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Probleme durch Nadelgehölze

März 2007 Liebe Verbands-Mitglieder, in Familienheim und Garten (12/06) wurden Ihnen in einem Artikel Nadelbäume für größere Gartenflächen vorgestellt. Den Verlag erreichten daraufhin Anfragen von Mitgliedern, sich auch mit der Problematik dieser leider viel zu häufig gepflanzten Pflanzengruppe zu befassen.


Zwei Bereiche sind hier besonders anzusprechen: einerseits die Auswirkungen der Nadelgehölze auf Obstgehölze, andererseits die Streitigkeiten, die im Bereich Nachbarrecht entstehen können. Dass es dabei auch Überschneidungen gibt, ist selbstredend.

Birnengitterrost am Wacholder (Blattoberseite)
© Breidbach, Martin
Birnengitterrost am Wacholder (Blattoberseite)
Birnengitterrost am Wacholder (Blattunterseite)
© Breidbach, Martin
Birnengitterrost am Wacholder (Blattunterseite)
Birnengitterrost an der Birne
© Breidbach, Martin
Birnengitterrost an der Birne

Bei den Auswirkungen auf Obstgehölze ist an erster Stelle der auch in FuG schon oftmals beschriebene Birnengitterrost zu nennen. Dieser Pilz befällt, wie der Name eindeutig sagt, praktisch alle Birnensorten. Für seine Entwicklung benötigt er zwei Wirte. Neben der Birne als Sommerwirt sind dies hauptsächlich der Sadebaum sowie andere Zierwacholder (keine Thuja usw.) für die Überwinterung. Da aus pflanzenschutzrechtlicher Sicht eine direkte Bekämpfung nicht erlaubt ist, bliebe fast nur eine Verbannung dieser Pflanzengruppe aus den Gärten übrig. Allerdings hat auch der Wacholder (es gibt auch Wacholder-Arten, die kein Zwischenwirt sind) beispielsweise in Heidegärten durchaus seine Berechtigung, sodass hier die Interessen der Nutzgartenbetreiber mit denen der Ziergartenliebhaber so manches Mal heftig miteinander kollidieren.

Ein weiterer Pilz mit Wirtswechsel ist der Säulenrost der Johannisbeere bzw. Kiefernblasenrost. Auch dieser Pilz bildet auf den Blättern gelb-braune Flecken, die Blätter fallen vorzeitig ab. Eine schlechte Knospenbildung und in der Folge geringere Erträge sowie eine allgemeine Schwächung der Pflanze sind die Auswirkungen eines Befalls. Eine Überwinterung findet auf fünfnadeligen Kiefern, z. B. der Weymouthkiefer, statt. Wie beim Birnengitterrost ist eine chemische Bekämpfung nicht zulässig.

Bei obigen Erkrankungen erfolgt die Übertragung durch Wind und Insekten, z. T. auch über eine Entfernung von über 500 m hinweg. Da es aber für beide Pflanzengruppen Liebhaber in den Siedlergärten gibt, werden sich die Fachberater noch viele Jahre mit dieser Problematik befassen können.

Beschädigung durch Grenzbepflanzung nicht ausgeschlossen.
© Breidbach, Martin
Beschädigung durch Grenzbepflanzung nicht ausgeschlossen.
Wuchsbeeinträchtigung durch Überhang und Wurzeln.
© Breidbach, Martin
Wuchsbeeinträchtigung durch Überhang und Wurzeln.
Große Nadelbäume geben allerdings auch oftmals Anlass zu Nachbarstreitigkeiten. Gerade die Bäume, die meist aus Unwissenheit zu dicht an die Grenze gepflanzt wurden, treiben den betroffenen Nachbar fast in den Wahnsinn. Nadeln auf Dächern und verstopfte Regenrinnen/Fallrohre, Überhang bis zu 5 m und mehr, Schattenwurf bis weit in das Grundstück und auch in die Wohnräume oder auch das Anheben von Mauern und Wegen im Grenzbereich: die Liste der Streitfälle ließe sich noch weiter fortführen. Ein Blick in die Nachbarrechtsgesetze der einzelnen Bundesländer würde so manchen Streit erst gar nicht entstehen lassen. Eins sei aber auch noch gesagt: solche Probleme können z. T. auch durch Laubgehölze entstehen. Allerdings ist die Toleranz gegenüber den Nadelgehölzen vor allem im Winter erheblich geringer als bei den laubabwerfenden "Verwandten".

Dass es darüber hinaus zu weiteren Problemen, auch im eigenen Garten kommen kann, soll hier nur kurz erwähnt werden. Dazu zählen die Nadeln im Gemüse – hier besonders beliebt bei Feldsalat und Endivien – aber auch der Nährstoffentzug quer durch alle Beete und Rasenflächen durch das oftmals sehr weit verzweigte Wurzelsystem.

Eine sorgfältige Planung kann v. a. bei den größeren Exemplaren vor manch böser Überraschung nach einigen Jahren schützen. Denn auch die Nadelgehölze haben durchaus ihre Berechtigung im Garten. Viele Vögel tummeln sich in der kalten Jahreszeit in dem schützenden Nadelwerk und auch der Garten profitiert in dieser Zeit von den vielen Farb- und Formvarianten.

Ihr Bundesgartenfachberater
Martin Breidbach

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Birnengitterrost, Kiefernblasenrost, Nadelgehölz, Säulenrost

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