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Rechtzeitig den Boden mit Kalk versorgen

Blattchlorose durch Eisenmangel verursacht, aufgrund eines zu hohen pH-Wertes (zu hohe Kalkversorgung). Während die Blattnerven Ihre grüne Farbe behalten, hellt die Fläche zwischen den Nerven stark auf.
© May
Blattchlorose durch Eisenmangel verursacht, aufgrund eines zu hohen pH-Wertes (zu hohe Kalkversorgung). Während die Blattnerven Ihre grüne Farbe behalten, hellt die Fläche zwischen den Nerven stark auf.

April 2000 Kalk (Calcium) ist ein sehr wichtiges Element in der Pflanzenernährung. Er wirkt gleich zweifach: Einmal als Pflanzenversorger, zum anderen als unverzichtbarer Bodendünger.


Von der Pflanze wird er als Ion (elektrisch geladenes Teilchen) durch die Wurzel aufgenommen und durch den Holzteil hauptsächlich in Triebspitzen und jüngere Blätter transportiert. Außerdem wird ein nicht unerheblicher Anteil dem Holz und der Rinde der Obstgehölze zugeführt.

Calcium-Pektat ist ein bedeutsames Bauelement der Mittellamellen in den Zellen. Eine Unterversorgung (nicht unbedingt auf Defizite im Boden zurückzuführen) hat Stippe an den Früchten und andere physiologische Erkrankungen zur Folge.

Calcium ist auch in enormem Maß am Aufbau der festen Bodenbestandteile (Krümelgefüge) beteiligt. Die Masse des Kalkes liegt im Boden in Form von schwerlöslichem Salz (kohlensaurer Kalk, Dolomit) vor. Durch kohlendioxidhaltiges Wasser und Wurzelkohlendioxid kann es gelöst und damit gut im Boden beweglich werden. Eine Auswaschung in den Untergrund ist dann leicht gegeben (durchschnittlich 4 kg/Ar/Jahr).

nach obenBestimmung des Kalkgehalts

Um die Ernährung der Obstgehölze und das Bodenkrümelgefüge zu erhalten, muss der Kalkgehalt ständig (jährlich) gemessen und ggfs. ergänzt werden. Als Maßstab eines optimalen Kalkgehaltes des Bodens dient der pH-Wert. Er sollte – je nach Bodenart – zwischen 5,5 (Sand) und 6,5 (Lehm) liegen. Zu hohe Werte führen zur Aufnahmeverhinderung, insbesondere von Eisen (Blattchlorosen). Die Ermittlung des ph-Wertes erfolgt bei einer Bodenuntersuchung automatisch. Hier wird auch – falls erforderlich – eine Aufdüngungsempfehlung mitgeliefert.

Für den Freizeitgärtner besteht auch die Möglichkeit mit im Handel erhältlichen Messgeräten selbst den Kalkgehalt des Bodens zu überprüfen. Vor dem Erwerb ist ein Gespräch mit dem Fachberater nützlich.

Auch Blattanalysen geben Aufschluss über den Calciumversorgungsgrad der Pflanzen. Liegt er unter 1 % der Trockensubstanz und werden sichtbare Symptome festgestellt, herrscht Mangel.

nach obenKalkdüngung

Saure bis neutrale Böden müssen regelmäßig mit Kalk versorgt werden. Auf schweren Böden gibt man Branntkalk, auf leichten kohlensauren Kalk den Vorzug. Hüttenkalk und Kalkmergel sind auf allen Böden verwendbar. Falls nach Bodenuntersuchungsergebnissen höhere Gaben als 15 kg kohlensaurer Kalk/Ar notwendig werden, was 8 kg Branntkalk/Ar entspricht, muss die Menge auf mehrere Dosierungen verteilt werden, anderenfalls reagieren die Obstgehölze auf die plötzliche pH-Anhebung negativ.

Insbesonders sind hier Pfirsich-, Birnen- und Süßkirschenkulturen gefährdet. Der optimale Ausbringungstermin für Kalkgaben ist der Spätherbst (Oktober bis November). Da – wie eingangs bemerkt – Kalk leicht ausgewaschen werden kann, genügt ein oberflächiges Ausstreuen.

Schorffleck mit Fruchtrissen, die zusätzlich Einfallspforte für Fäulniserreger sind.
Etwas mehr über den Schorfpilz
Calciummangel, sehr niedriger pH-Wert: Chinakohljungpflanzen im Torfanzuchtsubstrat ohne Kalk (Kisten vorne links), darumherum mit Kalkzusatz.
Kalkdüngung
Befall durch Valsa, verursacht durch Nichtharmonieren der Veredlungspartner. Hier sind die weißen Poren während einer Trockenperiode zu erkennen, aus denen bei ausreichender Feuchtigkeit die Sporen herausquellen.
Valsa oder Krötenkrautkrankheit

Schlagworte dieser Seite:

Birnbaum, Birne, Blattchlorose, Calcium, Düngung, Kalk, Kirsche, Pfirsich, Pfirsichbaum, Stippe, Süßkirsche, pH-Wert

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