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Eingebürgerte Wohngefährten und ihre Verwandten

Februar 2007 Der schwedische Naturforscher Carl von Linné (1707 – 1778) hat die gesamte Pflanzenwelt in eine Ordnung, ein System eingebracht, um der Nachwelt eine Übersicht in das Wissensgebiet der Botanik zu ermöglichen. Dieser Beitrag hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Aronstabgewächse (Araceae) und ihren Verwandtschaftsclan, näher kennenzulernen. Die beginnende Frühlingszeit ist dazu angetan, sich mit den Wildpflanzen unserer Heimat eingehender zu beschäftigen; nämlich ihre Standortverhältnisse, Kulturansprüche, vor allem ihre Merkmale vor Ort wahrzunehmen.


nach obenStammpflanze: der Aronstab (Arum maculatum)

Die Wildpflanze ist in unserer Region unter ihrem o. g. Familiennamen bekannt. Gekennzeichnet ist das Knollengewächs mit einem unterirdischen, stärkereichen Inhalt, außerdem durch die gefleckten Blätter und den langgestielten, ebenfalls befleckten Stengel. Die Höhe beträgt 20 bis 50 cm. Ein typisches Merkmal der gesamten Familie ist das bleichweiße Hochblatt (Spatha), das leicht als Blüte aufgefasst wird.

Ein weiteres bezeichnendes Erkennungsmerkmal ist der typische Kolben, der weit aus der Spatha hervortritt und sich nach unten bauchig verdickt. Noch vor hundert Jahren war man der Ansicht, es wäre eine tierfangende Pflanze. Es wurde aber festgestellt, dass die durch den unangenehmen Geruch der Wildpflanze angelockten Insekten zwar in die Blüte krabbeln oder fallen, diese "Gleitfallenblume" dann aber wieder wie ein Gefängnis lebendig verlassen. Eine echte tierverdauende Wildpflanze ist dagegen der Sonnentau (Drosera), der bis auf den harten Chitinpanzer das Insekt verdaut. Man bezeichnet die Gruppe als "Carnivore", leider häufig auch fleischfressende Pflanzen im wahrsten Sinn des Wortes.

Vorkommen

Der Aronstab hier bewohnt feuchte Buchenlaubwälder, in denen er oft in großer Zahl auftritt.

nach obenÜbersicht – geeignete Verwandte – Verwendung

Die Aronstabgewächse mit ihren rund 2.000 Arten haben ihr Hauptverbreitungsgebiet in den Tropen, nur wenige in den gemäßigten Zonen. Einige der Tropenbewohner haben sich im Laufe der Jahre als wertvolle Zimmerpflanzen etabliert und erfüllen ihre Aufgabe zur Gestaltung eines harmonischen Innenraums. Auch farblich ansprechende Freilandpflanzen können zur Belebung des Gartens beitragen. Die nachstehend aufgelistete kleine Auswahl von Aronstabgewächsen stellt eine Vielzahl von Gattungen vor, die in ihrer Schönheit zur Pflanzenkunde beitragen.

Flamingoblume (Anthurium-Arten)

Flamingoblume
© von Esebeck, Heribert
Flamingoblume
Anhaltende Blühwilligkeit zeichnet die in den Tropen Amerikas beheimatete Schmuckpflanze aus. Durch Kreuzungen sind einige erlesene Züchtungen entstanden. Weitere Namen sind "Teufelszunge" oder "Schweineschwänzchen". Der Name bezieht sich auf die Drehung des Kolbens. Anthurium andraeanum entwickelt einen geraden Kolben, Anthurium scherzerianum einen spiralig-gedrehten. Ihr allgemeiner Name erinnert an die bekannten Stelzvögel, die sich in Europa im Rhone-Delta in der Camargue angesiedelt haben. Natürlicher Standort ist der Schatten des Regenwaldes bei hohen Temperaturen. In Kultur verlangen sie Zimmertemperatur von 18 bis 20 °C. Feucht halten, öfter besprühen! Beliebte, attraktive Schnittblume.

Zimmerkalla (Zantedeschia aetiopica)

Zimmerkalla
© von Esebeck, Heribert
Zimmerkalla
Gelbe Zimmerkalla
© von Esebeck, Heribert
Gelbe Zimmerkalla
Wildstandort in den Sumpfgebieten Südafrikas, Kapland. Blüht bei uns in den Wintermonaten. Danach beginnt die Ruhezeit von zwei bis drei Monaten. Sie verliert ihre Blätter. Jetzt Jungpflanzen abtrennen! Hübsche Dekorationsblume für anspruchsvolle Gestecke, sehr gefällig die gelbblütige Zantedeschia elliottiana.

Fensterpflanze (Monstera deliciosa), Tongapflanze

Fensterblatt
© von Esebeck, Heribert
Fensterblatt
Efeutute
© von Esebeck, Heribert
Efeutute
Die Kletterpflanze mit den typischen Luftwurzeln und durchlöcherten Blättern ist Bestandteil vieler Wohnungen. Die schnurartigen Wurzeln sind zu belassen und erinnern an ihre Heimat. Regelmäßig gießen, aber sparsam, um Wurzelfäulnis zu vermeiden.

Ein zierlicher Kletterer die Tongapflanze (Epipremnum aureum). Rankhilfen sind erforderlich. Zimmertemperatur.

Dieffenbachie (Dieffenbachia seguine)

Dieffenbachie
© von Esebeck, Heribert
Dieffenbachie
Wegen ihrer gefärbten Blätter wurde sie zu einem der beliebtesten Pfleglinge. Nicht zu sonnig stellen, Pflanzenteile gifthaltig! Viele Formen mit prächtigen Blattzeichnungen. Seit 1870 in Kultur.

Buntblatt (Caladiurn bicolor)

Buntblatt
© von Esebeck, Heribert
Buntblatt
Kommt aus dem tropischen Amerika mit genießbarer Knolle. Nur erwähnenswert wegen ihrer farbenreichen Blätter. Schaupflanze botanischer Gärten. Viele Zuchtformen. Buntblatt benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Amorphophallus bulbifer

Amorphophallus
© von Esebeck, Heribert
Amorphophallus
Ein gebräuchlicher deutscher Name ist nicht bekannt. Imposantes Knollengewächs aus Indien mit rosa angehauchtem Hochblatt. Nur in Schaugärten anzutreffen. Originelles Aussehen.

Gelbe Scheinkalla (Lysichiton americanurn)

Gelbe Scheinkalla
© von Esebeck, Heribert
Gelbe Scheinkalla
Sumpfstaude Ostasiens/Nordamerikas, bis 30 cm hoch, Blüte April/Mai, eigenartiges Aussehen, Lysichiton camtschatcensis, weißblütig. Boden feucht bis leicht überflutet.

Vertikalbild im Wohnbereich.
Von der Fensterbank zur Innenraumbegrünung
Flamingoblume
Pflanzen, die verborgen blühen
Grüne Christrose
Echte Hinkucker - Hochblätter und "falsche" Blüten

Schlagworte dieser Seite:

Amorphophallus bulbifer, Aronstab, Buntblatt, Dieffenbachie, Flamingoblume, Gelbe Scheinkalla, Tongapflanze, Zimmerkalla, Zimmerpflanze

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