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Engelstrompeten

Blüten der Datura erreichen eine beachtliche Größe.
© Neumann, Siegfried
Blüten der Datura erreichen eine beachtliche Größe.

Mai 2006 Engelstrompeten sind im strengsten Sinne des Wortes keine Zimmerpflanzen. Sie bedürfen rechtzeitig ein helles, kühles, frostfreies Winterquartier (4 bis 10 °C). Üppig blühend, wirken Engelstrompeten als Solitärpflanzen attraktiv.


Engelstrompeten fühlen sich nur als jugendliche Pflanzen im Zimmer wohl. "Erwachsen” bedürfen diese Datura-Arten (auch als Hybriden im Fachhandel erhältlich) zur optimalen Entwicklung sehr große Töpfe, besser Kübel. Am besten gedeihen diese Halbsträucher ausgepflanzt an sonnigwarmen Plätzen im Garten. Sie wünschen nährstoffreiches Substrat, bzw. nährstoffhaltigen Boden. Im Verlauf der Vegetationsperiode stets durstig und hungrig, darf es den Pflanzen nie an Gieß- oder Niederschlagswasser und üppiger Nährstoffversorgung fehlen.

Gut gepflegt, entwickeln sich Einzelpflanzen zügig. Eine Höhe von 2,50 m und eine Breite von 3,00 m sind schnell erreicht. Der Züchter dieses Exemplares zählte an dessen Zweigen fast 250 Blüten.
© Neumann, Siegfried
Gut gepflegt, entwickeln sich Einzelpflanzen zügig. Eine Höhe von 2,50 m und eine Breite von 3,00 m sind schnell erreicht. Der Züchter dieses Exemplares zählte an dessen Zweigen fast 250 Blüten.
Die Engelstrompete gilt als ausgesprochener Vielfraß. An heißen Sommertagen brauchen die Pflanzen morgens und abends reichlich Gießwasser. Von April bis August wöchentlich zwei Volldüngergaben. Auf "magere Kost” reagieren Engelstrompeten mit Vergilben des Laubs und geringer Blühwilligkeit.

Verkündet der Wetterdienst im Herbst erste Nachtfröste, erhalten die Pflanzen rechtzeitig ein helles, kühles, frostfreies Winterquartier. Für im Kübel kultivierte Exemplare wird dieser Umzug oft zum Problem. Ausgepflanzte, üppig entwickelte Engelstrompeten stellen an die Kraft ihrer Transporteure zum Winterquartier hohe Ansprüche. Selbst mit dem auf die Größe des vorhandenen Überwinterungsgefäßes reduzierten Wurzelballen bedürfen solche Exemplare auf ihrem Weg zum Winterquartier die Kraft mehrerer Personen, am Standort reichlich Platz. Selbiger lässt sich durch Kürzen der Sprosse bei Bedarf noch etwas minimieren.

Als optimaler Winterstandort gilt ein Kalthaus. Wintergärten sind meist zu warm. Auch am Fenster im frostfreien Treppenhaus fühlen sich die Wintergäste wohl. Mitunter findet sich auch ein geeigneter Platz im hellen Keller oder einer nicht voll genutzten, bei Bedarf heizbaren, Garage. Frost darf zu keinem dieser Winterstandorte Zutritt erhalten. Günstig gelten Temperaturen zwischen 4 und 6 °C. Sie sind durch gezieltes Lüften bei frostfreier Witterung kontinuierlich einzuhalten. Bis 10 °C sind zu tolerieren. Doch bei solchen Räumen empfiehlt sich reichlich zu lüften. Über Winter wird nicht gedüngt, nur mäßig gegossen. Stauende Nässe, auch völlig ausgetrocknete Wurzelballen, führen zum Verfall der Pflanzen.

Steigt im Frühjahr die Sonne höher, wird die Engelstrompete rechtzeitig, doch nicht zu früh, wieder in Kultur genommen. Um etwa ein Drittel, oder auch ein wenig mehr, zurückgeschnitten, bei Bedarf genügend ausgelichtet, erhalten die Pflanzen ein größeres Kulturgefäß. Sofern nicht möglich, wird wenigstens ein Teil des Kultursubstrats im Pflanzkübel erneuert.

nach obenNach den "Eisheiligen" können sie raus

Sind die "Eisheiligen” vorüber, erhalten Mitte Mai die Engelstrompeten wieder ihren vorbestimmten Platz auf dem Balkon, der Terrasse, am Sitzplatz im Garten. Es empfiehlt sich auch einen geeigneten Standort für das Auspflanzen zu üppig entwickelter Exemplare zu nutzen.

Optimal versorgt, schmückt sie sich mit einer Vielzahl von Blüten und gesundem sattgrünen Laub.
© Neumann, Siegfried
Optimal versorgt, schmückt sie sich mit einer Vielzahl von Blüten und gesundem sattgrünen Laub.
Optimal versorgt, schmückt sie sich mit einer Vielzahl von Blüten und gesundem sattgrünen Laub.
© Neumann, Siegfried
Optimal versorgt, schmückt sie sich mit einer Vielzahl von Blüten und gesundem sattgrünen Laub.
Die Blüten der handelsüblichen Engelstrompeten zeigen sich uns, je Art oder Hybride, von weiß/beige über gelb, orange und rosa bis hin zu rot. Die Vermehrung der Pflanzen erfolgt durch Kopfstecklinge von jungen Trieben. Selbige bewurzeln sich unter Glas oder Folie im humosen, mäßig feuchten Boden bei Temperaturen von 20 bis 22 °C willig. Klug ist es rechtzeitig an die Vermehrung der Engelstrompeten zu denken, um zu groß gewordene Exemplare zu ersetzen.

Engelstrompeten enthalten das giftige Alkaloid Hyoscyamin (deshalb wohl der Name Engelstrompete). Das sollten unsere Kinder rechtzeitig wissen und beachten. Sie dürfen weder Laub noch Blüten von den Pflanzen abreißen, um neugierig wie sie einmal sind, deren Geschmack zu probieren.

Ihr Gartenfachberater
Siegfried Neumann

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Engelstrompete, Hyoscyamin

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