Inhalt

Kleinbiotope für jeden Garten

Oktober 2006 Viele Freizeitgärtner genießen jetzt farbenfrohe Herbsttage. Sie bereiten sich und ihren Garten langsam auf die kalte Jahreszeit vor. Vergessen wird dabei leider häufig, dass viele Tiere auf optimale Überwinterungsplätze angewiesen sind.


Der einfach zu errichtende Steinhaufen bietet Unterschlupf für Vögel, Kleinsäuger, Reptilien und Insekten.
© Balster, Thomas
Der einfach zu errichtende Steinhaufen bietet Unterschlupf für Vögel, Kleinsäuger, Reptilien und Insekten.
Vögeln, Insekten und Säugetieren kann mit einfachen Mitteln zu einem komfortablen Unterschlupf verholfen werden, z. B. durch das Aufschütten eines Steinhaufens.

Dazu werden große, eckige und einige flache Steine so gelegt, dass unterschiedlich große Hohlräume entstehen. Zusätzlich kann ein Dränagerohr als zusätzliche Versteckmöglichkeit eingebaut werden. Die Mindestgröße beginnt bei etwa einem Quadratmeter und richtet sich nach den individuellen Platzverhältnissen. An den sonnigen Stellen des Haufens können Kräuter und Polsterstauden angepflanzt werden.

Alles Weitere regelt später die Natur: Farne und Moose stellen sich ein, Vögel, Insekten, Spinnen, Reptilien und Kleinsäuger nutzen die "Gemeinschaftsunterkunft" als Brutplatz, Tagesversteck und Winterquartier!

Reisighaufen
© Balster, Thomas
Reisighaufen
Marienäfer, Wespen und der seltene Hirschkäfer (Lucanus cervus) finden im Totholzhaufen ein Quartier.
© Balster, Thomas
Marienäfer, Wespen und der seltene Hirschkäfer (Lucanus cervus) finden im Totholzhaufen ein Quartier.

Reisig- und Totholzhaufen sind im Garten ähnlich wichtig wie Steinhaufen. Hinzu kommt ihre besondere Bedeutung für die Insektenwelt. Viele Käfer und ihre Larven – wie etwa der selten anzutreffende Hirschkäfer – leben von zerfallenem Holz. Solitärbienen und Wespen, die von schädlichen Insekten im Garten leben, nutzen zur Eiablage die von anderen Tieren bereits errichteten Gangsysteme. Die Bewohner des Totholzhaufens tragen aufgrund ihrer räuberischen Lebensweise zur Regulierung des biologischen Gleichgewichtes in Gärten bei. Hervorzuheben sind die außerordentlich "gefräßigen Blattlausvertilger" Marienkäfer, Schlupfwespe und Florfliege.

Marienkäfer
© Archiv
Marienkäfer
Wespe
© Archiv
Wespe
Hischkäfer
© Balster, Thomas
Hischkäfer

Ein Totholzhaufen mit einer Mindestgröße von einem Quadratmeter findet in jedem Garten Platz. Laub, Wurzeln, Stubben, Reisig und Aststücke können mitverwertet und aufgeschichtet werden. Besonders dekorativ sind solche "Öko-Haufen", wenn sie mit Kletterpflanzen wie z. B. Wildclematis und Geißblatt eingegrünt werden!

Ihr Gartenfachberater
Thomas Balster

vorheriger Beitrag
nächster Beitrag

Schlagworte dieser Seite

Florfliege, Hirschkäfer, Kleinbiotop, Marienkäfer, Reisighaufen, Schlupfwespe, Steinhaufen, Totholzhaufen, Wespe, Öko-Haufen
Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Diese Seite nutzt ausschließlich Session-Cookies. Permanente Cookies werden nicht verwendet!
Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.