Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Ziergarten > Archiv (2002 - 2005) > 2006 > Rhododendron - die Wurzel machts

Rhododendron − die Wurzel machts

Rhododendron 'Rasputin' mit interessantem hellvioletten Farbenspiel.
© Opitz, Wolfgang
Rhododendron 'Rasputin' mit interessantem hellvioletten Farbenspiel.

März 2006 Rhododendron gehören mit zu den schönsten Blütengehölzen und faszinieren jedes Jahr erneut mit ihrer reichen und leuchtenden Blütenpracht. Für ein gutes Wachstum mit dunkelgrünen, glänzenden Blättern und einen reichen Blütenknospenansatz müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt werden.


In ihren bedeutendsten Ursprungsgebieten – China, Tibet, Nepal – wachsen die Rhododendren auf humusreichen, sauren Waldböden. Vielen Gartenfreunden ist auch bekannt, dass die Sträucher und auch die verwandten Azaleen einen sauren Boden zum guten Gedeihen benötigen. Doch ist es nicht immer einfach, den optimalen Bodenzustand herzustellen und vor allem auch langfristig zu erhalten.

Rhododendron Anbau
© Opitz, Wolfgang
Rhododendron Anbau



Die Sorte 'Catawbiense Grandiflorum' bewährt sich als Sichtschutz- und Gruppenpflanzung.
© Opitz, Wolfgang
Die Sorte 'Catawbiense Grandiflorum' bewährt sich als Sichtschutz- und Gruppenpflanzung.



'Koichiro Wad' – eine japanische Wildart.
© Opitz, Wolfgang
'Koichiro Wad' – eine japanische Wildart.



Rhododendron 'Nova Zembla’ ist winterhart.
© Opitz, Wolfgang
Rhododendron 'Nova Zembla’ ist winterhart.

nach obenDie Wurzel machts

Die beiden Rhododendren der gleichen Edelsorte sind 8 Jahre alt und wurden unter gleichen Bedingungen kultiviert. Linke Pflanze veredelt auf der Unterlage INKARHO; rechte Pflanze auf einer Standard-Unterlage. Die Prüfung des Wuchsverhaltens erfolgte in der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Bad Zwischenahn.
© Opitz, Wolfgang
Die beiden Rhododendren der gleichen Edelsorte sind 8 Jahre alt und wurden unter gleichen Bedingungen kultiviert. Linke Pflanze veredelt auf der Unterlage INKARHO; rechte Pflanze auf einer Standard-Unterlage. Die Prüfung des Wuchsverhaltens erfolgte in der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Bad Zwischenahn.
In nahezu 20jähriger Forschungs- und Züchtungsarbeit in der Bundesforschungsanstalt für gartenbauliche Pflanzenzüchtung in Ahrensburg bei Hamburg wurden aus mehr als 1,8 Mio Rhododendron-Sämlingen Pflanzen mit völlig neuen Eigenschaften entwickelt. Diese Pflanzen haben ein für Rhododendron außergewöhnlich starkes Wurzelwerk und wachsen daher auch kräftiger. Ihr wesentlicher Vorteil ist jedoch, dass sie im Gegensatz zu herkömmlichen Arten und Sorten auch noch auf leicht sauren Böden gut gedeihen. Eine Interessengemeinschaft von 26 Baumschulen erwarb das Zuchtmaterial. Diese gab den neu gezüchteten Pflanzen den Namen INKARHO (Markenzeichen). Die INKARHO-Rhododendren dienen als sogenannte Unterlagen, auf die die verschiedenen Rhododendron-Sorten veredelt werden. Die Edelsorte schöpft nunmehr ihre Kraft aus der stärker wachsenden Wurzel-Unterlage. Auch die Toleranz gegenüber einer nur leicht sauren bis neutralen Bodenreaktion, bei der die Sorten mit herkömmlicher Anzucht – manchmal auch erst nach einigen Jahren – mit gelbem Laub und kümmerlichem Wachstum reagieren, überträgt sich auf die Edelsorte. Infolge des kräftigeren Wurzelwerkes der INKARHO-Unterlage zeigt die veredelte Sorte nun ebenfalls ein kräftigeres Wachstum und als Folge eine gute allgemeine Widerstandskraft sowie eine reiche Blüte.

Da die Baumschulen bereits in den 90er Jahren mit der Vermehrung der INKARHO-Pflanzen und der darauf veredelten Anzucht der Gartensorten begonnen haben, sind heute zahlreiche Sorten, auch in größeren Exemplaren, mit der robusten INKARHO-Unterlage verfügbar. Diese Sorten sind mit einem speziellen Sorten-Etikett, das den Namen INKARHO trägt, gekennzeichnet. Mit Blick auf die oben genannten Vorteile lohnt es sich den höheren Preis für die Pflanzen aufzuwenden.

nach obenWeniger Torf

Auf herkömmliche Art vermehrte Rhododendron beanspruchen zum optimalen Wachstum einen verhältnismäßig sauren Boden mit einem pH-Wert von 4,5 bis 5,5. Um dies zu erreichen ist oft der Einsatz von größeren Mengen Torf erforderlich. Auf INKARHO veredelte Sorten zeigen ein gutes Wachstum auf leicht sauren Böden von 5,5 bis 6,5 pH und somit auf Gartenböden, die nahe am neutralen Reaktionswert (7,0) liegen. Solche Böden finden wir in vielen Gärten vor. Leichte, humose Gartenböden brauchen unter Umständen keine oder nur eine geringe Verbesserung mit Torf. Bei leichteren Lehmböden dürfte es ausreichen, einen Teil der Erde bis zu etwa 50 cm Tiefe gegen Torf auszutauschen und diesen mit dem Rest der Erde zu vermischen. Der Torf soll gut durchfeuchtet sein. Er kann auch mit gut verrottetem Rindenhumus vermischt werden. Wie alle Rhododendren benötigen auch INKARHO-Pflanzen einen wasserdurchlässigen (keine Verdichtungen, keine Staunässe) stets ausreichend feuchten Boden, der also locker und humusreich sein soll. Leichte Sandböden trocknen schnell aus. Sie werden mit Kompost-, Lauberde, oder anderen organischen Materialien, aufgewertet.

nach obenExtreme schaden

Die einzelnen Pflanzenarten wachsen am besten, wenn sie den für sie optimalen Bodenzustand vorfinden. Auch wenn die INKARHO-Rhododendren auf schwach saurem Boden gut gedeihen und eine gewisse Toleranz im neutralen Bereich (pH 7) aufweisen, darf nicht davon ausgegangen werden, dass die neueren Rhododendren auf lehmhaltigen und damit basischen Böden ohne entsprechende Bodenverbesserung optimal wachsen. Zu Fragen von Bodenuntersuchungen (pH-Wert, Düngeempfehlung) sind Auskünfte von den Beratern des Siedlerbundes und von Landwirtschaftsbehörden zu bekommen.

nach obenJährlich düngen

Rhododendren haben einen höheren Düngerbedarf als die meisten anderen Gehölze. Das bessere Wachstum, welches das stärkere INKARHO-Wurzelwerk ermöglicht, kommt jedoch nur zum Tragen, wenn auch genügend Nährstoffe zur Verfügung stehen. Da Rhododendren kein weitverzweigtes Wurzelwerk ausbilden, sind sie auf ständige Düngergaben in ihrem engeren Pflanzenbereich angewiesen. Um vom Frühjahr über mehrere Monate hinweg eine möglichst gleichmäßige Nährstoffversorgung sicherzustellen empfiehlt sich die Verwendung von Langzeitdünger, wie Osmocote Rhododendrondünger, Floranid permanent, oder eines anderen Langzeitdüngers. Im ersten Jahr nach der Pflanzung werden etwa 50 g/m² und später etwa 90 g/m² gegeben. Eine zusätzliche Düngung mit 60 g/m² Hornspänen fördert die Laubentwicklung und den Blütenknospenansatz. Vor allem nach einer starken Regenperiode empfiehlt sich Ende Juni eine Nachdüngung mit etwa 40 g/m² Nitrophoska blau spezial, da die Pflanzen meist durch die starke Blüte erschöpft sind.

© Opitz, Wolfgang
Gepflanzt werden kann von Mitte März bis Mitte Mai und von Mitte September bis Mitte November, jedoch nur bei offenem Boden und frostfreiem Wetter. Der Boden wird anschließend zweckmäßigerweise mit einer 3 bis 5 cm dicken Mulchschicht aus Torf oder abgelagertem Rindenkompost (3 cm) abgedeckt. Sie hält den Boden länger feucht und vermindert zugleich den Unkrautwuchs. Vor dem Aufbringen der Mulchschicht wird mit Hornspänen gedüngt. Beim Pflanzen wird kein Dünger gegeben, da dies zu Wurzelverätzungen führen kann. Die erste Langzeitdüngung erfolgt im Frühjahr, frühestens 3 Wochen nach der Pflanzung.

INKARHO-Rhododendren gibt es in mehr als 250 Sorten in einer breiten Farbpalette und in vielen Größen. Sie werden heute in der Regel in gutsortierten Gartenbaumschulen und Gartencentern angeboten.

Knospenbräune
Von der Rhododendronzikade übertragen: Knospenbräune
Die Wildform der Bauern-Pfingstrose (Paeonia officinalis) hat den Weg von den Südalpen in die hiesigen Gärten gefunden. Auf ihrem Weg sind durch Züchtung und Auslese viele Sorten entstanden.
Grüne Tipps im Juni
Bild 1a
4-Jahreszeiten-Gehölze

Schlagworte dieser Seite:

Rhododendron

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (2)

1
|
13. September 2011

Rhodoholiker

Es ist sehr schön was da über den pH-WERT der notwendig sein soll geschrieben wird. Rhododendron sind Gebirgspflanzen und keine Moorbeetpflanzen. Sie verlangen eine weitgehend kalkfreien Boden der
viel Luft durchläßt. Ich pflanze mit grober frischer - nicht ankompostierter - Rinde in einem Schluff-Boden mit pH 6,7 und die
Pflanzen werden nur in den ersten beiden Jahren mit ca. 30g qm im April gedüngt.
Sie blühen und gedeihen. Durch viel Gießen kann man seine Pflanzen
zu Pflegekindern erziehen und sich zum Sklaven und Zahlmeister machen.
Wasserzins! Weniger ist mehr bes. bei der Winterhärte!

2
|
3. Oktober 2011

Wilmar Kurtz

Eine meiner Rhododendren steht im Vorgarten auf einem mit Bruchstein-
mauern gebildetem Hochbeet (1,5 m hoch). Der Rhodendron ist mindestens 50 Jahre alt, nach mehrfacher Beschneidung etwa 2 m hoch und 2 m im Durchmesser. Das Zentrum der mehrstämmigen Pflanze liegt in Bodenhöhe etwa 1,0 m von der Bruchsteinmauer entfernt. Wie breit und wie tief kann das Wurzelwerk einer solchen Pflanze werden ? Ist der Wurzeltrieb solcher Pflanze so stark , dass er in etwa 80 cm unter Bodenhöhe ganz allmählich Bruchsteine aus der Mauer herausdrücken kann ?
Dank für Antwort im Voraus. Was ist zu tun ? Mfg !

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de