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Grauschimmel- und Lederfäule an Erdbeeren nicht unterschätzen

April 2000 Erdbeeren werden von verschiedenen Schädlingen und Krankheiten heimgesucht; zu den wirtschaftlich wichtigsten zählen die zwei in der Überschrift angeführten.


nach obenGrauschimmelfäule (Botrytis)

In feuchten Jahren werden auch reifende Früchte von der Grauschimmelfäule befallen.
© Wirth
In feuchten Jahren werden auch reifende Früchte von der Grauschimmelfäule befallen.
Zunächst wird auf die Grauschimmelfäule (Botrytis) eingegangen. Diese Pilzkrankheit überwintert in abgestorbenen Pflanzenresten, befällt aber auch lebendes Gewebe. Die Überwinterungsform im abgefallenen Laub erfolgt in Gestalt von sogenannten Sklerotien. Die Hauptinfektionen werden im Frühjahr, vor allem zur Blütezeit der Erdbeerkulturen (Anfang bis Mitte Mai), durch Sporen verursacht. Erfolgen keine frühzeitigen Gegenmaßnahmen, werden später auch die Früchte infiziert.

Schadbild

Es entwickelt sich ein auffälliges Schadbild: Mausgrauer Pilzrasen an Kelchblättern, später an den Früchten, was zu ihrer Vernichtung führt und die Infektion noch gesunder Erdbeeren im Gefolge hat. In feuchten Jahren kann der Grauschimmel einen Ernteausfall von 10 bis 30 % hervorrufen.

Bekämpfung

Da es zur Zeit kaum resistente Sorten gibt, kommt man an einer Bekämpfung nicht vorbei. Infrage kommen vorbeugende mechanische sowie chemische Maßnahmen in Form von gezielten Spritzungen.

Häckselstroh zwischen den Reihen mindern den Infektionsdruck mit Grauschimmel.
© May
Häckselstroh zwischen den Reihen mindern den Infektionsdruck mit Grauschimmel.
Um den Infektionsdruck der verrottenden Pflanzenteile im Boden zu hemmen, müssen die Zwischenräume der Erdbeerbeete direkt nach der Blüte mit Häckselstroh (5 bis 8 cm hoch) abgedeckt werden, damit bei Niederschlägen das aufspritzende Wasser nicht an die Früchte gelangen kann, sondern vom Stroh abgefiltert wird. Befallene heranreifende Früchte sind einzusammeln und zu vernichten (vergraben – verbrennen).

Reichen die genannten Maßnahmen nicht aus, kann gespritzt werden. Es sind vorwiegend die nützlingsschonenden Präparate wie Sumisciex G, Euparen G, Teldor G 50 oder Ronilan WG, nach Gebrauchsanweisung, einzusetzen. Der Hauptschlag muss in die geöffnete Blüte, nach Beendigung des Bienenfluges, geführt werden.

nach obenLederfäule

Schadbild

Sowohl grüne als auch sich rötende Früchte werden zunächst gelb bis braun, später dunkelbraun und lederartig. Bei feuchter Witterung kann die gesamte Ernte vernichtet werden. Der Erreger ist ebenfalls ein Pilz, und zwar der gleiche, der auch die Kragenfäule (Erkrankung der unteren Stammpartie beim Apfelbaum) hervorruft.

Bekämpfung

Die Bekämpfung ist nur auf chemischem Wege erfolgversprechend. In Betracht kommen die Pflanzenschutzmittel, die auch beim Grauschimmel eingesetzt werden. Da sich auch die Einsatztermine decken, werden in einem Arbeitsgang beide Pilzerkrankungen erfasst.

Es ist zu berücksichtigen, dass mit Stickstoff überdüngte Erdbeerbeete stark von Botrytis heimgesucht werden, deshalb ist eine Überdüngung stets zu vermeiden.

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Botrytis, Erdbeere, Grauschimmelfäule, Lederfäule
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