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Kräuselkrankheit an Pfirsichgehölzen

Schadbild der gefürchteten Kräuselkrankheit, wobei das Blatt oftmals karminrot verfärbt.
© May
Schadbild der gefürchteten Kräuselkrankheit, wobei das Blatt oftmals karminrot verfärbt.

Mai 2000 Wer in seinem Garten Pfirsichbäume besitzt, macht, vor allem wenn gelbfleischige Sorten vorhanden sind, schnell mit der Kräuselkrankheit – der wichtigsten pilzlichen Pfirsicherkrankung – Bekanntschaft und kommt um regelmäßige Bekämpfungsmaßnahmen nicht herum.


nach obenSchadbild

Das Schadbild präsentiert sich bald nach dem Laubaustrieb. Die Blätter sind unnormal, d. h. vielfach gekräuselt, krankhaft verdickt und missgebildet. Je nach Sorte sind sie weißlich-grün oder karminrot verfärbt und sehr brüchig. Auf der Blattoberseite, seltener darunter, wird ein samtartiger Flaum sichtbar. Einige Wochen nach dem Austrieb fällt das vertrocknete Laub ab.

Geschieht nichts, können die befallenen Bäume völlig verkahlen, so dass die Jungfrüchte abgestoßen werden und die Ernte im betreffenden Jahr ausbleibt. Nach dem Laubfall erfolgt ein Neuaustrieb (Johannistrieb), der von der Kankheit allerdings nicht mehr heimgesucht wird. Die Gründe hierfür sind unbekannt. Dennoch fällt der Blütenknospenansatz, aufgrund der Schwächung des Baumes, für das Folgejahr aus! Feuchte Witterung zur Austriebszeit verstärkt den Befall.

nach obenBiologie

Der Pilz überwintert in Form eines zarten Geflechtes auf Knospenschuppen sowie auf der Rinde. Im Frühjahr entwickeln sich Sprosszellen, die mit Hilfe des Regens auf die sich öffnenden Knospen gelangen. Ein feiner Keimschlauch durchdringt das Blattgewebe und verursacht die beschriebenen Wucherungen.

Der später auf dem Laub sichtbare weiße Belag besteht aus schlauchartigen Organen, in denen sich Sporen entwickeln. Ende Mai werden diese ausgestoßen und verbreiten sich durch Wind auf gesunde Triebe. Sie keimen dort aus und bilden die angeführten Überwinterungsformen.

nach obenBekämpfung

Hier sind zwei Wege möglich:
  1. Mechanische Maßnahmen
  2. Chemische Maßnahmen

Mechanische Maßnahmen

Alle befallenen Triebe sind schnellstens bis ins gesunde Holz zurückzunehmen; die abgeschnittenen Zweige sind tief zu vergraben. Meist reicht die mechanische Maßnahme allein nicht aus, um Herr über die Krankhit zu werden, besonders negativ wirken sich feuchte Jahre aus.

Chemische Maßnahmen

Bei starkem Befall können kurz vor Knospenaufbruch sowie während des Austriebes weitere Behandlungen (Gebrauchsanweisung beachten) notwendig werden. Als wirksame Bekämpfungsmittel sind Euparen G-Bay oder Delan SC 750 CYD geeignet. Das letztgenannte Präparat ist nützlingsschonend.

Werden die Bäume jährlich sorgfältig geschnitten, d. h. gut ausgelichtet, sinkt der Infektionsdruck aufgrund des schnellen Abtrocknens der Kronen, so dass die Gehölze unter Zuhilfenahme der empfohlenen Maßnahmen gesund gehalten werden können.

Reaktion auf Pflanzenschnitt
Der Schnitt junger Pfirsichbäume
Die typischen blasenartigen Wölbungen durch den Befall durch die Kräuselkrankheit.
Kräuselkrankheit beim Pfirsich
Befall durch Valsa, verursacht durch Nichtharmonieren der Veredlungspartner. Hier sind die weißen Poren während einer Trockenperiode zu erkennen, aus denen bei ausreichender Feuchtigkeit die Sporen herausquellen.
Valsa oder Krötenkrautkrankheit

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Kräuselkrankheit, Pfirsich, Pfirsichbaum, Pflanzenschutz

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