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Blattschäden und deren Ursachen

Juli 2006  




nach obenJohannisbeerblasenlaus

Bild 1: Schaden der Johannisbeerblasenlaus
© von Soosten, Rolf
Bild 1: Schaden der Johannisbeerblasenlaus
Bild 2: Johannisbeerblasenlaus in verschiedenen Stadien auf der Blattunterseite
© von Soosten, Rolf
Bild 2: Johannisbeerblasenlaus in verschiedenen Stadien auf der Blattunterseite
Das Bild 1 zeigt den Schaden der Johannisbeerblasenlaus. Es ist ein häufiger Schädling, der fast jährlich auftritt und durch die rotgefärbten blasenförmigen Aufwölbungen zwischen den Blattnerven auffällt. Betrachtet man die Unterseite, so findet man die gelblich-grünen Blattläuse (Bild 2) in verschiedenen Stadien. Neben den Tieren liegen die Häute, aus denen sie während der Häutung schlüpfen. Im Laufe des Sommers vollziehen sie einen Wirtswechsel und wandern auf Ziest-Arten ab.

Die Frage nach dem Schaden und der Bekämpfung wird unterschiedlich beantwortet. Der Schaden ist begrenzt, sieht man nur das laufende Jahr. Die entstehenden Verluste am Zuwachs sind unschwer zu verkraften und rechtfertigen keinen Einsatz von chemischen Mitteln. Anders fällt die Beurteilung aus, wenn Viruserkrankungen in der Nachbarschaft vorhanden sind. Sie werden teilweise durch diese Laus übertragen. In diesem Falle muss sehr früh und vorbeugend ein läusewirksames Mittel ausgebracht werden.

nach obenMehltau

Bild 3: Mehltau an Schwarzer Johannisbeere
© von Soosten, Rolf
Bild 3: Mehltau an Schwarzer Johannisbeere
Den Mehltau an Schwarzen Johannisbeeren (Bild 3) kennt sicher jeder. Die Bekämpfungswürdigkeit hängt vom Maß des Befalls ab. Auf Standorten, die jährlich starken Befall bringen, sollte man vorbeugend behandeln. Für den Erfolg ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Fast alle Mehltauarten im Obstbau benötigen zum Erstbefall eine Periode höherer Temperatur. Setzt man hier ein geeignetes Mittel ein, kann der Beginn dieser Krankheit lange hinausgezögert werden.

nach obenZikaden

Bild 4: Durch Zikaden verursachte ziehharmonikaartig gestauchte junge Blätter an den Spitzen von Langtrieben der Johannisbeere
© von Soosten, Rolf
Bild 4: Durch Zikaden verursachte ziehharmonikaartig gestauchte junge Blätter an den Spitzen von Langtrieben der Johannisbeere
Ziehharmonikaartig gestauchte junge Blätter an den Spitzen von Langtrieben der Johannisbeeren weisen auf Schaden durch Zikaden (Bild 4) hin. Diese Tiere stechen die Blattrippen an und verursachen dadurch Veränderungen im Wachstum. Die Schäden sind unbedeutend und haben keine Folgen für das nächste Jahr.

nach obenApfelblattgallmilbe

Bild 5: Durch Befall der Apfelblattgallmilbe seitwärts nach oben gedrehte Blätter
© von Soosten, Rolf
Bild 5: Durch Befall der Apfelblattgallmilbe seitwärts nach oben gedrehte Blätter
Apfelblattgallmilbe
© von Soosten, Rolf
Bild 6: Apfelblattgallmilbe
In den vergangenen Jahren sind die Gallmückenarten vermehrt aufgetreten. Beim Befall der Apfelblattgallmücke (Bild 5 und 6) drehen sich die jungen Blätter an den Langtrieben seitwärts nach oben. Im Schutze dieser Rolle sitzen Maden, die anfänglich weiß, später orangerot gefärbt sind. Der Fraßschaden ist gering, selbst bei stärkerem Befall treten kaum messbare Schäden auf. Die Bekämpfung birgt zwei Probleme: Mehrere Generationen folgen innerhalb eines Jahres, der Zeitpunkt einer Bekämpfung der fliegenden Tiere ist schwer zu ermitteln. Die Larven sitzen kaum erreichbar im Schutze des gerollten Blattes. Zum Trost sei gesagt, dass das Auftreten meist nach einigen Jahren von allein zurückgeht.

nach obenWitterungseinflüssse

Witterungseinflüsse
© von Soosten, Rolf
Bild 7: Magnesiummangel, besonders an den jüngsten Blättern, durch dauerhaft sehr niedrige Temperaturen
Bild 8: Braunverfärbungen an Blatträndern durch starken Wind
© von Soosten, Rolf
Bild 8: Braunverfärbungen an Blatträndern durch starken Wind
Die zweite Maihälfte diesen Jahres brachte uns eine Periode mit dauerhaft sehr niedrigen Temperaturen. Während dieser Zeit und kurz danach konnte das aufmerksame Auge das Aufhellen der jüngsten Blätter bei fast allen Obstarten (Bild 7) erkennen. Die Ursache ist Magnesiummangel. Bei abfallender Bodentemperatur wird die Aufnahme des Magnesiums erschwert. Darunter leidet die Chlorophyllbildung, was sich in den hellen gelbgrünen Blättern äußert. Bald nach Einsetzen höherer Temperaturen bessert sich die Farbe. Schäden sind dadurch nicht zu erwarten. Als Gegenmaßnahme wäre eine Blattspritzung mit Bittersalz möglich, was sich aber im Hausgarten nicht rentiert.

Der während dieser Zeit ebenfalls stark vertretene Wind hat beim Strauchbeerenobst und bei Erdbeeren Braunverfärbungen (Bild 8) an Blatträndern, Stielen und jungen Trieben verursacht. Sie sind Schönheitsfehler. Nur an Früchten verursachen sie Wertminderungen.

nach obenFalscher Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln

Falscher Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln
Bild 9: Falscher Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln
"Nur wer nichts macht, macht keine Fehler" sagt ein Sprichwort. So passieren selbst den gewissenhaftesten Gartenbesitzern Dinge, über die sie sich später wundern. Aus gegebenem Anlass sei das Beispiel des unvorsichtigen Einsatzes von Unkrautbekämpfungsmitteln genannt. Um unangenehme Unkräuter wie Giersch, Quecke, Winden oder Ziest zu beseitigen kann man zu chemischen Mitteln greifen. Was jedoch nicht immer ausreichend beachtet wird, sind die Folgen, die durch Abtrift oder Berühren der Kulturpflanze entstehen. Vor Einsatz solcher Mittel sind alle Ausläufer im Wurzelbereich von Obstbäumen zu entfernen. Blätter und grüne Teile dürfen nicht mit dem Mittel in Berührung kommen. Selbst aufsteigende Gase aus einigen dieser Präparate können noch Schäden verursachen. Windstille Abendstunden sind für den Einsatz besonders günstig, weil die Thermik gering ist. Ähnlich wie auf dem Bild 9 entstehen Verformungen von Blättern und Trieben, die sich nur selten wieder auswachsen. Größte Vorsicht bei langlebigen Gehölzen!

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Apfelblattgallmilbe, Johannisbeerblasenlaus, Magnesiummangel, Mehltau, Unkrautbekämpfungsmittel, Zikaden

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