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Andenbeeren

Größenvergleich Andenbeeren und Groschen: Knapp 2,2 cm misst das 10-Pfennigstück im Durchmesser.
© Titze
Größenvergleich
Andenbeeren und Groschen: Knapp 2,2 cm misst das 10-Pfennigstück im Durchmesser.

April 2000 Die gelblich-orangefarbenen Früchte der Andenbeere erreichen nach Vogel (1996‌) 1,5 bis 4 cm Durchmesser und 4 bis 15 g Gewicht. Das sind beachtliche Schwankungen, die überwiegend abstammungsbedingt sein dürften.


Bisher sind bei dieser Gemüseart keine Sorten bekannt, sondern nur verschiedene Herkünfte (= "Genotypen" = Erbbilder, wie sie durch den Bestand bestimmter Gene festgelegt werden), die z. B. aus Kenia, Südafrika, Indien oder den USA stammen.

In einem (einjährigen!) Versuch an der LVAG Großbeeren (1996‌)*, geschützter Anbau bei einem Pflanzabstand von 100 × 80 cm, zeigten sich beachtliche Unterschiede in der Ertragsleistung der Pflanzen verschiedenen Ursprungs. Diejenigen der Saatgutfirmen Wagner, Heidelberg und Chrestensen, Erfurt, erwiesen sich als die produktivsten. Im ersten Falle lieferten die "unbehandelten", d. h. nicht beschnittenen Pflanzen 0,96 kg/m² bei einem mittleren Fruchtgewicht von 8 g, im zweiten Fall 0,62 kg/m² bei durchschnittlich 8,3 g/Frucht. Mit 0,96 kg lag die Beerenernte knapp 2,5fach so hoch, wie diejenige des Genotyps mit dem geringsten Ertrag, dessen mittleres Fruchtgewicht auch nur 5,1 g betrug.

Das Zurückschneiden der Seitentriebe (Triebe zweiter und dritter Ordnung) ergab bei drei Viertel der Herkünfte geringere Flächenerträge als bei den unbehandelten Pflanzen.

Wer Jungpflanzen für den Anbau im eigenen Garten beim Gärtner oder auf dem Wochenmarkt kauft, muss natürlich mit dem vorliebnehmen, was angeboten wird. Beim Saatgutkauf besteht dagegen zuweilen die Herkunfts-Wahlmöglichkeit in dem hier gezeigten Sinne.

Die Temperaturansprüche der Andenbeere ähneln denjenigen des Paprikas bzw. der Tomate.

Geschützte und vollsonnige Standorte bzw. vorübergehender Folien- oder Vliesschutz oder der Anbau im Kleingewächshaus sind am sichersten. Stützgerüste, wo möglich auch die Aufleitung an Schnüren, sind für den Anbau dieser üppig wachsenden hoch werdenden Pflanzen empfehlenswert. Die Pflegemaßnahmen ähneln denjenigen der Tomate.


*) "Versuche im deutschen Gartenbau/Gemüsebau 1997" LVAG = Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau
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