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Schwer bekämpfbare Unkräuter

© Böker

Juli 2007 Es gibt sowohl im Hausgarten als auch im Erwerbsobstbau Situationen, in denen man mit herkömmlichen Mitteln nicht auskommt. Beispielsweise bei der Übernahme eines neuen Gartens oder wenn vom Nachbarn ungebetene Kräuter eindringen.


Hier ist der Giersch bald nach dem Austrieb mit „Banvel M“ behandelt worden. Eine Wirkung ist sichtbar, jedoch noch nicht ausreichend. Eine Nachbehandlung wäre sinnvoll.
© von Soosten, Rolf
Hier ist der Giersch bald nach dem Austrieb mit „Banvel M“ behandelt worden. Eine Wirkung ist sichtbar, jedoch noch nicht ausreichend. Eine Nachbehandlung wäre sinnvoll.
Ein schwer bekämpfbares Unkraut ist der Giersch oder Geißfuß (Aegopodium), der mit seinen unterirdisch verlaufenden Ausläufern hartnäckig Wege und Plattenbeläge unterwandert. Dabei bricht in Abständen der Boden auf und aus einem Knoten entwickelt sich ein neues Blattbüschel, von dem aus weitere Ausläufer wandern. Selbst dort, wo anderen Pflanzen das Licht zu knapp ist, entwickelt er sich üppig. Blüten entstehen doldenartig an mehrjährigen Pflanzen. An Standorten mit mehrjährigen Beständen ist der Boden so verfilzt, dass der Spaten kaum Chancen hat durchzukommen.

Die allseits bekannte Quecke hat ähnliche Eigenschaften, obwohl sie zu den Gräsern gehört. Auch sie ist als mehrjährige Pflanzen in der Lage, den Boden für andere Pflanzen unbesiedelbar zu machen. Sie hat zudem noch die Eigenschaft, beim Zersetzen ihrer Feinwurzeln einen Stoff zu hinterlassen, der für Wurzeln anderer Pflanzen toxisch ist.

Der weiß-hellviolette Teil des Kriechenden Hahnenfußes sitzt im Boden und wird beim Hacken selten ausreichend unterschnitten.
© von Soosten, Rolf
Der weiß-hellviolette Teil des Kriechenden Hahnenfußes sitzt im Boden und wird beim Hacken selten ausreichend unterschnitten.
Ein weiterer Vertreter dieser unbeliebten Unkräuter ist der Kriechende Hahnenfuß. Seine Ausläufer wandern oberirdisch. Was ihn so schwer bekämpfbar macht ist der relativ tief liegende Vegetationspunkt, das Herz der Pflanze. Beim üblichen Hacken beseitigt man nur die Blätter, aber aus seinem kräftigen Zentrum treibt er schnell wieder durch.

Der Ackerschachtelhalm ist mehr lästig als schädigend. Sein Wurzelwerk wandert tief im Boden und bedeutet nur selten einen Konkurrenz für Obstbäume, wohl aber für Erdbeeren. Über seine Bekämpfung ist schon viel geschrieben und viel versucht worden, doch alles mit bescheidenem Erfolg. Seine oberirdischen Teile sind gefurcht und durch siliciumhaltige Zellen geschützt. Sie verhindern das Eindringen von Blattherbiziden, was sie so schwer bekämpfbar macht. Diesen mechanischen Schutz machten sich unsere Vorfahren zunutze, wenn sie den getrockneten Schachtelhalm zum Putzen der Zinngegenstände benutzten. Daher der andere deutsche Name "Zinnkraut".

nach obenWelche Möglichkeiten stehen zur Bekämpfung zur Verfügung?

Unsere Eltern und Großeltern sahen in den sogenannten "Hackfrüchten" eine Möglichkeit, Dauerunkräuter kleinzuhalten. Hier liegt der Gedanke zugrunde, die Entwicklung dauernd zu stören. Das gilt auch heute noch, wenn man die Zeit dafür hat. Dabei sollte man die Pflanzenteile heraussuchen damit sie nicht an anderer Stelle wieder anwachsen. Bei geringem Besatz durchaus sinnvoll. Bei Kriechendem Hahnenfuß muss der Vegetationspunkt mitentfernt werden! Tiefer hacken! Schachtelhalm fasst man 2 cm tief im Boden an und zieht ihn heraus. Dabei bekommt man häufig mehr von der schwarzen Wurzel mit als beim Hacken.

Wenn man eine Zeitlang auf die Nutzung der Fläche verzichten kann, belege man sie mit einer lichtundurchlässigen Folie. Aufgeschnittene Säcke von Kulturerde oder Silofolienreste vom Landwirt tun hier beste Dienste. Auf diese Weise bringt der totale Lichtausfall die Pflanze zum Absterben.

Dieses ungewöhnliche Bild zeigt den Austrieb einer Himbeere, die im Vorjahr von einem Glyphosat-Mittel getroffen wurde.
© von Soosten, Rolf
Dieses ungewöhnliche Bild zeigt den Austrieb einer Himbeere, die im Vorjahr von einem Glyphosat-Mittel getroffen wurde.
Der Einsatz chemischer Mittel ist im Hausgarten durch mangelnde Zulassungen begrenzt. In Frage kommen glyphosathaltige Produkte von mehreren Firmen. Dieser Wirkstoff dringt über die grünen Teile (auch grüne Holz- und Wurzelteile) in den Kreislauf der Pflanze ein und bringt die Pflanze von innen heraus zum Absterben. Dieser Mechanismus erscheint im Moment imponierend, ist aber zugleich ein Pferdefuß: Beim Ausbringen dieser Mittel ist peinlich darauf zu achten, dass kein Teil unserer Kulturpflanze benetzt wird. Verwenden Sie eine Düse, die große Tropfen erzeugt. Geringer Druck! Die Abtrifft wird gemindert. Ausläufer der Unterlage, herunterhängende Äste und Triebe am Stamm sind vorher sorgfältig zu beseitigen. Abends spritzen um die thermischen Aufwinde zu umgehen. Die Folgen aus Unachtsamkeiten werden oft erst im nächsten Jahr sichtbar, wie auf einem Foto zu sehen ist. In Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren sollten sie aus Sicherheitsgründen nicht eingesetzt werden. Wenn Obstbäume im Rasen stehen, kann man die Produkte gegen Unkräuter im Rasen einsetzen. Sie enthalten meist ein oder zwei Wuchsstoffe, die sich hervorragend ergänzen (Banvel M). Mit ihnen kann man sehr gut hartnäckige Vertreter beseitigen. Aber auch hier ist Vorsicht höchster Stufe angesagt.

Das besonders gegen Dauergräser wirksame Produkt Kerb Streugranulat ist im Haus- und Kleingarten nicht zugelassen. Es wäre eine gute Ergänzung der Palette.

nach obenInformationen im Netz

Bekanntlich keimen wilde Stiefmütterchen und Kreuzkraut während des ganzen Jahres und sind weitgehend winterfest. Unachtsamkeit kann eine totale lichtraubende Verkrautung verursachen.
Unkräuter in Obstpflanzungen
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Beim Sammeln „bitzeln“ Brennnesseln noch. Waschen und Kochen entschärfen die Brennhaare aber.
Appetit auf Wildpflanzen

Schlagworte dieser Seite:

Ackerschachtelhalm, Geißfuß, Giersch, Glyphosat, Kriechender Hahnenfuß, Quecke, Unkraut

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16. November 2016

Superunkraut

Garten-Dinosaurierer - ausgestorben wegen zu wenig Gehirn im Ernst, wer verwendet heute noch Glyphosat im Garten - schlimm genug das es im großen Stil, krebserregend und hochgefährlich in der industriellen Landwirtschaft verwendet wird. Peinlich wegen eine paar "Unkräutern" im super-sterilen, phantasielose, naturfernen Garten die Mega-Chemie-Keule auszupacken.

ohne worte

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