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Rundknospen

April 2006 Diese eigenartige Erscheinung wird erst sichtbar, wenn die Blätter abgefallen sind. Die Knospen werden im Laufe des Winters dicker; sie ähneln kleinen Kugeln. Zum Frühjahr hin fühlen sie sich weich an; viele treiben gar nicht oder nur schwach aus. Die nicht austreibenden Knospen werden braun und verwelken.


Schwarze Johannisbeeren
© von Soosten, Rolf
Schwarze Johannisbeeren
Schwacher Austrieb erholt sich kaum. Bei mehrjährigem Auftreten wird der Zuwuchs schwach. Der Fruchtbehang der Schwarzen Johannisbeere entsteht im wesentlichen am einjährigen Holz. Die Ursache dieser Veränderungen liegt an einer Gallmilbenart, die im Schutze der Knospe lebt und diese nur zum Zwecke der Verbreitung verlässt. Dies passiert zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt: Je nach Witterung ab März, hauptsächlich aber zur Blüte, wandert sie und saugt an jungen Blättern und Blüten bis sie am Neuaustrieb die sich eben entwickelnden neuen Knospen findet. Dies sind die Quartiere für das folgende Jahr.

Öffnet man im Frühjahr eine Knospe, so wird man überrascht sein über die große Zahl von Tieren, die – mit einer guten Lupe betrachtet – dicht beieinander liegen. Laut Literatur können das mehrere Zehntausend sein. Betrachtet man nun die große Zahl der Rundknospen, so übersteigt die Zahl der wandernden Gallmilben unsere Vorstellungskraft! Das ausgewachsene Tier ist mit dem bloßen Auge gerade noch sichtbar: 0,2 bis 0,25 Millimeter lang! Typisch sind die zwei Beinpaare und die zum Saugorgan umgestalteten Mundwerkzeuge. Da sie meist lichtgeschützt leben, sind sie weißlich durchscheinend. Die Gallmilbe macht etwa vier Generationen je Jahr. Dies passiert in der Knospe. Die Tiere saugen aus dem weichen Knospengewebe. Auf jeden Einstich reagiert die Pflanze mit Wundgewebe. Dadurch nimmt mit jeder neuen Generation das Volumen zu.

Wie verbreiten sich diese Tiere? Innerhalb des Strauches wandern sie. Die Übertragung von Strauch zu Strauch kann mit Hilfe des Windes, aber auch durch Tiere wie Vögel und Insekten geschehen. In der Baumschule kann dieser Schädling schon durch Steckhölzer verbreitet werden.

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Totalbefall durch die Johannisbeergallmilbe. Zunächst empfiehlt sich ein Rückschnitt aller Triebe dicht über dem Boden. Sollten sich dann wieder erste Rundknospen zeigen, sind diese sofort zu entfernen. Dann können sich gesunde Johannisbeeren entwickeln.
© May
Totalbefall durch die Johannisbeergallmilbe. Zunächst empfiehlt sich ein Rückschnitt aller Triebe dicht über dem Boden. Sollten sich dann wieder erste Rundknospen zeigen, sind diese sofort zu entfernen. Dann können sich gesunde Johannisbeeren entwickeln.
Rundknospen verursacht durch die Johannisbeergallmilbe. Solche Knospen sofort entfernen.
© von Soosten, Rolf
Rundknospen verursacht durch die Johannisbeergallmilbe. Solche Knospen sofort entfernen.
Dieser biologische Hintergrund soll helfen, die begrenzten Möglichkeiten wirkungsvoll durchzuführen. Effektiv vorbeugend ist das Absammeln der sichtbar befallenen Knospen bereits im Winter, bevor die Tiere auf Wanderschaft gegangen sind! Damit hat man die Anzahl bereits erheblich eingegrenzt. Die chemische Behandlung ist mit Netzschwefel möglich. Auch hier kommt es auf den Termin an. Mit diesem Mittel erwischen wir nur die Tiere während des Wanderns, also bei mildem Wetter zwischen Knospenaufbruch und Blüte. Es können mehrere Spritzungen nötig sein. Man achte auf gute Benetzung wegen der geringen Größe der Tiere!

Aufmerksamen Gartenbesitzern und interessierten Wanderern sind vielleicht schon ähnliche Erscheinungen bei Haselnüssen aufgefallen. Die Haselnussgallmilbe verursacht ebenfalls aufgedunsene Knospen, die zwar nicht so groß sind, aber in der Biologie der Johannisbeergallmilbe nahe stehen.

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Haselnussgallmilbe, Johannisbeere, Johannisbeergallmilbe

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