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Madeira − Portugals schwimmender Garten

Februar 2006 Madeira, die Blumeninsel, trägt ihren Beinamen zu Recht. Die zahlreichen unterschiedlichsten Blütenpflanzen faszinieren den interessierten Besucher stets aufs Neue.


nach obenDer Leberwurstbaum

Leberwurstbaum
© Opitz, Wolfgang
Leberwurstbaum
Ein seltenes botanisches Highlight finden wir mit dem aus Westafrika stammenden Kigelia africana. Die deutsche Bezeichnung Leberwurstbaum nimmt Bezug auf seine Früchte, die wie Leberwürste an langen Schnüren an den Zweigen hängen. Der Baum ist auch in Madeira sehr selten. Drei schöne Exemplare stehen im Stadtgarten Sao Francisco in Funchal.

Abbessinische Korallenbaum
© Opitz, Wolfgang
Abbessinische Korallenbaum
Erwähnt werden müssen auch der Prächtige – sowie der Abbessinische Korallenbaum mit ihren, von Januar bis April/Mai weithin leuchtenden, grazilen, roten Blüten. Die Blüten fallen auch deshalb besonders ins Auge, da die Bäume zu dieser Zeit noch ohne Laub dastehen.

Fächer-Aloe
© Opitz, Wolfgang
Fächer-Aloe
Sehr häufig entlang von Straßen, aber auch in Gärten und Parks, sehen wir im Süden Madeiras die Baum-Aloe. Sie steht auf einem kurzen Stamm, wird bis 1,50 m hoch und prunkt von Oktober bis Januar mit ihren leuchtend roten, kegelförmigen Blütenständen.

Auch die Fächer-Aloe wird gern wegen ihrer roten spitzkegeligen Blütenstände gepflanzt. Sie blüht im April und Mai.

Die echte Aloe (Aloe vera) hat eine gelbe Blüte und ist häufig verwildert. Das aus ihrem Fruchtfleisch gewonnene Gel – auf der Insel angeboten – wird gegen Sonnenbrand und Insektenstiche eingesetzt. Auch in Naturheilmitteln und in Kosmetika findet Aloe vera Verwendung.

Von Oktober bis Februar zeigen sich die bis zu 3 m hohen Sträucher des Weihnachtssterns mit den rot strahlenden Hochblättern von ihrer schönsten Seite.

nach obenDas Fest der Blumen

Das  Blumenfest Festa da Flor wird jedes Jahr gefeiert, wenn es auf der Insel am üppigsten blüht.
© Opitz, Wolfgang
Das Blumenfest Festa da Flor wird jedes Jahr gefeiert, wenn es auf der Insel am üppigsten blüht.
Wenn es auf der Insel am üppigsten blüht, feiern die Madeirenser in Funchal – meist am zweiten oder dritten Aprilwochenende, je nach dem Stadium der Blüte – ihr Festa da Flor (Blumenfest).

Wer sich zu dieser Zeit gerade auf Madeira aufhält, sollte sich den Umzug mit den überreich mit Blumen in verschiedenen Themen gestalteten Wagen und den kostümierten Begleiterinnen nicht entgehen lassen.

Feigenkaktus
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Feigenkaktus
In der freien Natur an den Küstenhängen im Süden und als Feldabgrenzungen begegnet uns der Feigenkaktus (Opuntia tuna). Diese stark bestachelte Pflanze wird mit ihren dickfleischigen Gliedern bis 1,50 m hoch und trägt von Juni bis September sehr schöne gelb-orange Blüten. Die reifen Früchte werden zum Verzehr angeboten. Auf den Pflanzen kann man ab und an die Koschenille-(Blut)Laus unter einem hellen, filzigen Belag finden. Sie wurde früher in anderen Ländern auf diesen Kakteen gezüchtet, und aus ihr ein wertvoller roter Naturfarbstoff gewonnen.

nach obenDie Levadas

In der Südküstenregion gibt es im Sommerhalbjahr nur wenig Regen und auch im gesamten Jahr ist die Niederschlagsmenge mit 550 mm niedrig. Demgegenüber wird die Nordseite mit bis zu 2.000 mm und das Zentralgebirge mit bis zu 3.000 mm reichlich mit Wasser versorgt. Die üppige Vegetation auf den Feldern sowie in den Gärten und Parks auf der vom Klima begünstigten Südseite, wäre ohne zusätzliche Bewässerung nicht möglich. Bereits seit dem 15. Jahrhundert legte man daher Bewässerungskanäle, die Levadas, an, die das Wasser von den oberen Bergregionen und der Nordseite bis in den unteren Teil der Südhälfte leiten. Hierzu wurden Tunnel gegraben und die Levadas zum Teil entlang steiler Berghänge mit leichtem Gefälle nach unten geführt. Heute umfasst die Länge der verschiedenen Levadas zusammen genommen etwa 2.000 km. Neben den Kanälen verlaufen schmale Wege, die zur Instandhaltung der Levadas dienen. Sie sind ein einzigartiges Angebot an Wanderwegen, die es ermöglichen die Insel auf Schusters Rappen zu erleben. Bei dem Umwandern der Bergflanken eröffnen sich uns immer neue faszinierende Ausblicke über die Landschaft, oft bis zum Meer. Die unter großen Mühen der bergigen Landschaft abgerungenen Terrassenfelder reichen in Höhen bis 700 m.

Afrikanische Liebesblume
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Afrikanische Liebesblume
Während in Küstennähe die kleine aromatische Kanaren-Banane herangezogen wird, werden in den höheren Lagen neben dem berühmten Madeira-Wein vorzugsweise Kartoffeln und Gemüse, insbesondere viele Zwiebeln, angebaut. Die eine oder andere Levada ist stückweise mit Agapanthus praecox, der Afrikanischen Liebesblume bepflanzt. Die schmalblättrige Staude hat bis 70 cm lange Stiele, auf denen große kugelförmige blaue oder weiße Blütendolden sitzen, die aus bis zu 100 Einzelblüten bestehen. Die Pflanzen blühen zwischen Mai und September.

Gleichfalls ab Juni bis zum Spätsommer blühen die Gartenhortensien. Sie fühlen sich im Halbschatten bei hoher Luft- und Bodenfeuchte wohl und finden daher in den mittleren Höhenlagen auch an den Levadas einen günstigen Standort. Die großen Blütenbälle der bis zu 2 m hohen Sträucher sind teilweise zunächst weiß und rosa und färben sich später meist blau, was auf den mehr sauren vulkanischen Verwitterungsboden zurückzuführen ist. Große Anpflanzungen dieser prächtigen Blüher beeindrucken immer wieder aufs Neue.

Madeira-Storchschnabel
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Madeira-Storchschnabel
Hin und wieder ist an den Levadas und in der Landschaft der heimische Madeira-Storchschnabel (Geranium madeirensis) zu sehen. Wegen seiner sehr schönen pinkfarbenen Blüte wird er auch gern in Gärten und Parks gepflanzt.

Madeira-Levkoje ist auf felsigem Boden zu finden.
© Opitz, Wolfgang
Madeira-Levkoje ist auf felsigem Boden zu finden.
Eine gleichfalls auf der Insel heimische Blume ist die Madeira-Levkoje. Diese etwa 50 cm große Pflanze blüht zwischen März und August rosa bis violett, seltener weiß. Zu finden ist diese Levkoje auf der kahlen, felsigen Ostspitze, der Ponta de Sao Lourenco.

Die Hauszugänge, die man an den Levadas passiert, sind oft von großen Blütenteppichen der strahlenförmigen rot bis violett leuchtenden Mittagsblume gesäumt. Sie wird auch gern als Ampelpflanze an Mauern und auf Balkonen gepflanzt.

Orchidee (Cybidium insigne)
© Opitz, Wolfgang
Orchidee (Cybidium insigne)
Vor den Häusern der Insel, auf den Zuwegen und Balkonen kultivieren die Madeirenser auch viele Orchideen – meist die an langen Stielen reich mit Blüten besetzten Cybidium insigne. Die Orchideen werden zum Teil als Schnittblumen auf dem bunten Blumenmarkt an der Kathedrale und in der Markthalle in großer Zahl angeboten.

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Madeira, die Blumeninsel, trägt ihren Beinamen zu Recht. Die zahlreichen unterschiedlichsten Blütenpflanzen faszinieren den interessierten Besucher stets aufs Neue. Es sind die vielen tropischen und subtropischen Arten, die meist wegen ihrer eindrucksvollen Blüten aus allen Erdteilen seit dem 16. Jahrhundert auf die Insel gebracht wurden. Sie prägen in den Parks, Gärten und Straßen das Bild der paradiesischen Blumeninsel. Im 18. und 19. Jahrhundert wetteiferten vor allem englische Weinhändler mit botanischen Raritäten, die sie besonders aus subtropischen Regionen importierten und damit die großen Gärten um ihre Quintas (Herrenhäuser) zu botanischen Sehenswürdigkeiten gestalteten.

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Schlagworte dieser Seite:

Abbessinische Korallenbaum, Afrikanische Liebesblume, Aloe vera, Cybidium insigne, Feigenkaktus, Fächer-Aloe, Leberwurstbaum, Madeira, Madeira-Levkoje, Madeira-Storchschnabel

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