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Prächtige Blütengehölze im naturnahen Garten − ein Widerspruch?

April 2000 Egal, ob es sich um die Neuanlage eines Hausgartens oder das Setzen eines einzelnen Baumes oder Strauches handelt, wir folgen dem Trend: "Naturnah denken, ökologisch handeln!" Darum sollen einheimische Gehölze verwendet werden, ökologisch wertvoll, Bienennährgehölz, Lebensraum und Nahrungslieferant für Vögel und Insekten.


Darüber hinaus melden wir noch kleine bescheidene Wünsche an: eine schöne Blütenpracht, möglichst mit angenehmem Duft, und eine fantastische Herbstlaubfärbung. Nicht allzuviel verlangt, möchte man meinen. Aber auf der Suche nach einem passenden Exemplar tauchen schnell Probleme auf, denn unsere Wildgehölze blühen meist unscheinbar und ausschließlich (mit Ausnahme der Wildrosen) weiß(lich) oder gelb(lich).

nach obenWildgehölze mit "Unarten"

Um in der freien Landschaft überleben zu können, sind Wildgehölze mit "Unarten" ausgestattet, die wir im Hausgarten wenig schätzen, z. B.:

  • dichter Dornen- bzw. Stachelbesatz: Wildrose (Rosa canina u. a.), Schlehdorn (Prunus spinosa)
  • Ausläufer- und Schößlingsbildung: Wildrose, Schlehe, Roter Hartriegel (Cornus sanguinea)
  • penetranter Blütenduft: (Vogelbeere (Sorbus aucupans), Mehlbeere (Sorbus aria), Speierling (Sorbus domestica u. a.); Schneeball (Viburnum) und Weißdorn-Arten (Crataegus)
  • üppige Samenkeimung: Spitz-Ahorn (Acer platanoides)

Spitz-Ahorn als Baum erster Ordnung (Höhe 15 bis 25 m) kommt ohnehin nicht infrage. Für die sommerblühende Linde müsste aus gleichem Grunde der Standort sorgfältig gewählt werden (nicht Autostellplatz wegen der üppigen Honigtauausscheidung). Bei Weiden (besonders Salix alba) ist wegen des Eindringens in Leitungen Vorsicht geboten.

nach obenEmpfehlenswerte Blütengehölze

Uneingeschränkt empfehlenswert ist der Schwarze Hollunder (Sambucas nigra), die "Hollermutter" der alten Bauernhöfe, mit großen weniger streng riechenden weißen Blütendolden, guter Schnittverträglichkeit; Standort Sonne − Schatten.

Ebenso positiv zu bewerten ist die Kornelkirsche (Cornus mas) mit hübschen gelben Blüten ab März, bestens schnittverträglich.

Der Haselnußstrauch (Corylus avellana) könnte durch einen Korkenzieher-Hasel (Corylus avellana 'Contorta') ersetzt werden und die sehr hohe Sand-Birke (Betula alba) durch eine kleine Hängeform. Doch beides ist Geschmackssache. Soweit das Angebot an auffällig blühenden Wildgehölzen.

nach obenFazit

Ein leuchtendes Rosa-Rot und Blau-Lila fehlt gänzlich. Holen wir also zusätzlich den einen oder anderen fantastisch blühenden Exoten in den Garten: Forsythie, Felsenbirne, Flieder, Spierstrauch, Magnolie, Kolkwitzie, Weigelie, Buddleia sowie eine der vielen Arten und Sorten von Zierkirsche, Zierapfel, Schneeball und Hartriegel.

Trotz der malerischen Wuchsform mit rosafarbenen Blütenkaskaden im Mai/Juni ist die Kolkwitzie (hier die Sorte 'Rosea') kein ökologisch wertvoller Zierstrauch.
© Richter
Trotz der malerischen Wuchsform mit rosafarbenen Blütenkaskaden im Mai/Juni ist die Kolkwitzie (hier die Sorte 'Rosea') kein ökologisch wertvoller Zierstrauch.
Das strahlendeste Gelb des Frühlings bietet die Forsythie (hier die Sorte 'Lynwood'= 'Lynwood Gold'), als Nahrungsquelle für Insekten aber absolut wertlos.
© Richter
Das strahlendeste Gelb des Frühlings bietet die Forsythie (hier die Sorte 'Lynwood'= 'Lynwood Gold'), als Nahrungsquelle für Insekten aber absolut wertlos.

Das Anpflanzen dieser Fremdlinge (Neophyten) heißt ja nicht, den schonenden Umgang mit der Natur vernachlässigen. Zum umweltbewussten Gärteln gehören selbstverständlich auch Themen wie Regenwassernutzung, Mulchen, Mischkultur, Fruchtfolge, Kompostieren, Schonen von Nützlingen durch sparsamste oder überhaupt keine Anwendung chemischer Spritzmittel und mineralischer Dünger – auch dazu müssen wir verstärkt beitragen.

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Schlagworte dieser Seite:

Blütengehölze, Haselnussstrauch, Korkenzieher-Hasel, Kornelkirsche, Mehlbeere, Roter Hartriegel, Sand-Birke, Schlehdorn, Schlehe, Schwarze Hollunder, Spitz-Ahorn, Vogelbeere, Wildrose

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