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Wurzelkropf

Oktober 2007 Jetzt im Herbst findet man beim Roden alter Bäume oder beim Setzen neuer Sträucher gelegentlich runzelige faustgroße Auswüchse an den Wurzeln.


Ihre Oberflächen können glatt, bei älteren Exemplaren bröckelig und leicht auseinanderfallend sein. Die erdbraune Farbe lässt den Wurzelkropf kaum erkennen. Diese Wucherungen können die Wurzel umschließen, aber auch nur an einer kleinen Stelle aufsitzen. Nach einigen Jahren zerfällt das Gewebe. Er tritt bei mehreren Baumobstarten an den Wurzeln auf. Bei Himbeeren und Brombeeren kennen wir diese Auswüchse von der Bodennähe an der Rute hinauflaufend. Bei starkwachsenden Brombeeren kommen kindskopfgroße dunkelbraune rissige Gebilde vor, die mehrere Ruten umfassen können.

Dieser Wurzelkropf – so sein volkstümlicher Name – wird verursacht durch ein Bakterium namens Bacterium tumefaciens. Es gehört zu jenen Bakterien, die sich aktiv im Boden fortbewegen können, wenn er mit Wasser gesättigt ist.

Zum Eindringen in das Wurzelgewebe ist er angewiesen auf Verletzungen des Rindengewebes durch Fraß oder Einstiche von Nematoden. Nach dem Eindringen in die verletzte Wurzel beginnt das Wachstum des Wundgewebes. Je nach Aktivität der Wirtspflanze und der Jahreszeit gelangt ein Teil des aufgenommenen Wassers mit den Nährstoffen in das Fremdgewebe. Mit zunehmender Größe leidet das Gehölz unter der mangelnden Versorgung. Wachstum und Fruchtgröße lassen nach. Wie der Baum sind auch die Tumore langlebig.

Der Wurzelkropf kommt an den zur Familie der Rosazeen gehörigen Obstgehölzen vor: Stein- und Kernobst, Himbeere, Brombeere mit deren Verwandten und außerdem an der Weinrebe.

Beim genauen Hinsehen fallen weiße bis hellrosa Ausscheidungen auf. Sie gehören nicht zum Tumor, sondern zu einem auf ihm lebenden Pilz namens Fusarium. Er kann von den Tumoren in die Leitungsbahnen der Wirtspflanze übergehen und dort durch Verstopfung das frühzeitige Absterben der Ruten verursachen. Dies ist bei Himbeeren und Brombeeren oft zu beobachten.

Durch Bodenbearbeitung können Teile des zerfallenen Gewebes verbreitet werden. Die über mehrere Jahre lebensfähigen Sporen keimen, wenn Wurzeln einer potentiellen Wirtspflanze in die Nähe wachsen. So kann es zur Verseuchung eines Standortes kommen. Chemische Gegenmaßnahmen gibt es nicht. Fallen einem beim Kauf diese Wurzelknollen an den Wurzeln auf, verzichte man auf die Ware. Selbst beim Ausbrechen der Knollen besteht die Gefahr, dass der Erreger mitgeliefert wird.

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Schlagworte dieser Seite:

Bacterium tumefaciens, Brombeere, Fusarium, Himbeere, Kernobst, Steinobst, Weinrebe, Wurzelkropf

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