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Unkräuter in Obstpflanzungen

November 2006 Das Problem unerwünschter Kräuter im Garten ist so alt wie der Garten selbst. Es hat Generationen gegeben, die keine Unkräuter duldeten. Mittlerweile wird doch einiges ganz anders gesehen. Die Toleranz ist größer geworden. Doch eine gewisse Vorsicht ist geboten. Man darf die Unkräuter nicht allein sehen, sondern im Zusammenhang mit den Kulturpflanzen.


Während in der ersten Jahreshälfte die Nähstoffkonkurrenz zur Kulturpflanze gegeben ist, kann bei Obstbäumen und Sträuchern eine gewisse Unkrautschicht dazu beitragen, das Nährstoffangebot zu reduzieren und damit die Bäume zum Triebabschluss zu motivieren. Diese Praxis ist viele Jahre hindurch im Erwerbsobstbau üblich gewesen und hat sich erst durch den Einsatz der bodenwirksamen Unkrautbekämpfungsmittel geändert. Wir sprechen hier von einer naturgemäßen Eingrünung und meinen in erster Linie einjährige Unkräuter, die sich dann im Frühjahr schnell abräumen lassen. Unter Bäumen und Sträuchern ist die Samenbildung von geringerer Bedeutung. Lichtkonkurrenz tritt nicht auf.

Unakzeptabel und ausgesprochen schädlich sind natürlich jene Unkräuter, die negative Einflüsse ausüben. Hier sei auf die wenig bekannte Erscheinung hingewiesen, dass einige Pflanzen über die Wurzeln auf andere Pflanzen toxisch wirkende Stoffe ausscheiden. Als Beispiel werden immer wieder die Quecke und unter den Bäumen die Robinie ("Falsche Akazie") genannt. Zum Lichträuber können rankende Pflanzen werden: Windenarten, Efeu und Wilder Hopfen.

Sehr unangenehm in unserem Sinne verhalten sich die ausläuferbildenden Unkräuter wie Giersch, Quecke, die Landform des Wasserknöterichs, Ziest und Minzenarten. Sie gilt es zu beseitigen. Wo es von Hand nicht geht, bleiben nur Wuchsstoffe und der hochwirksame und ebenso gefährliche Wirkstoff Glyphosate über. Ihre Hartnäckigkeit verlangt eine wesentlich höhere Konzentration. Es empfiehlt sich die Behandlung mit einem Pinsel oder einer ausgedienten Malerrolle vorzunehmen. Dabei dürfen die Obstgehölze nicht mit dem Wirkstoff in Berührung kommen. Ein weiterer Hinweis, um Schaden zu verhindern: Einige Wirkstoffe können verdampfen und in der Gasphase ebenfalls wirksam werden. Darum sind die Abendstunden für eine Anwendung besser geeignet.

Bei den Erdbeeren stören alle Unkräuter während des ganzen Jahres. Im zeitigen Frühjahr sind sie Wasser- und Nährstoffkonkurrenz, später nehmen sie der Erdbeere das Licht weg. Mit Beginn der Blüte bis zum Ende der Ernte fördern unnötige Blätter die Taubildung, und jede Feuchtigkeit trägt zum Botrytisbefall bei. Zum Zeitpunkt der Reife und der Aromabildung ist jede Stunde Sonne wichtig. Und im Spätsommer, wenn die Erdbeere ihre Blätter für die Blütenknospenbildung erneuert, ist jede andere Pflanze zuviel. Daher können wir bei dieser Obstart keine Konkurrenz dulden. Gerade bei den Erdbeeren als mehrjährige Kultur sollten Unkräuter vor Beginn der Blüte beseitigt werden, denn bei vielen sind sehr schnell nach der Blüte die Samen keimfähig und es entstehen die untenstehenden Bilder.

  • Selbst die "harmlose" Vogelmiere kann der Erdbeere zu schaffen machen. | © von Soosten, Rolf
  • Ein fast reiner Bestand von Springkraut ist dadurch entstanden, dass man die erste Generation nicht früh genug beseitigt hat. | © von Soosten, Rolf
  • Bekanntlich keimen wilde Stiefmütterchen und Kreuzkraut während des ganzen Jahres und sind weitgehend winterfest. Unachtsamkeit kann eine totale lichtraubende Verkrautung verursachen. | © von Soosten, Rolf
  • Der Vogelknöterich bleibt zwar flach am Boden liegen, ist aber schwer zu bekämpfen. Selbst mit Chemie ist ihm kaum beizukommen, weil er die in den Blattachsen befindlichen Erneuerungsknospen durch eine chlorophyllose Scheide geschützt hat. Chlorophyllzerstörende Wirkstoffe erreichen sie nicht. | © von Soosten, Rolf

In wühlmausgefährdeten Landschaften kann eine krautbedeckte Oberfläche wühlmausfördernd sein. In solchen Fällen ist es ratsam, den Boden über Winter schwarz zu halten. So können die natürlichen Feinde vorhandene Nager besser erkennen. Nicht zuletzt sind Unkräuter und deren winterliche Überbleibsel die Überwinterungsorte einiger Schädlinge: Gemeine Bohnenspinnmilbe, Blattlausarten u. a. m.

Eine gewisse Toleranz gegenüber den nicht kultivierten Kräutern und Pflanzen ist sicher wünschenswert. Aber ebenso sollte man sich über sie Gedanken machen.

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Der weiß-hellviolette Teil des Kriechenden Hahnenfußes sitzt im Boden und wird beim Hacken selten ausreichend unterschnitten.
Schwer bekämpfbare Unkräuter
Wühlmausfalle, mit einem Band gezeichnet, um sie im Rasen nicht zu übersehen.
Vorbereitung für den Winter
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Winterschutz für Erdbeeren

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Blattlaus, Botrytis, Efeu, Erdbeere, Gemeine Bohnenspinnmilbe, Giersch, Quecke, Robinie, Unkraut, Wasserknöterich, Wilder Hopfen, Wühlmaus, Ziest

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