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Himbeeren

Oktober 2006 Sehen wir uns die Preise für Obst an, dann gehört die Himbeere zweifellos zu den teuersten Obstarten. Sie wird nur selten in größeren Mengen angeboten. Himbeeren haben ein geringes "Shelf-live". Darunter versteht der Handel die Haltbarkeit zwischen Ernte und Verkauf. Hochpreisige Ware und kurze Haltbarkeit bedeutet großes Risiko. Anders sieht es auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen aus, wo die Ware dem Bedarf entsprechend geordert, gepflückt oder gelagert werden kann.


Unsachgemäße Düngung führt zu mangelnder Ausreife im Herbst und zu Frostschäden.
© von Soosten, Rolf
Unsachgemäße Düngung führt zu mangelnder Ausreife im Herbst und zu Frostschäden.
Der üppige Behang täuscht über einen Fehler hinweg. Die Ruten wurden zu hoch über der oberen Bindung abgeschnitten. Jetzt besteht Bruchgefahr!
© von Soosten, Rolf
Der üppige Behang täuscht über einen Fehler hinweg. Die Ruten wurden zu hoch über der oberen Bindung abgeschnitten. Jetzt besteht Bruchgefahr!

Kaum eine andere Beerenart birgt soviel Aroma und ist so vielseitig zu verwenden wie die Himbeere. Darum kann einem Gartenbesitzer nur empfohlen werden, seine Himbeeren selber zu pflanzen. Es sei noch an die Kinder oder Enkel erinnert, die doch mit Freuden zum Naschen in die Himbeeren verschwinden!

Worauf kommt es an, um eine dauerhaft gesunde Reihe zu bekommen? Allgemein gilt die Himbeere als Flachwurzler. Das ist jedoch nur bedingt richtig. Jede gesunde Pflanze bildet nach wenigen Jahren eine meterlange pfahlähnliche Wurzel aus, mit der sie einen gewissen Wasserbedarf aus diesen Tiefen holt.

Beweis: In trockenen Sommern findet man häufig schlappende Erdbeeren und andere Kulturen. Himbeeren dagegen nie. Der Standort sollte also tief durchwurzelbar sein. Gestein ist dabei kein Hindernis. Dauerunkräuter wie Giersch, Quecken und Ziest sind unerwünscht, weil sie sich später nur schwer beseitigen lassen. Ob es sich um Sandböden oder schwerere Lehmböden handelt, ist von untergeordneter Bedeutung. Hier kann nach der Pflanzung durch Mulchauflage und eventuelle Bewässerung korrigiert werden.

nach obenViel Platz – viel Licht

Allgemein üblich ist die einfache Reihe. Neben jeder Seite sollten etwa 2 m keine Sträucher stehen um die Belichtung und die Abtrocknung sicherzustellen. In der Reihe wird auf 70 cm gepflanzt. Das mag anfänglich weit erscheinen, aber nach zwei Jahren ist man froh, nicht so viele Ruten entfernen zu müssen.

Als Gerüst kommen hier senkrecht stehende Pfähle (6 bis 8 cm Zopfstärke) infrage, an die zwei oder drei Drähte (3 mm Ø) gespannt werden. Diese werden zuerst provisorisch angebracht und erst vor Beginn des Vollertrages auf die endgültige Höhe befestigt.

Bei dieser Erziehung können je laufenden Meter etwa 15 anstatt 8 bis 10 Ruten beerntet werden.
© von Soosten, Rolf
Bei dieser Erziehung können je laufenden Meter etwa 15 anstatt 8 bis 10 Ruten beerntet werden.
Die V-förmige Gestaltung hat den Vorteil, dass die normalerweise wegzuschneidenden Ruten mitgenutzt werden. Die Anzahl der Ruten einer Pflanzreihe wird zweigeteilt und jeweils die Hälfte an je einem Draht befestigt (siehe Bild). Es entsteht in der Mitte ein trichterförmiger Lichtschacht, in den die jungen Ruten hineinwachsen.

Die Pfähle werden so V-förmig eingeschlagen, dass sie in einer Höhe von etwa 1,50 m 100 bis 110 cm voneinander entfernt sind. Auch hier wird die Drahthöhe dem Bedarf entsprechend kurz vor dem Vollertrag angepasst. Die Entfernung von Pfahl zu Pfahl beträgt 1 m je cm Durchmesser. Der Abstand von den nächsten Büschen oder Bäumen sollte entsprechend der Breite etwa 1 m mehr betragen.

Der Pflanzzeitpunkt richtet sich zwangsläufig nach der Verfügbarkeit des Materials. Im Idealfall wartet man bis der natürliche Blattfall stattgefunden hat. Das kann bei Jungruten länger dauern. Zwangsentlaubung verursacht Rindenschäden, die nicht erwünscht sind.

Generell gilt eine Herbstpflanzung als besser, im Frühjahr besteht wegen der häufig geringen Bewurzelung die Gefahr des Austrocknens. Deswegen sollte sofort nach der Pflanzung der Pflanzstreifen abgedeckt werden. Dazu kann Kompost, Stroh oder Rindenmulch verwendet werden. Geflügelmist und Rasenmahd kommen nicht infrage!

Ein schwer zu lösendes Problem ist die Beschaffung geeigneten Pflanzmaterials. Es gibt zwar überall Pflanzen zu kaufen, doch entspricht dies den Anforderungen an eine Pflanzung, die eine Lebenserwartung von 12 Jahren hat? Beim Kauf sollte man auf folgende Eigenschaften Wert legen:

  • Virusstatus
  • Pflanzengesundheit (Wurzelkropf, Rutenkrankheiten)
  • Sortenreinheit (BdB-Etikett)

Am sichersten kauft man gut etikettierte Bunde mit Herkunftsnachweis (Betriebsnummer auf dem BdB-Etikett) in einem guten Baumschulcenter oder einer namhaften Baumschule.

Dieses Bild zeigt normale und herbsttragende Sorten im Vergleich. Vorn die Sorte 'Polana'.
© von Soosten, Rolf
Dieses Bild zeigt normale und herbsttragende Sorten im Vergleich. Vorn die Sorte 'Polana'.
Bei den herbsttragenden Himbeeren kommt nur die normale Reihe infrage. Gepflanzt wird wie dort besprochen.

Beim Gerüstaufbau gibt es unterschiedliche Meinungen. Teilweise wird kein Gerüst erstellt, andere spannen einen waagerecht liegenden grobmaschigen Maschendraht oder ein Wildgeflecht in einer Höhe von etwa 60 cm. Dem Vorteil der nicht umfallenden Ruten steht der Nachteil beim jährlichen Entfernen der Ruten gegenüber.

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