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Unsere Rosen – Königin der Blumen

Rose
© Jaehner
Rose

Mai 2000 Seit jeher nimmt die Rose in den Herzen der Menschen und ihren Gärten eine bevorzugte Stellung ein, heute wie vor Hunderten von Jahren. Irgend etwas Besonderes umgibt diese Pflanze. Vielleicht ist es die Sehnsucht der Menschen nach dem Vollkommenen. So erträumen sie sich eine Pflanze, die schöner ist als alle anderen. Diesen Traum sahen sie in der Rose verwirklicht. Sie war Kunstwerk und Gleichnis, Dichter besangen sie, Maler malten sie.


Die Rosen von heute sehen anders aus als jene, die vor hundert oder hundertfünfzig Jahren blühten. Sie erfuhren rein äußerlich manche Wandlung. Früher war die Rose edel, köstlich, einzigartig, prächtig; heute ist sie außerdem blühwillig, dauerblühend, reichblühend, langlebig.

Auch das Verhältnis zwischen Mensch und Rose änderte sich. Es wurde insgesamt ein wenig nüchterner, allerdings ohne dass die grundsätzliche Faszination verlorenging. Und so ist sie, was sie immer schon war: die Königin der Blumen zur Freude der Menschen.

nach obenEin Stück Rosengeschichte

Bourbon-Rose
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Bourbon-Rose
Gartenbesitzer wenden ihre Aufmerksamkeit meist zuerst sogenannten Edelrosen zu. Ihre Blüten sind noch immer das Maß aller Rosendinge. Zu Edelrosen gehören außer den heutigen Teehybriden auch die alten Teerosen, Remontantrosen und Bourbon-Rosen, um die wichtigsten zu nennen.

Im 19. Jahrhundert gelangte die Bengal- oder Chinesische Rose nach Amerika und vereinigte sich dort mit der Moschusrose, einer hochwachsenden, subtropischen Kletterrose, auf der Insel Bourbon, dem heutigen Réunion im indischen Ozean, mit der Damaszenerrose, die ihrerseits wahrscheinlich der Verbindung von Essigrose mit Rosa phoenicia, einer orientalischen Kletterrose, entspross. Das Ergebnis waren in Amerika Noisette-Rosen, auf der Insel Bourbon die kräftigrotblühenden Bourbon-Rosen.

Der Chinesischen Rose folgte in fremde Länder die duftende Teerose aus dem Südwesten Chinas. Teerosen erhielten ihren Namen, weil sie zur Parfümierung von Tee benutzt wurden, nicht weil sie nach Tee duften. Die kletternden Pflanzen bringen an immergrünen oder halbimmergrünen Trieben weiße, rosa oder gelbliche Blüten hervor. Diese Rose kreuzte man unter anderem mit Bourbon-Rosen und erhielt zweimal blühende, also remontierende Rosen oder Remontantrosen.

Aus der Verbindung von Teerosen mit Remontantrosen gingen endlich die Teehybriden hervor. Teehybriden sind jene Rosen, die man heute vorrangig meint, wenn von Edelrosen die Rede ist. Was diesen Rosen eine so große Karriere beschert hat, sind die edle Blütenform, die gegenüber den bisher bekannten Züchtungen allgemein stärkere Widerstandskraft, die verlängerte Blütezeit sowie neue gelbe Farbtöne, die die eingekreuzte Fuchsrose beisteuerte.

Soweit einiges zur Entstehungsgeschichte unserer heutigen Rosen im Schnelldurchlauf. Es lassen sich Bücher darüber schreiben.

nach obenEdelrosen

Die Bezeichnung Edelrose besagt nicht, dass andere Rosen weniger edel sind. Schon eher könnte der Name etwas mit der Vermehrungsart zu tun haben, da Edelrosen auf Unterlagen veredelt werden. Dasselbe geschieht jedoch auch mit Polyanthahybriden und Floribundarosen, den meisten Kletterrosen und Strauchrosen. Insofern ist Edelrose wenig genau. Da Edelrose jedoch leichter eingängig ist als Teehybride, wird dies der Grund sein, dass man mittlerweile heute die Bezeichnung Edelrose vor Teehybride favorisiert.

Typische Teehybriden wachsen buschig, aufrecht, mitunter ein wenig steif, meist mittelhoch. Die hervorstechendste Eigenschaft dieser Rosen sind die auf starken Stielen sitzenden Einzelblüten, während andere Rosen auf mehr oder weniger verzweigten Trieben ganze Blütenbüschel entwickeln.

Teehybriden haben gewöhnlich vergleichsweise große und stets gefüllte Blüten. Die Form der Blüten, mehr noch jene der Knospen, hängt weitgehend von der Zahl der Blütenblätter der betreffenden Sorte ab. Die Sorte 'Papa Meilland' erblüht beispielsweise mit 35 bis 40 tief-dunkelroten Blütenblättern, fachmännisch Petalen genannt. Die bekannte 'Baccara' hat deren 72. Das erklärt die gedrungene Gestalt dieser Rose.

Die Vorstellungen über die schönste Knospenform wandeln sich, wie sich eben der Geschmack auch bei anderen Dingen von Zeit zu Zeit ändert. Anfangs galt die rundliche Blüte als Schönheitsideal. Dann dominierte lange die schlanke Linie.

nach obenEnglische Rosen

Englische Rose 'The Squire'
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Englische Rose 'The Squire'
Englische Rose 'Charles Austin'
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Englische Rose 'Charles Austin'
Inzwischen macht sich ein parallel laufender Trend bemerkbar mit so genannten Englischen Rosen. Was Englische Rosen sind, muss erklärt werden. Es gibt Moderne Rosen mit den nun schon öfter erwähnten Teehybriden, Floribundarosen, Strauch- und Kletterrosen, also eben die ganze zeitgenössische Bandbreite. Es gibt außerdem Alte oder Historische Rosen aus den Anfängen der Rosenzüchtung, meistenteils gut duftend, aber gewöhnlich nur einmal blühend und mitunter ein bisschen heikel. Auch auf diese Rosen wurde bereits beim geschichtlichen Rückblick hingewiesen. Von diesen Alten Rosen sind allerdings viele derart reizvoll, dass sich nicht wenige passionierte Rosenfreunde gerade auf diese Rosen spezialisieren und sie sammeln wie andere Menschen Porzellan oder Bücher.

Dann trat der englische Rosenzüchter David Austin auf den Plan. Er meinte, aus der Verbindung von Modernen und Alten Rosen müsste eigentlich etwas Gutes entstehen. Also begann er vor rund 45 Jahren mit entsprechenden Kreuzungen. 1969 brachte er die ersten zufriedenstellenden Sorten heraus. Der eigentliche Durchbruch ließ indes immer noch etwas auf sich warten, weil die neuen Rosen so gar nicht dem Gewöhnten entsprechen.

In die Englischen Rosen brachten Alte Rosen die typische Blütenform, ansprechende Farben und Duft ein, Moderne Rosen vor allem öfteres Blühen und bessere Gesundheit. Englische Rosen wirken nicht derart perfektionistisch, wie es übliche Teehybriden mitunter tun. Man erkennt sie auf Anhieb an der Blütenform. Die Blüten sind rundlich gebaut in der typischen Art Alter Rosen, größtenteils mehr oder weniger stark gefüllt, gewirbelt, gewickelt oder gefältet. Pastellfarben herrschen vor. Signalfarben, wie wir sie bei Modernen Rosen häufig finden, fehlen. Die Pastelltöne unterstreichen den ungemein ästhetischen Reiz dieser Züchtungen. Hinzu kommt, dass die Blüten vielfach vom Erblühen bis zum Verblühen die Farbe wechseln. Sie verblassen, aber in diesem Fall ist das kein negatives Kriterium sondern ein Vorgang, der die einzelne Blüte an jedem Tag in einem anderen Licht erscheinen lässt, bis sie ihre Blütenblätter verliert und selbst im Vergehen noch schön ist. Die meisten Englischen Rosen duften und erfüllen damit einen der wichtigsten Wünsche von Rosenfreunden. So verbinden sich Form, Farbe und Duft zu vollendeter Harmonie.

nach obenEdelrosen im Garten

Edelrosen mit ihren einzeln stehenden Blüten wirken nie so farbmassiv wie vielblütige Beetrosen mit umfangreichen Blütenbüscheln. Darum haben sie es in gewisser Weise schwer, sich gegen die Konkurrenz von Beetrosen durchzusetzen. Da sie sich außerdem im Laufe der Zeit weit von den ursprünglichen Rosen entfernten, pflanzt man Edelrosen vorzugsweise in die Nähe des Hauses, wo sie Verbindung mit der Architektur haben, nahe von Haus- und Terrassentür, entlang eines vielbegangenen Weges vom Gartentor zur Haustür und ähnlich. Viele Gartenbesitzer müssen noch lernen, ein bisschen besser mit dem Gestaltungselement "Rose" umzugehen. Die beetweise Pflanzung ist durchaus auch in Hausnähe möglich, aber wie bereits betont immer in Anlehnung an die Architektur. Fehl am Platz ist in jedem Fall das ach so beliebte und nicht auszurottende Rosenrondell im Vorgarten oder mitten auf dem Rasen. Ohne irgendwelche Beziehung zum übrigen Gartengeschehen führen Rosen auf solchen Beeten ein ziemlich isoliertes Dasein.

Falls Edelrosen innerhalb des Gartenraumes stehen, brauchen sie Rückhalt an irgendwelchen gestalterischen Schwerpunkten. Den fänden sie zum Beispiel, sortenweise im Quadrat gepflanzt, in einem gesonderten Rosengärtchen, das umrahmt wird von immergrünen Laub- und Nadelgehölzen. So haben diese Rosen einen Zufluchtsort, der ihnen Schutz bietet vor der Übermacht anderer Rosengruppen, und wo sie gut zur Geltung kommen.

nach obenStammrosen

Stammrose
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Stammrose
Stammrosen sind gewissermaßen überhöhte Rosen. Von Natur aus bilden Rosen keinen Stamm, sondern mehrere gleichwertige Triebe. Zur Erziehung von Stammrosen werden besonders kräftige Triebe von bestimmten Unterlagenpflanzen mit geeigneten Sorten in Kronenhöhe veredelt. Bevorzugte Lieferanten für solche Veredlungen sind Edelrosen. Das schließt allerdings nicht aus, dass sich nicht auch andere Rosentypen für Stammerziehung eignen. Immerhin – Edelrosen sind nach wie vor die Favoriten. Wenn Edelrosen etwas Besonderes sind, dann sind Edelrosen auf Stämmen etwas Besonderes hoch zwei. Blüten und Duft – direkt vor Nase und Augen, ohne dass man sich bücken müsste – das ist doch wirklich eine entgegenkommende Geste.

Die Königin der Blumen auf Stamm sollte einen adäquaten Teppich zu ihren Füßen haben. Den schaffen verschiedene Einjahrsblumen oder Stauden. Vortrefflich eignen sich für den Zweck einige Fetthennearten und -sorten. Wichtig ist nur, dass man solche wählt, deren Blütenfarben mit jenen der Rosen harmonieren. Auch mit niedrigem Schleierkraut lassen sich Stammrosen vorzüglich kombinieren. Unterpflanzung mit Lavendel, Edelpamander oder Katzenminze macht sich ebenfalls immer gut. Aus dem Angebot der Gräser kommen nur schwachwüchsige Infrage wie Blauschwingel. Die Gruppe der Einjahrsblumen vertritt überzeugend Duftsteinrich. Niedrige Studentenblumen passen nicht nur farblich gut zu rosafarbenen, roten und weißen Rosen, sondern sorgen außerdem dafür, dass die Rosen gesund bleiben und keine Älchen oder Nematoden die recht unliebsame Bodenmüdigkeit hervorrufen.

nach obenEdelrosen in Vasen

Edelrosen sind die Schnittrosen. Zwar lassen sich auch andere Rosentypen hübsch in Gefäßen arrangieren, doch vielen gefällt ein Strauß Edelrosen nach wie vor am besten. Rosenblüten, deren Kelchblätter sich noch mit den Zipfeln berühren, sind nicht schnittreif. Man muss warten, bis sich die Spitzen der Kelchblätter nach unten neigen. Auch wenn sich die Knospe noch hart anfühlt, hält sich die betreffende Blüte in der Vase erfahrungsgemäß schlecht und kippt leicht um. Fühlt sich dagegen die Knospe weich an, ist dies ebenfalls ein Zeichen der Schnittreife. Ob man morgens oder abends schneidet, spielt bei dem kurzen Weg zwischen Garten und Haus keine Rolle. Nur Schnitt in der Mittagshitze sollte man möglichst vermeiden. Merke: je kürzer der Stiel, desto leichter wird es der Blüte, sich ausreichend mit Wasser zu versorgen. Schnittrosen reagieren übrigens ausgezeichnet auf die Zugabe eines Frischhaltemittels, unter dessen Einfluss sie ihre Schönheit vom Knospenaufbruch bis zum Verblühen beeindruckend dokumentieren.

Lesen Sie auch:
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Der Weg der Rose durch die Zeit ist lang und verschlungen. Wir verfolgten das Werden von Edelrosen oder Teehybriden (FuG Mai 2000) und vollziehen nun nach, wie vielblütige Beetrosen entstanden.
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  • Auswahl von Stauden
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  • Rosen als Bodendecker
  • Wuchskraft
  • Anforderungen von Bodendeckerrosen
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Unsere Rosen – Strauchrosen und Kletterrosen September 2000
  • Strauchrosen (Pflege)
  • Kletterrosen (Auswahl, Verwendung, Vermehrung aus Stecklingen)
  • Kaskadenrosen
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  • Die Vielblütige Rose
  • Die Rose zum Gedenken
  • Die Rose für lichten Schatten
  • Die Großfrüchtige Rose
  • Noch ein paar Namen
  • Verwendung von Wildrosen
  • Auch Tiere mögen Wildrosen
Unsere Rosen – Was sich Rosen wünschen Februar 2001
Grundsätzlich sagt Rosen unser Klima zu. Das Kleinklima des einzelnen Gartens verdient trotzdem große Beachtung, denn es beeinflusst maßgeblich die Entwicklung und Gesundheit der Pflanzen. Sie sind zweifellos Sonnenkinder.
Unsere Rosen – Was sich Rosen wünschen März 2001
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Augen
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