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Madeira − Portugals schwimmender Garten

Bougainvillea Hybriden an vielen Häusern.
© Opitz, Wolfgang
Bougainvillea Hybriden an vielen Häusern.

Januar 2006 Madeira, die Blumeninsel, trägt ihren Beinamen zu Recht. Die zahlreichen unterschiedlichsten Blütenpflanzen faszinieren den interessierten Besucher stets aufs Neue. Es sind die vielen tropischen und subtropischen Arten, die meist wegen ihrer eindrucksvollen Blüten aus allen Erdteilen seit dem 16. Jahrhundert auf die Insel gebracht wurden. Sie prägen in den Parks, Gärten und Straßen das Bild der paradiesischen Blumeninsel. Im 18. und 19. Jahrhundert wetteiferten vor allem englische Weinhändler mit botanischen Raritäten, die sie besonders aus subtropischen Regionen importierten und damit die großen Gärten um ihre Quintas (Herrenhäuser) zu botanischen Sehenswürdigkeiten gestalteten.


nach obenMildes Klima und fruchtbarer Boden

sind wesentliche Voraussetzungen für das gute Gedeihen der vielen verschiedenen Pflanzen auf Madeira, die ursprünglich in vielen Regionen der Erde wachsen. Die Insel liegt im Atlantik, 600 km von Afrika entfernt auf dem 33. Breitengrad in Höhe des marokkanischen Casablanca. Madeira hat daher ein ausgeglichenes Klima mit relativ geringen Temperaturschwankungen. Im Norden und auf der Hochebene Paul da Serra sind die Temperaturen meist niedriger und es fallen hier auch mehr Niederschläge als auf der Südseite. Auf dieser wärmeren Sonnenseite finden wir auch die eindrucksvollen Parks und Gärten mit der vielfältigen exotischen Flora. Da die Pflanzen zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten blühen, finden wir stets Gewächse, die sich von ihrer schönsten Seite zeigen. Es blühen immer irgendwelche Pflanzen rund ums Jahr. Die Blumeninsel ist vulkanischen Ursprungs und der entstandene Verwitterungsboden sehr fruchtbar. Er trägt neben dem fast ganzjährig milden Klima wesentlich zum guten Wachstum der Zierpflanzen und auch der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen bei.

Heute wachsen auf Madeira 760 Pflanzenarten. Davon sind 120 Arten heimisch, die anderen 640 Arten wurden seit der Entdeckung der Insel 1419 mit Erfolg eingebürgert. Von den eingeführten Arten fallen vor allem die Blütenpflanzen ins Auge, die auf der milderen Südseite der Insel gedeihen.

Hierzu gehören solche Pflanzen, die das ganze Jahr über immer wieder blühen, wie zum Beispiel die Bougainvillea, der Hibiscus, die Engelstrompete, der Afrikanische Tulpenbaum und die Strelitzie.

nach obenEhrung für eine Königin

Königin-Strelitzie oder Paradiesvogelblume
© Opitz, Wolfgang
Königin-Strelitzie oder Paradiesvogelblume
Die Königin-Strelitzie oder Paradiesvogelblume ist häufig in Gärten und Parks zu sehen. Eine größere Rabatte finden wir im Botanischen Garten in Funchal. Ihren Namen erhielt die aus Südafrika stammende Blume von dem deutschen Botaniker Andreas Auge in Kapstadt, der anlässlich des Besuches des englischen Königspaares 1774 die Gemahlin von König Gregor III Charlotte von Mecklenburg-Strelitz mit der Namensgebung ehrte. Heute ist die attraktive Schnittblume – sie hält sich in der Vase etwa 14 Tage – ein beliebtes Mitbringsel vom Urlaub.

Vor allem im Frühsommer ist die Blütenpracht der Bougainvillea, die sich an Mauern und Hauswänden viele Meter hoch und entlang ranken, überwältigend. Ihre Hochblätter leuchten in den Farben von Violett über Rot, Rosa bis Weiß. In Funchal überziehen sie auch die kanalisierten Flussläufe, die dafür extra mit Drähten überspannt sind.

Hibiscus rosa-sinensis
© Opitz, Wolfgang
Hibiscus rosa-sinensis
Der 1 bis 3 m hoch werdende Hibiscus-Strauch ist häufiger im öffentlichen Grün und in Gärten anzutreffen. Da er sehr dicht wächst wird er auch gern als Hecke gepflanzt. Auffällig sind seine großen Blüten mit dem weit herausragenden Stempel. Die Farbpalette reicht von Weiß über Rosa, Rot, Orange bis Gelb.

Gleichfalls im Süden der Insel bis in Höhen von 500 m sehen wir in den Gartenanlagen die bis zu 4 m groß wachsende Engelstrompete (Brugmansia) mit ihren beeindruckenden bis 20 cm langen trompetenförmigen Blüten – zu bewundern unter anderem im Palheiro Gardens.

Markant in Gärten und Parks, der Afrikanische Tulpenbaum.
© Opitz, Wolfgang
Markant in Gärten und Parks, der Afrikanische Tulpenbaum.
An der Südküste bis in Lagen von 200 m finden wir den Afrikanischen Tulpenbaum (Spathodea campanulata). Diese groß werdenden Bäume mit dunkelgrünem Laub und auffallenden tulpenförmigen orange bis scharlachroten Blüten, die nach unten hin leicht gekrümmt sind, bilden in den Gärten und Parks markante Blickpunkte.

Cassia blütenfülle ganzjährig
© Opitz, Wolfgang
Cassia blütenfülle ganzjährig
Mit gelben aufrechtstehenden Blütenständen macht die Cassie auf sich aufmerksam. An dem 1,50 bis 3 m hohen Strauch entstehen zwar während des ganzen Jahres Blüten, vorwiegend jedoch im Frühjahr und Sommer.

nach obenBlaue Bäume

Ungewöhnlich – Jacarandabäume mit blauen Blütenrispen.
© Opitz, Wolfgang
Ungewöhnlich – Jacarandabäume mit blauen Blütenrispen.
Wo sieht man schon einmal blau blühende Bäume? In Funchal, der Hauptstadt Madeiras, können wir gleich mehrere Straßenzüge mit Jacaranda-Bäumen bestaunen. An den noch kahlen Zweigen erscheinen meist ab Ende April in großer Fülle die blauvioletten Blütenrispen. Die in zartes Lila getauchten Alleen verleihen zu dieser Zeit der Stadt ein besonderes Flair. Funchal ist eine wahre Fundgrube mit tropischen und subtropischen botanischen Besonderheiten. Besuche lohnen sich für Pflanzenliebhaber vor allem im Botanischen Garten, im Park de Santa Catarina mit Blick auf das Meer und Sao Francisco Gardens (Jardim Municipal).

Geradezu ein Muss für Gartenfreunde ist eine Besichtigung des prächtigsten Inselgartens der Quinta do Palheiro Ferreiro, auch bekannt als Blandy’s Garten, 8 km nordöstlich von Funchal. Der Park ist der Öffentlichkeit gegen Eintritt zugänglich. In dem vor 200 Jahren gegründeten 12 ha großen Park stehen gewaltige alte und seltene Bäume, wie Araukarien und Himalaja-Kiefern. Die Blumenrabatten werden von ausgedehnten Oleander- und Hibiskushecken umsäumt. Im Februar/März begleitet den Weg der Besucher im Eingangsbereich eine Pflanzung mit älteren etwa 3 m hohen blühenden Kamelien-Sträuchern. Die prächtigen Sträucher, die ursprünglich aus Japan und China stammen, beeindrucken mit einfachen und gefüllten Blüten in weißen, rosa oder roten Farben.

Besenartige Südseemyrthe (Leptospermum scoparium)
© Opitz, Wolfgang
Besenartige Südseemyrthe (Leptospermum scoparium)
Im Palheiro Gardens können wir auch verschiedene Arten von Protea-Stäuchern bewundern. Bei uns als Schnittblume angeboten wird meist die Protea cynaroides. Ihr deutscher Name, Kap-Artischocke, verweist darauf, dass ihre leuchtend roten Blütenblätter artischockenartig übereinander liegen. Trocken in der Vase behält sie viele Monate ihren exotischen Reiz. Im gleichen Park beeindruckt auch die Besenartige Südseemyrthe mit ihren zahlreichen kleinen leuchtend roten Blüten, die zwischen April und August erscheinen.

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Afrikanischer Tulpenbaum, Bougainvillea, Engelstrompete, Jacaranda-Baum, Kap-Artischocke, Königin-Strelitzie, Madeira, Paradiesvogelblume, Südseemyrthe

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