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Ernte und Lagerung der spätreifenden Apfel- und Birnensorten

'Ingrid Marie': Diese wunderbar aussehenden Früchte sind zu reif und sollten bald gegessen werden.
© von Soosten, Rolf
'Ingrid Marie': Diese wunderbar aussehenden Früchte sind zu reif und sollten bald gegessen werden.

September 2007 Wenn die Tage merklich kürzer werden, denkt der Gartenbesitzer an das Ernten des Obstes. Bei frühreifenden Sorten stellt man sehr bald fest, ob sie geerntet werden können. Das Risiko, zu früh oder zu spät zu pflücken hält sich in Grenzen. Anders dagegen bei den Lagersorten. An sie werden zusätzliche Anforderungen über die Haltbarkeit auf dem Lager und die Dauer des Aromas gestellt. Die beiden letztgenannten Forderungen lassen sich in einem begrenzten Rahmen beeinflussen.


'Rubinette': Auf diesem Baum sind gut ausgereifte Äpfel, ideal für die Lagerung bis etwa November.
© von Soosten, Rolf
'Rubinette': Auf diesem Baum sind gut ausgereifte Äpfel, ideal für die Lagerung bis etwa November.
Wir wissen zwar, dass Wintersorten spät zu pflücken sind. Doch der optimale Zeitpunkt ist ein wichtiger Faktor für erfolgreiche Lagerung. Kurz gesagt soll ein Farbumschlag von Grün auf Gelb beginnen. In gut belichteten Kronen sind die Früchte auf der Sonnenseite je nach Sorte gefärbt. Bricht man die Frucht vom Fruchtkuchen, so ist die Bruchfläche glatt, die Frucht löst sich leicht vom Holz.

Bei Birnen ist der optimale Zeitpunkt schwieriger festzustellen, denn bei den meisten Sorten findet der Farbumschlag nicht statt, die "rote Backe" gibt es nur bei einigen Sorten. Der richtige Zeitpunkt lässt sich nur mit Hilfe der Pflückprobe nachweisen. Aber gerade die Birnen werden oft zu spät geerntet, und man wundert sich, dass sie anstatt saftig mehlig werden. Der rechte Pflückzeitpunkt deutet an, dass die Frucht keine Zufuhr von Assimilationsprodukten aus dem Baum mehr erhält und die Leitungsbahnen zwischen Stiel und Fruchtkuchen durch die Ausbildung einer Korkschicht unterbunden werden.

nach obenDas Wetter bei der Pflücke spielt eine wichtige Rolle!

Pflücken Sie nur im trockenen Zustand. Berühren Sie faulende Früchte nicht, es besteht zusätzliche Infektionsgefahr. Nur unbeschädigte Früchte, die frei von Schädlingen sind, gehören auf das Lager. Unzureichend ausgereifte Früchte aus dem schlecht belichteten Inneren der Krone werden später gepflückt und sofort verbraucht. Früchte von neugepflanzten Bäumen gehören nicht in ein Lager.

nach obenWie sollen Äpfel und Birnen gelagert werden?

Je nach Sorte liegt das Temperaturoptimum bei 2 bis 4 °C und die Luftfeuchtigkeit bei 90 %. Birnen haben bei 1 °C die beste Temperatur. Diese Werte sind im privaten Haushalt kaum zu erreichen. Daher sollte man bestrebt sein, den kühlsten aber frostfreien Punkt des Hauses für die Lagerung zu nutzen. Früher war es üblich, die Früchte schichtweise in Kisten zu legen. Heute kann man das Obst in Plastiktüten aus etwas dickerem Material legen und möglichst luftdicht zubinden. Es entsteht dann ein Raum mit verringertem Sauerstoffgehalt. Das führt zur Reifeverzögerung. Im Abstand von drei bis vier Wochen wird der Beutel zur Kontrolle und zur Frischluftzufuhr geöffnet.

nach obenTrotz aller Vorsicht kann es zu Verderb kommen.

Bitter- oder Lentizellenfäule im fortgeschrittenen Zustand. Die Mitte der kreisrunden faulen Fläche hellt auf und es erscheinen die Sporenkörper.
© von Soosten, Rolf
Bitter- oder Lentizellenfäule im fortgeschrittenen Zustand. Die Mitte der kreisrunden faulen Fläche hellt auf und es erscheinen die Sporenkörper.
Eine typische Lagerkrankheit ist die Bitterfäule, Gloeosporiumfäule genannt. Kleine runde Faulstellen mit heller Mitte entstehen auf der ganzen Frucht. Im fortgeschrittenen Stadium gehen sie ineinander über. Das Fruchtfleisch beginnt bitter zu schmecken. Die Infektion zu diesem Schaden findet bereits im späten Sommer am Baum statt. Gegen diese Krankheit hilft im Hausgarten nur ein lichter Schnitt der Krone, damit nach Niederschlägen Laub und Früchte schnell abtrocknen.

Die Kelchgrundfäule beginnt charakteristisch im Kelch- oder im Stielgrund und wird durch den Erreger des Obstbaumkrebses verursacht.
© von Soosten, Rolf
Die Kelchgrundfäule beginnt charakteristisch im Kelch- oder im Stielgrund und wird durch den Erreger des Obstbaumkrebses verursacht.
Der Obstbaumkrebs, den wir am Holz kennen, kann auch die Frucht befallen. Es entstehen um Blüte und Kelch Faulstellen mit unangenehmem Geruch.

Die bekannte Fruchtmonilia tritt auch auf dem Lager auf und verursacht dort die konzentrischen Kreise von Sporenträgern um die Infektionsstelle. Eine andere Form dieses Pilzes ist der "Mohrenkopf", das sind schwarze festfleischige faule Früchte.

'Williams Christ': Bereits Anfang Juli sind schwarze Flecken des Fruchtschorfes zu erkennen. Von ihnen können auf dem Lager weitere, sogenannte Lagerschorfinfektionen und Fäulen ausgehen.
© von Soosten, Rolf
'Williams Christ': Bereits Anfang Juli sind schwarze Flecken des Fruchtschorfes zu erkennen. Von ihnen können auf dem Lager weitere, sogenannte Lagerschorfinfektionen und Fäulen ausgehen.
Unangenehm und selten bei der Einlagerung beachtet ist der Fruchtschorf. Zu den schwarzen Stellen, die bei der Ernte bereits vorhanden waren, können zahlreiche weitere Flecken nach der Einlagerung dazukommen und ein unappetitliches Aussehen verursachen. Gegenmaßnahme wäre eine schorfbekämpfende Spritzung kurz vor der Ernte.

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Bitter- oder Lentizellenfäule im bereits fortgeschrittenen Zustand. Die Mitte der kreisrunden faulen Fläche hellt auf und es erscheinen die Sporenkörper.
Fäulnis am lagernden Obst
Apfel links vorn: erste Veränderungen der Lentizellen, daneben sichtbare runde Befallsstellen mit Bildung des Mittelpunktes und des hellen Hofes. Darüber die sich ausdehnende Fäule. Aufnahmen 18.11.2010, 'Golden Delicious' Halbstamm, im Kleingarten vor hohen Buchen stehend.
Bitterfäule: Gloeosporium-Fäule
Im Herbst aufbrechende Krebswunde.
Kranke oder tote Äste in den Obstbäumen

Schlagworte dieser Seite:

Bitterfäule, Fruchtmonilia, Fruchtschorf, Lagerobst, Obstbaumkrebs

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