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Obstbäume im Winter

Dezember 2006 Gelegentlich neigt der Hausgartenbesitzer dazu, nach der Obsternte ohne Übergang die Winterruhe einkehren zu lassen. Rein vom Gefühl her mag das richtig sein. Aber das Gewissen fordert mehr: Ist da nicht jetzt der Zeitpunkt der Bodenanalyse?


Jetzt im ausgehenden Jahr gibt sie Aufschluss über den pH-Wert des Bodens, über die Kali- und Magnesiumversorgung und ebenfalls über die Situation der Phosphorsäure. Je nach Bodenart können im Winter vorteilhaft andere Kalkarten als während der Vegetation eingesetzt werden. Als Beispiel seien die Thomas-, Hütten- und Konverterkalke genannt. Sind größere Nährstoffgaben zu erwarten, sollte man, um hohe Salzgaben zu verhindern, schon jetzt die Kalidünger ausbringen. Besonders bei den phosphorsäurehaltigen Mitteln wissen wir über die lange Dauer der Umwandlung in die pflanzenaufnehmbare Form. Bei der Düngung der Grundnährstoffe sind kleine aber mehrfache Gaben vorteilhaft, weil der Boden nicht immer in der Lage ist, alle angebotenen Nährstoffe aufzunehmen. So verhindert man unnötige Auswaschung.

Unter den Obstbäumen werden keine Dauerunkräuter oder Strohmulch geduldet, Mäuse sind die unweigerliche Folge. Andere Humusgaben sind jedoch sinnvoll.
© von Soosten, Rolf
Unter den Obstbäumen werden keine Dauerunkräuter oder Strohmulch geduldet, Mäuse sind die unweigerliche Folge. Andere Humusgaben sind jedoch sinnvoll.
Sinnvoll kann auch die Ausbringung von Kompost oder gut verrottetem Stallmist in den Herbst- und Wintermonaten sein. Beim Kompost herrscht immer noch die Meinung, ihn vor dem Verteilen sieben zu müssen. Grober Kompost hat den Vorteil, dass verholzte Teile die Belüftung des Bodens fördern. Ebenso wird die düngende Wirkung oft überschätzt. Sicher sind die Nährstoffe enthalten, aber es dauert lange bis sie freigesetzt werden. Selbst beim Stallmist gilt die Faustzahl von im ersten und zweiten Jahr je rund 40 % und im dritten Jahr noch 20 % der Freisetzung.

Nicht empfehlenswert ist dagegen das Mulchen mit Stroh. Es zieht geradezu die Feld- und Wühlmäuse an. Eng verbunden mit der Ausbringung von Kompost und Stalldüngern ist die Frage der Bodenbearbeitung im Winter. Hier gibt es sowohl Argumente für das eine als auch für das andere. Wenn eingearbeitet wird, soll dies ganz flach geschehen um das feine flachverlaufende Wurzelwerk nicht zu schädigen. Bis zur Blüte soll sich der Boden wieder gesetzt haben, denn ein lockerer Boden fördert die Blütenfrostgefahr.

Über einen dichten winterlichen Bodenbewuchs freuen sich die Wühlmäuse! Lockeres Laub ist sicher nicht von Nachteil, aber das Laub anderer Bäume und Rasenmahd sind problematisch.

nach obenEs gibt noch reichlich zu tun

Der allgegenwärtige Obstbaumkrebs sollte beseitigt werden, bevor sich aus den rotbraunen Pusteln die Sporen verbreiten.
© von Soosten, Rolf
Der allgegenwärtige Obstbaumkrebs sollte beseitigt werden, bevor sich aus den rotbraunen Pusteln die Sporen verbreiten.
Die Baumpfähle und die Bindungen sind zu kontrollieren, denn bekanntlich bringen uns Herbst und Winter Stürme.

Frostrisse treten meist auf der Südseite der Stämme auf und können den ganzen Stamm schädigen. Dieser Jungbaum wird sich schnell erholen, ältere Bäume leiden oft jahrelang unter den Folgen.
© von Soosten, Rolf
Frostrisse treten meist auf der Südseite der Stämme auf und können den ganzen Stamm schädigen. Dieser Jungbaum wird sich schnell erholen, ältere Bäume leiden oft jahrelang unter den Folgen.
Und wann kann man mit dem Baumschnitt beginnen? Je größer die Bäume um so eher, so sagt man im Erwerbsobstbau. Hier sind die Baumformen auf den stärker wachsenden Unterlagen gemeint. Dicke Äste sollte man zuerst heraussägen und diese über den Winter liegen lassen. Besonders wenn Hase und Kaninchen in der Umgebung sind. Anstatt sich an den Jungbäumen zu ergötzen, nehmen sie gern die Rinde und Knospen der abgeschnittenen Äste, weil sie jünger sind.

Äste mit Krankheitssymptomen (Krebsstellen) werden herausgeschnitten und dem Stadtmüll zugeführt. Dies dient zur Minderung der Infektion neuer Wunden!

Moderne Bäume auf schwachwachsenden Wurzeln sollte man ab Mitte März schneiden. Bei früh geschnittenen Bäumen, besonders bei den Angehörigen der Coxgruppe ('Cox Orange', 'Holsteiner Cox' u. a.) und beim 'Boskoop' besteht die Gefahr des Aufreißens der Stämme. Dies sind vermeidbare große Wunden. Schon während des Winters wird der aufmerksame Beobachter erkennen, welche Überwinterungsstadien von Schädlingen im Geäst sitzen, das Maß abschätzen und sich Gedanken über Gegenmaßnahmen machen.

Eigelege der Obstbaumspinnmilben, der Blattläuse, des Apfelblattsaugers, des Frostspanners und die interessant abgelegten Eiketten des Ringelspinners lassen bei genauem Betrachten Interesse an der Biologie dieser Tiere aufkommen. Ebenso die Schilde der Schildläuse, unter denen je nach Art halberwachsene Tier oder Eier überwintern.

Wir sollten auch nicht vergessen, dem Boden Aufmerksamkeit zu schenken. Er will gepflegt sein, wenn er die an ihn gestellten Erwartungen erfüllen soll. Wird ihm die zur Gesunderhaltung notwendige organische Masse zugeführt? Wie ist es um seine Struktur bestellt? Wird er belüftet? Findet man jetzt im Herbst die kleinen Krümelhäufchen der Regenwürmer? Solche Beobachtungen können jetzt zu Hinweisen führen, denen man im kommenden Frühjahr nachgehen kann.

Herbstlaub schützt den Boden. Ein Kompost-Beschleuniger (Radivit, Neudorff) fördert den Umbau in Nährstoffe bis zum Frühling.
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Boden, Bodenanalyse, Boskoop, Cox Orange, Düngung, Holsteiner Cox, Mulch, Obstbaumkrebs, Obstbaumschnitt

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