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Stachelbeeren schneiden

April 2007 Die Stachelbeere gehört sicher zu den weniger bedeutenden Obstarten. Betrachtet man aber den Markt, so ist das Angebot zeitlich sehr begrenzt und häufig auch klein. Das beruht auf der relativ geringen Flächenleistung im Erwerbsobstbau und an dem sehr hohen Arbeitsaufwand der Ernte. Um so interessanter kann sie für den Hausgarten sein, um die Vielfalt in der Küche zu vergrößern.


Besondere Ansprüchen an den Boden stellt sie nicht, doch blüht sie sehr früh. Daher kommt es im Sinne der Ertragssicherheit darauf an, einen spätfrostsicheren Platz zu finden. Ein anderes Problem ist die Anfälligkeit für den Amerikanischen Stachelbeermehltau. Dieser Pilz befällt nicht nur die Blätter, sondern kann die Früchte bis zur Unkenntlichkeit deformieren. Eine wesentliche Bekämpfungsmaßnahme ist der regelmäßige Schnitt bis ins gesunde Holz im zeitigen Frühjahr.

Viele der angebotenen Sorten müssen als kleinfrüchtig betrachtet werden. Dazu gehört die wegen ihrer Frühzeitigkeit beliebte 'Hönnings Frühe'. Mit intensivem Schnitt kann man dieser Eigenschaft etwas gegensteuern. Die Ernte verlangt Mut. Dichte Büsche oder Stämmchen erhalten daher einen regelmäßigen Schnitt. Dieser muss auch dazu führen, dass eine ständige Verjüngung des Holzes erzwungen wird. Gerade Stämmchen neigen aufgrund der Entfernung zwischen Krone und Wurzel zu kurzen Trieben.

nach obenZum Schnitt der Sträucher

An dieser Krone wird es außer Einkürzen nicht viel zu tun geben.
© von Soosten, Rolf
An dieser Krone wird es außer Einkürzen nicht viel zu tun geben.
Hier liegt der Fehler im Anbinden der Krone: Da die Jungtriebe stets zum Licht wachsen, der Kopf aber schräg angebunden wurde, musste sich zwangsläufig dieses Bild ergeben. Ein Teil der Jungtriebe links und die zwei alten in der Mitte werden entfernt. Ein Jahr später wird von diesem Misstand nichts mehr zu erkennen sein.
© von Soosten, Rolf
Hier liegt der Fehler im Anbinden der Krone: Da die Jungtriebe stets zum Licht wachsen, der Kopf aber schräg angebunden wurde, musste sich zwangsläufig dieses Bild ergeben. Ein Teil der Jungtriebe links und die zwei alten in der Mitte werden entfernt. Ein Jahr später wird von diesem Misstand nichts mehr zu erkennen sein.
Ein Strauch sollte an seiner Basis etwa fünf kräftige Triebe haben. Sind es mehr, so besteht die Gefahr, dass zu wenig Licht an den Strauchgrund kommt und die zur Verjüngung notwendigen neuen Triebe sich wegen Lichtmangel nicht entwickeln können. Wenn einer dieser Gerüsttriebe ein durchschnittliches Lebensalter von sechs Jahren hat, muss jährlich der älteste entfernt und ein neuer nachgezogen werden. Sonst besteht die Gefahr der Überalterung.

Hier fällt die asymetrische Krone auf. Das ist nicht bedenklich, doch ergeben gleichmäßige Kronen eine bessere Gewichtsverteilung. Im rechten Teil überwiegt aber das alte Holz, das unbedingt ausgelichtet werden sollte. Auch über dem Stamm fällt überaltertes Holz auf.
© von Soosten, Rolf
Hier fällt die asymetrische Krone auf. Das ist nicht bedenklich, doch ergeben gleichmäßige Kronen eine bessere Gewichtsverteilung. Im rechten Teil überwiegt aber das alte Holz, das unbedingt ausgelichtet werden sollte. Auch über dem Stamm fällt überaltertes Holz auf.
In diesem Falle überwiegt eindeutig das alte Holz. Hier wird man alle Triebe stark zurückschneiden, um ein kräftiges Wachstum zu erzeugen. Im Folgejahr hat die Krone viel junges Holz zum Aufbau einer wunschgemäßen Krone.
© von Soosten, Rolf
In diesem Falle überwiegt eindeutig das alte Holz. Hier wird man alle Triebe stark zurückschneiden, um ein kräftiges Wachstum zu erzeugen. Im Folgejahr hat die Krone viel junges Holz zum Aufbau einer wunschgemäßen Krone.
Folgt man einem solchen "Gerüstast" nach oben, wird man die Seitentriebe auf eine begrenzte Augenzahl einkürzen. Hier entscheidet der Besitzer, ob er mehr Menge oder mehr Qualität haben will. Belässt man zwei bis drei Augen, so wird man ein gutes Mittelmaß erreichen. Bei diesem Schnitt – wenn er konsequent durchgeführt wird – schneidet man alle vom Mehltau befallenen Triebspitzen weg und die Gefahr der neuen Infektion wird reduziert. Im Laufe des Sommers reagiert der Strauch auf diesen Schnitt mit vielen Bodentrieben. Hiervon lässt man ein oder zwei gute kräftige zur Verjüngung stehen. Überflüssige kann man im noch grünen Stadium gut von Hand herausreißen.

nach obenHeckenschnitt

Diese dreitriebige Hecke treibt viele Bodentriebe, von denen ein oder zwei zur Verjüngung bleiben. Alles andere wird in dieser Phase entfernt um die Kraft in der Krone zu nutzen.
© von Soosten, Rolf
Diese dreitriebige Hecke treibt viele Bodentriebe, von denen ein oder zwei zur Verjüngung bleiben. Alles andere wird in dieser Phase entfernt um die Kraft in der Krone zu nutzen.
Diese eintriebig gezogene Hecke befindet sich in einem guten Gleichgewicht zwischen Trieb und Frucht. Es bleiben nur gesunde Seitentriebe, die je nach Ziel mehr oder weniger stark eingekürzt werden.
© von Soosten, Rolf
Diese eintriebig gezogene Hecke befindet sich in einem guten Gleichgewicht zwischen Trieb und Frucht. Es bleiben nur gesunde Seitentriebe, die je nach Ziel mehr oder weniger stark eingekürzt werden.
Bei einer Hecke bleiben nur zwei oder drei Gerüstäste stehen. Das Seitenholz geht im Idealfall im rechten Winkel vom Draht ab. Bei der Hecke darf es länger bleiben, sollte jedoch keine weiteren Verzweigungen haben. Ziel der Hecke ist besonders gut belichtete Früchte zu ernten. Daher heißt es hier "lang und schlank"!

Die Gerüstäste der Hecken werden oft älter als bei Sträuchern, aber auch sie werden ausgewechselt. Man vermeide unnötige Beschädigungen im unteren Teil der Gerüsttriebe. Leider gehen gelegentlich holzzerstörende Pilze in offene Wunden und der Ausfall eines Triebes in der Hecke wiegt schwerer als in einem Strauch. Will man die Hecke hoch haben, sorge man dafür, dass die oberen 30 cm keine Seitenverzweigungen haben. Nur dann kommt in der Terminale (Endknospe) genügend Saft zum starken Wuchs an. Beachtet man dies nicht, wird man viele Früchte und sehr bald eine herabhängende Spitze haben, die nicht länger werden kann.

Stachelbeerstämmchen, egal, ob sie auf eigenem Holz oder veredelt auf Gelber Johannisbeere stehen, bleiben stets kleiner in der Krone. Um sie locker zu gestalten, ist viel Kleinarbeit notwendig. Das Seitenholz wird auf zwei Augen zurückgeschnitten. Dadurch erreichen wir einen stärkeren Zuwachs und können so den Umfang der Krone vergrößern. Es ist darauf zu achten, dass die dunkelrindigen alten Zweige von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden. Altes Holz bringt zwar viele, aber junges Holz die besseren Früchte.

nach obenWann aber schneidet man Stachelbeeren?

Hat man den Eindruck, dass das Gröbste des Winters vorbei ist, sollte man mit dem Schnitt beginnen. Das kann in der zweiten Februarhälfte oder aber erst im März sein. Ganz wichtig ist die Witterung während und bald nach dem Schnitt: Die frischen Schnittflächen sind offene Wunden, in die Sporen der holzzerstörenden Pilze eindringen. Hier sei der allgegenwärtige Rotpustelpilz, ein naher Verwandter des Obstbaumkrebses, genannt.

Interessanterweise kann auch der Fruchtfäule erzeugende Pilz Botrytis am Holz der Ribes-Arten leben und sie zerstören. Außer ihnen gibt es mehrere weitere Arten, die nur über frische Wunden infizieren. Ein gewisser Schutz entsteht durch das Abtrocknen der Schnittwunden.

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