Pilz den Stamm eines nicht mehr jugendlichen Laubbaums, signalisiert uns optisch der Schwefelporling seine ungebetene Anwesenheit.


Schwefelporling
© Neumann, Siegfried
Schwefelporling - Detail
Dieser Saprophyt ernährt sich von dessen Kernholz. Die oft sehr großen Fruchtkörper wachsen in Büscheln konsolenförmig aus dem Baumstamm. Seine im Spätsommer und Frühherbst reifenden Sporen finden, vom Wind durch die Luft getragen, auch in größeren Wunden unserer Obstgehölze Einfallstore. Durch solche strebt deren Keimschlauch, dem "Leibgericht" des Schmarotzers (Kernholz), entgegen. An diesem hält sich der Pilz über Jahre schadlos. Das vom Myzel zerstörte Holz wird brüchig. Es vermag hohen Belastungen, wie überreichem Fruchtbehang oder starken Stürmen, nicht zu widerstehen. Eines Tages fällt plötzlich die schwergewichtige bzw. vom Sturm gebeutelte Baumkrone zu Boden.

In Obstgärten schädigt der Schwefelporling vordergründig Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Pflaumen- und Walnussbäume. Feuchtwetterperioden fördern zügiges Wachstum der relativ großen Fruchtkörper. Rechtzeitig entfernt und vernichtet, reifen die Sporen nicht aus und erhalten so keine Chancen diesen Schmarotzer weiter zu verbreiten.

Gewissenhafte Freizeitgärtner schließen deshalb nach erfolgten Schnittarbeiten alle größeren Wunden des Baums mit einem handelsüblichen Verschlussmittel (z. B. Baumwachs). Damit beugen sie möglichem Befall ihrer Obstgehölze durch diesen Saprophyt vor.

Jung essbar (roh ungenießbar) entspricht der Schwefelporling nicht jedermanns Geschmack. Erfahrene Köche schneiden junge Fruchtkörper des Schwefelporling in dünne Scheiben, brühen diese ab um selbige paniert oder unpaniert zu braten. Andere bereiten aus dem in Salzwasser gekochten, fein gewiegten jungen Pilz Bratklopse.

nach obenGegebenenfalls von alten Bäumen trennen

Verbandsfreunde sollten in der bevorstehenden kalten Jahreszeit überlegen, sich von vom Schwefelporling gezeichneten Obstgehölzen zu trennen. Meist handelt es sich doch um überalterte Hochstämme, deren Früchte hinsichtlich ihrer Qualität und Quantität längst nicht mehr befriedigen. Vom schwierigen Abernten und Pflegen der großkronigen oft sehr hohen Bäume gar nicht erst zu sprechen. Vor allem die "Reifere Generation" fühlt sich beim Besteigen hoher Leitern zu diesen Arbeiten nicht besonders wohl.

In Gesprächen vor Ort zur Wertung im Wettbewerb erreichter Erfolge, im Dialog zu Fachvorträgen zeigt sich, nicht jeder großkronige Obstbaum wird abgeerntet. Zahlreiche Früchte, von Kirschfruchtfliege, Wicklerlarven, von Pilzen (Birnengitterrost, Monilia, Schorf u. a.) gezeichnet, fallen zu Boden. Nicht selten verbleiben diese bis zur spätherbstlichen Generalreinigung unter den Bäumen. Schadinsektenlarven nutzen diese Zeit sich an geeigneten Plätzen zu verpuppen. Pilzsporen erhalten ausreichend Gelegenheit sich als Schaderreger rechtzeitig auf den Weg zu machen. Um solches zu verhindern, wird Fallobst täglich aufgelesen, verarbeitet bzw. in geeigneter Weise entsorgt. Letztgenanntes gilt auch für von Pilzen befallenes zusammengeharktes Falllaub. Beide wichtigen Arbeiten dienen dem integrierten Pflanzenschutz.

Gartenfreunde die überalterte oder überzählige Obstgehölze aus dem Grundstück entfernen, sollten diese roden, d. h. samt Wurzelstock ausgraben. Werden die Bäume nur dicht über dem Boden abgesägt, finden holzzerstörende Pilze an dessen "Stöcken" über Jahre hinweg Lebensraum.

Perspektivisch sollten wir in den Gärten nur unter den Standortbedingungen der Region bewährte Kern- und Steinobstniederstämme pflanzen, die auf schwachwachsenden Unterlagen stehen und sich gegen Schaderreger weitgehend resistent zeigen. Das erleichtert die Pflege- und Erntearbeiten und erweist sich als wichtiger Bestandteil im integrierten Pflanzenschutz.

Ihr Gartenfachberater
Siegfried Neumann

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Schlagworte dieser Seite:

Apfelbaum, Birnenbaum, Kirschbaum, Pflaumenbaum, Pilz, Schwefelporling, Walnussbaum

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Diesen Artikel kommentieren (3)

1
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27. Mai 2011

Ralph Baumfalk

Moin,
Danke fuer die Infos.
Ich habe den Schwefelporling an einem Mirabellenstamm.
Wie rette ich den Baum?
Ich habe nur den Fruchtkoerper entfernt.
Mit welchen Pilzen koennte man den Pilz verwechseln?
Mein Kumpel will ihn unbedingt essen,
obwohl er ihn nicht einmal sicher bestimmen kann,
weil er kein spezielles Pilzsammlerbuch hat,
um Verwechslungen auszuschliessen.
Bestaetigen Sie mir bitte, dass er sich ein gutes
Pilzbuch kaufen sollte. Auf mich hoert er nicht.
Mit friedvollen Gruessen
Ralph

2
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1. Oktober 2011

roxx

Verzehrhinweis: ERHITZT ESSBAR
Vorkommen: Frühling-Sommer an lebenden, geschädigten und toten Stämmen von Laubholz und Lärche, häufig an Obstbäumen. Wächst dachziegelig übereinander.

Fruchtkörper 10-50 cm breit, 1-5 cm dick, konsolenartig, knollen-oder polsterförmig, fächerförmig, halbrund. Jung leuchtend orange bis schwefelgelb, alt verblassend, jung oft Guttationströpfchen absondernd.

...und ein Wundverschlußmittel hilft gar nicht um die Infektion zu vermeiden. Auch kann gegen den Pilz nichts unternommen werden. Einfach betrachten und sich daran freuen :-)

http://www.roither.at

3
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1. Juni 2016

Mone

Hallo, vielen Dank für die Information . Leider ist unser Pflaumbaum von einem Pilz befallen und heute ist die Krone abgebrochen .
Da sich der Pilz am Stamm befindet müssen wir wohl den Baum fällen lassen .Kann das Holz trotzdem als Kaminholz verwendet werden ?

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