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Winterschutz für Erdbeeren

November 2006 Denkt man an Winterschutz, so muss das nicht unbedingt mit Abdecken von Flächen zusammenhängen. Schäden an Obstgehölzen und Erdbeeren kommen häufig von unten, von den Wühl- oder Schermäusen. Es hilft nicht viel, sich darauf zu berufen, man habe keine. Die Wühlmäuse gehen, wenn sie erwachsen sind, auf Wanderschaft um sich neue Lebensräume zu suchen. Migration nennt es der Fachmann. Dabei überwinden sie beachtliche Entfernungen, auch oberirdisch.


Nur noch ein paar klägliche Reste sind nach dem Winter übriggeblieben.
© von Soosten, Rolf
Nur noch ein paar klägliche Reste sind nach dem Winter übriggeblieben.
Und dieses Loch beweist, wer den Schaden verursacht hat.
© von Soosten, Rolf
Und dieses Loch beweist, wer den Schaden verursacht hat.
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© von Soosten, Rolf
Wühlmaus
Bemerkt man sehr lockeren Boden unter den Wurzeln von Erdbeeren, sollte man zuerst einmal feststellen, ob es sich um Wühlmäuse oder vielleicht um den Maulwurf handelt. Findet man Fraßstellen an den Wurzeln und verschleppte Pflanzenteile, kann man davon ausgehen, dass es sich um die Wühlmaus handelt. Die Wühlmaus ist ein Pflanzenfresser, der Maulwurf dagegen hat es auf die Wurzelschädlinge abgesehen. Er ist Fleischfresser und ist deswegen eher als ein Helfer anzusehen.

Ist bereits ein Schaden in der Umgebung bekannt, sollte im Herbst die Bekämpfung mit Fallen beginnen. Dabei berücksichtige man strikt die Gebrauchsanweisungen. Die Fallen sind allgemein sehr gut – die Fehler werden beim Aufstellen gemacht. Unbedingt die ältesten Handschuhe oder Einmal-Handschuhe tragen! Der Geruch des Menschen scheint sie zur Abkehr zu veranlassen.

Handelt es sich um größere freie Flächen, kann das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel sinnvoll sein. Mit sehr viel Skepsis ist diese Empfehlung vor vielen Jahren aufgenommen worden. Doch der Erfolg – zu erkennen am Kot unter den Sitzstangen – spricht für sich.

In schneereichen Wintern kann das Erstaunen im Frühjahr groß sein, denn nicht nur Erdbeeren werden von diesen Nagern angenommen, sondern auch Blumenzwiebeln, Wurzeln fast aller Obstbäume und Stauden stehen auf deren Speiseplan. Besonders gern wandern sie von Weiden und wasserführenden Bächen heran. Dabei sollen sie sich auch der Röhren von Maulwürfen bedienen.

Das Aufsuchen von Gängen erleichtert ein Suchstab: Ein etwa 80 cm langer Stahl- oder Eisenstab, an dessen Spitze eine Verdickung angeschweißt ist. Sticht man damit im Boden durch einen Gang, verliert sich für einen Moment der Widerstand, als steche man in ein Loch. So aufgespürte Gänge kontrolliere man auf ihre Bewohner. Dazu öffne man den Gang für ein paar Tage. Wird er von einer Seite zugeschoben, handelt es sich um eine Wühlmaus, die ihren Gang gegen Zugluft schützt. Maulwürfe sind in der Bundesrepublik geschützt und dürfen nicht getötet werden. Sie leisten große Hilfe bei der Beseitigung von Käferlarven und anderen Bodenschädlingen.

Zum Fangen der Wühlmaus gibt es mehr als ein Dutzend unterschiedliche Fallen. Welche die bessere ist, kann man schlecht sagen. Die Art des Aufstellens ist für das Ergebnis entscheidender. Die Kosten solcher Fallen liegen zwischen 3 und 12 €. Die meist teureren chemischen Produkte sind dem Erwerbsanbau vorbehalten.

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Erdbeere, Maulwurf, Schermaus, Wühlmaus
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