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Duftende Kletterkünstler

September 2006 Wer gern duftende Schlingpflanzen im Garten haben möchte, der sollte sich die Geißblattgewächse einmal näher anschauen. Zu den 180 Lonicera-Arten, die überwiegend auf der Nordhalbkugel als Sträucher vorkommen, gehören auch einige unserer wichtigsten Kletterpflanzen.


Es gibt nicht sehr viele Kletterpflanzen, die schöne Blüten hervor bringen. Der ansonsten eindrucksvolle Blauregen hat den Nachteil, dass er sehr stark wächst und seine bis zu armdicken Triebe sogar Regenrohre zusammendrücken können. Demgegenüber bilden die schlingenden Lonicera-Arten weitaus weniger kräftige Triebe, die sich daher auch leichter regulieren lassen. Die Pflanzen sind deshalb hervorragend geeignet um Pergolen, Lauben, Mauern, Hausfassaden, Laternen-Pfosten, Regenrohre und auch kahle Bäume zu begrünen. Alle schlingenden Geißblattgewächse benötigen, im Gegensatz zum Efeu mit seinen Haftwurzeln, Kletterhilfen. Wir müssen für sie Lattengerüste, Spanndrähte oder Eisengitter anbringen, an denen die Pflanzen nach oben gelangen können.

Die schlingenden Lonicera stellen an den Boden keine besonderen Ansprüche und wachsen in jedem gut kultivierten Gartenboden, der keine Staunässe aufweisen, andererseits jedoch feucht gehalten werden sollte. Sie gedeihen gut an einem sonnigen bis halbschattigen Standort, wobei wir in sonniger Lage einen reicheren Blütenansatz erhalten. Hier sollte der Wurzelbereich mit niedrigen Stauden, wie zum Beispiel Gedenkemein (Omphalodes), beschattet werden.

nach obenEmpfehlenswerte Sorten

Lonicera japonica 'Halliana' hat immergrünes Laub und benötigt daher einen geschützten, nicht sonnigen Standort. In ungünstigen Lagen verliert sie im Winter zum Teil ihre Blätter.
© Opitz, Wolfgang
Lonicera japonica 'Halliana' hat immer­grünes Laub und benötigt daher einen geschützten, nicht sonnigen Standort. In ungünstigen Lagen verliert sie im Winter zum Teil ihre Blätter.
Der typische Vertreter, der schon die Gärten unserer Vorfahren berankte, ist der als Jelänger jelieber bekannte Lonicera caprifolium. Diese Art ist sehr robust und erreicht eine Höhe von 3 bis 6 m und mehr. Die Blüten sind innen gelb-weiß und außen oft rötlich und erscheinen im Mai, Juni (Juli). Sie verbreiten, vor allem in den Abendstunden, einen intensiven süßlichen Duft, womit sie zahlreiche Nachtfalter für die Bestäubung anlocken. Später fallen die orangeroten, 8 mm dicken Beerenfrüchte auf, die gern von Vögeln gefressen und so verbreitet werden.

Von dem verwandten Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum) gibt es die wertvolle Kultursorte 'Serotina'. Sie ist vor allem auch deshalb interressant, da sie einmal im Juni, Juli und ein zweites Mal im Oktober blüht. Ihre lila-rote Blüte würde sich gut von einer weißen Wand abheben.

Für kleinere Gärten und niedrigere Rankgerüste sind die gezüchteten Garten-Sorten zu empfehlen.

Lonicera 'Dropmore Scarlet'
© Opitz, Wolfgang
Lonicera 'Dropmore Scarlet'
Hierzu gehört die Anfangs schwach, später mittelstark wachsende Sorte Lonicera 'Dropmore Scarlet', die 2 bis 3 (5‌) m hoch wird. Die Pflanze besticht mit ihren roten–orangeroten, bis zu 4,5 cm langen Röhrenblüten, die quirlfömig in Büscheln an den Trieben sitzen. Die von Juni bis September und oft noch bis Oktober reiche Blüte hat allerdings keinen Duft. Dafür haben wir mit 'Dropmore Scarlet' eine zuverlässig blühende und sehr frostharte Kletterpflanze. Sie wurde in Zentralkanada gezüchtet, wo die Temperaturen bis auf 50 °C absinken.

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Viel Spaß beim Gärtnern!
Lonicera heckrotti, eine bewährte und oft gepflanzte Sorte mit intensivem Duft. Komplexe Formen bilden sich aus den röhrenförmigen Blütenständen und tragen rot glänzende Beerenfrüchte.
© Opitz, Wolfgang
Lonicera heckrotti, eine bewährte und oft gepflanzte Sorte mit intensivem Duft. Komplexe Formen bilden sich aus den röhrenförmigen Blütenständen und tragen rot glänzende Beerenfrüchte.
In die engste Sortenauswahl kommt auch die oft gepflanzte Lonicera heckrottii. Sie wächst schwach und wird nur 2 bis 4 m hoch. Ihre quirlförmig angeordneten Röhrenblüten sind innen hellgelb bis gelb und außen blaurot bis purpurrot. Die Sorte zeichnet sich durch eine reiche und lang anhaltend Blütezeit von Juni bis September und zum Teil auch noch bis zum November aus. Desweiteren haben wir mit Lonicera heckrottii eine intensiv duftende Sorte. Hin und wieder wartet die Pflanze auch mit roten Beerenfrüchten auf.

Lonicera tellmaniana mit leuchtenden orangen Blüten.
© Opitz, Wolfgang
Lonicera tellmaniana mit leuchtenden orangen Blüten.
Mit ihren leuchtend, goldgelben Blüten fasziniert Lonicera tellmaniana, die sich damit von dem meist rot-weißem Geißblatt-Sortiment abhebt. Die von Ende Mai bis Anfang Juli reich blühende Sorte hat allerdings keinen Duft. Dafür ziert sich die Pflanze nach der Blüte mit orangefarbenen Beeren. Lonicera tellmaniana wird 4 bis 6 m hoch und ist ausreichend frosthart. Sie kann jedoch in strengen Wintern zurückfrieren. Nach einem Rückschnitt in das lebende Holz treibt sie jedoch wieder durch.

Von ganz anderer Art als die bisher beschriebenen, ist das Immergrüne Geißblatt (Lonicera henryi). Dieser Schlinger wächst in den ersten Jahren etwas schwächer und kann später Höhen von 4 bis 6 m und bei entsprechenden Kletterhilfen darüber hinaus erreichen. Die Pflanze hat schwach glänzende, längliche Blätter und ab Herbst kugelige schwarze Beeren. Die kleine gelb-rötliche Blüte ist dagegen weniger auffällig. Lonicera henryi ist eine der ganz wenigen immergrünen Kletterpflanzen und eine Alternative zum oft gepflanzten Efeu. Er eignet sich gut zum Beispiel für die Begrünung von Sitzplätzen und Mauern. Von hohen Mauerkronen kann die Pflanze mehrere Meter schleppenartig herabhängen. Lonicera henryi wird in eine halbschattige oder schattige Lage gepflanzt. Für Standorte in voller Sonne ist er nicht geeignet. Im Winter kann es vorkommen, dass er bei Ostwinden und Sonne einen Teil seines Laubes verliert. Im Frühjahr werden jedoch wieder neue Blätter gebildet.

nach obenSchneiden und düngen

Im unteren Teil verkahlte Lonicera, zum Beispiel an Pergolen, können verjüngt werden, indem man sie im Frühjahr radikal bis auf etwa 50 cm über dem Boden zurück schneidet. Die unteren Bereiche lassen sich besser begrünen, wenn wir anschließend die neuen, noch jungen, biegsamen Triebe waagrecht leiten und sie gut über die Fläche verteilen.

Obwohl die schlingenden Lonicera allgemein robust und wenig anspruchsvoll sind, trägt eine jährliche Düngung im Frühjahr mit 50 g/m² Blaukorn und Wässern bei Trockenheit zum guten Wachstum und reicher Blüte bei. Gute Pflanzzeiten sind der Herbst und das Frühjahr.

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Geißblatt, Je-länger-je-lieber, Kletterpflanze, Waldgeißblatt

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
30. Juli 2010

Dr. Buhmann

Sehr geehrter Herr Opitz,
Ihr Artikel informiert in komprimierter Form und sehr verständlich alles Notwenige zu dieser Blumenart. Einzig ein Hinweis auf weiterfühtende Literatur hätte ich mir gewünscht (Sachbuch, nicht Inernetadressen). Sie haben mir sehr weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Dr. med. D. Buhmann

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