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Wildkrautbekämpfung im Hausgarten (Teil 2)

Löwenzahn
© Ratschinski, Ilja
Löwenzahn

Juli 2006 Wenn Wildpflanzen in menschliches Hoheitsgebiet vordringen und zur falschen Zeit am falschen Ort wachsen, werden sie zu Unkraut – schließlich konkurrieren die Wildkräuter mit unseren wertvollen Kulturpflanzen um Wasser, Nährstoffe, Licht und Lebensraum.


Kettenlabkraut
© Ratschinski, Ilja
Kettenlabkraut

Giersch
© Ratschinski, Ilja
Giersch

Hahnenfuß
© Ratschinski, Ilja
Hahnenfuß

Ampfer
© Ratschinski, Ilja
Ampfer

Ehrenpreis
© Ratschinski, Ilja
Ehrenpreis
Auf Blumen und Staudenbeeten kann das Aufbringen einer mind. 5 cm dicken Schicht aus Rindenmulch empfehlenswert sein. Keimhemmende Stoffe und eine trockene Oberfläche unterbinden den Unkrautbewuchs. Gleichzeitig wird der Gehalt an organischer Substanz im Boden erhöht und der Boden vor Austrocknung geschützt. Allerdings sollte beachtet werden, dass durch den mikrobiellen Zersetzungsprozess von Rindenmulch und auch Holzhäcksel dem Boden der Nährstoff "Stickstoff" entzogen wird. Vor dem Ausbringen des Mulches ist daher eine Ausgleichsdüngung mit z. B. Hornspänen zu empfehlen. Auf Gemüsebeeten kann eventuell auch schwarze Mulchfolie eingesetzt werden, die den Unkräutern das Licht entzieht und Sonnenwärme in die Erde lenkt. Bei der Anlage von Steingärten ist es zu empfehlen ein wasserdurchlässiges Kunststoffvlies einzubauen, welches den späteren Pflegeaufwand wesentlich verringert.

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Grundsätzlich dürfen Herbizide nur auf landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzten Freilandflächen zum Einsatz kommen. Auf Terrassen, Wegen, gepflasterten Höfen oder Garagenzufahrten ist die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln generell verboten. Dieses Verbot gilt auch für Hausmittel, wie z. B. Essigreiniger und Salzwasser. Werden diese Mittel zur Unkrautbekämpfung eingesetzt, gelten sie als Pflanzenschutzmittel. Obwohl das Abbauverhalten von Essigreiniger recht unproblematisch ist, kann nach dem Gesetz ein Verstoß mit sehr hohen Geldstrafen geahndet werden.

Für gärtnerisch genutzte Flächen können selektiv wirkende Mittel oder Totalherbizide eingesetzt werden. Totalherbizide töten alle Pflanzen ab, die in ausreichendem Maß getroffen werden. Das bekannteste Totalherbizid ist das unter dem Handelsnamen "RoundUp" vertriebene Glyphosat, ein systemisches Mittel, welches sich im ganzen Pflanzenkörper verteilt und bis in die Wurzel wirksam ist. Eine sehr gute Wirkung hat aber auch das umweltfreundlichere Kontaktherbizid Finalsan Unkrautfrei, dessen Wirkung auf den Stoff Pelargonsäure zurückzuführen ist.

Besonders auf Terrassen oder Wegeflächen wird gerne das Abflämmen durchgeführt. Mit einem gasbetriebenen Brenner werden die störenden Pflanzen einfach abgebrannt. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass auch Unkrautsamen abgetötet werden. Tiefer liegende Wurzeln werden allerdings nicht erfasst und können wieder austreiben.

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme im Kampf gegen Unkraut im Rasen ist, die Bedingungen für das Rasenwachstum weitgehend zu optimieren. Hierzu gehört eine optimale Düngung, eine gute Bodenstruktur, ein der Bodenart angepasster pH-Wert, regelmäßiger Schnitt, ausreichende Wasserversorgung und Sonnenschein.

Ein Rasenherbizid tötet vor allem Pflanzen, die nicht zur Familie der Gräser gehören. Bei der Auswahl des Herbizides sollte geprüft werden, welche Unkräuter von dem jeweiligen Mittel auch wirklich getroffen werden. Einige Rasenherbizide gehören zu den so genannten Wuchsstoffherbiziden. Bei den Unkräutern bewirken sie ein abnorm starkes, verdrehtes Wachstum, was erst zur Schwächung und später zum Absterben der Pflanze führt. Wird ein solches Mittel an einem windigen Tag versprüht, können ähnliche Symptome auch bei den Zierpflanzen in Nachbars Garten beobachtet werden. Weiterhin sollte man berücksichtigen, dass einige Mittel sich ungünstig auf das Bodenleben (v. a. Regenwürmer) auswirken. Im Anschluss an eine Herbizidbehandlung muss der Rasen intensiv gepflegt werden, damit entstandene Lücken schnell durch Rasen und nicht durch neues Unkraut geschlossen werden.

Der beste Weg um als Gartenbesitzer möglichst wenig Arbeit und Sorgen mit Wildkraut zu haben ist eine naturnahe Gartengestaltung in der bestimmte Wildkräuter toleriert werden können. Außerdem sollte der negative Begriff "Unkraut" kritisch hinterfragt werden. Letztendlich handelt es sich doch um "florale Siedler", die einen Platz zum Leben suchen. Andererseits helfen vorbeugenden Maßnahmen wie:

  • Optimierte Düngung und Bodenpflege
  • Wegebau mit Fugen, in denen keine Wildkräuter wachsen können oder das gezielte Bepflanzen dieser Fugen (mit z. B. Thymian)
  • Verwendung von Rindenmulch im Ziergarten
  • Verwendung von Mulchstoffen wie Grasschnitt, Kompost o. ä. im Gemüsegarten
  • Brachflächen mit Gründüngung einsäen
  • Samentragende Unkräuter nicht auf den Kompost geben
  • Verwendung von bodendeckenden Pflanzen
  • Frühzeitiges und häufiges Hacken oder Schuffeln

Ihr Gartenfachberater
Ilja Ratschinski

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Wenn Wildpflanzen in menschliches Hoheitsgebiet vordringen und zur falschen Zeit am falschen Ort wachsen, werden sie zu Unkraut. Sind Wildpflanzen erst einmal als Unkraut eingestuft, werden diese Pflanzen auf vielfältige Weise bekämpft. Sie werden vergiftet, verätzt, verbrannt, gehackt oder schlicht herausgerissen. Da Pflanzen allgemein als schmerzunempfindlich gelten, ist ein schlechtes Gewissen nicht verbreitet, und für einen engagierten Gärtner ist es ganz normal, diese Pflanzen regelmäßig zu bekämpfen – schließlich konkurrieren die Unkräuter mit unseren wertvollen Kulturpflanzen um Wasser, Nährstoffe, Licht und Lebensraum.

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Abflämmen, Herbizid, Mulchen, Rindenmulch, Unkrautbekämpfungsmittel, Wildkrautbekämpfung

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