Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Gemüse > Archiv (2003 - 2005) > 2005 > Das Kleingewächshaus im November
nächster Beitrag → Das Kleingewächshaus im Oktober

Das Kleingewächshaus im November

November 2005 Immer häufiger finden sich späte Gemüsekulturen, voran Endivie, Feldsalat, Spinat und Winterportulak, im Spätherbst auch im unbeheizten Gewächshaus. Soll die Ernte gut ausfallen, sind nicht nur ganz bestimmte Saat- und Pflanztermine einzuhalten, auch Klimabedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielen eine wesentliche Rolle.


Starker Grauschimmelbefall durch häufiges Gießen verbunden mit mangelhafter Lüftung.
© Niller, Ernst
Starker Grauschimmelbefall durch häufiges Gießen verbunden mit mangelhafter Lüftung.
Dem Wachstum sind durch das fehlende Licht Grenzen gesetzt. Es kann nicht durch Wärme ausgeglichen werden. Eine verstärkte Wärmezufuhr würde nur das Pilzwachstum fördern, wofür die Pflanzen jetzt besonders anfällig sind. Deshalb vorbeugend bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt, vor allem auch an warmen und sonnigen Tagen, die Fenster und Türen öffnen und den Kulturen viel frische Luft zukommen lassen.

Der Wasserverbrauch ist um diese Zeit sehr gering. Bei Bedarf nur an sonnigen Tagen ausgiebig wässern. Wichtig ist, dass die Gemüse wieder schnell abtrocknen.

nach obenGemüselagerung im Gewächshaus

Auch an kühleren Tagen müssen die Lüftungsmöglichkeiten genutzt werden.
© Niller, Ernst
Auch an kühleren Tagen müssen die Lüftungsmöglichkeiten genutzt werden.
Nicht bestellte Flächen im Haus, soweit es nicht beheizt wird, lassen sich gut für eine längere Lagerung von Gemüse nutzen. Insbesondere sind es späte Kohlarten, Porree, Zichorie Zuckerhut und Chinakohl. Sie alle werden mit Wurzelballen so spät wie möglich geerntet, nebeneinander nicht zu eng im Boden wieder eingegraben und anschließend kräftig eingewässert. Nicht versäumen sollte man zuvor das Entfernen gelber und gefaulter Blätter.

Aber auch Wurzelgemüse wie Möhren, Sellerie, Rote Rüben, Winterrettiche und Wurzelpetersilie lassen sich, gut mit Erde überdeckt, lange Zeit im Gewächshaus aufbewahren. Das Gemüse ist aber nur dann lange Zeit gut haltbar, wenn es sich nicht erwärmen kann. Es muss daher nicht nur an Frosttagen mit einem Vlies und einer Noppenfolie vor Kälte geschützt werden, sondern auch bei starker Sonneneinstrahlung. Nicht versäumt werden darf daher das rechtzeitige Lüften an frostfreien Tagen und Nächten ohne Abnahme der Bedeckung.

nach obenFrostschäden vorbeugen

Typische Kälteschäden bei unbedeckten Feldsalatpflanzen nach einigen Frostnächten mit Temperaturen unter −10 °C.
© Niller, Ernst
Typische Kälteschäden bei unbedeckten Feldsalatpflanzen nach einigen Frostnächten mit Temperaturen unter −10 °C.
Obwohl Feldsalat, Winterportulak und Spinat als frosthart gelten, können ihnen sogenannte Kahlfröste sehr zusetzen. Kritisch wird es vor allem, wenn nach starken Nachtfrösten tagsüber eine ungehinderte Sonneneinstrahlung stattfindet. Dabei steigt die Gewächshaustemperatur nicht selten auf einige Grade über Null, der Boden bleibt hingegen gefroren. Die Pflanzen tauen auf und ihre Blätter verdunsten Wasser. Da die Erde gefroren ist, können sie über ihre Wurzeln kein Wasser aufnehmen und beginnen sofort zu welken. Wiederholt sich dieser Vorgang mehrmals, so "erfrieren" die Kulturen; ihre Blätter werden welk und schließlich schwarz. Pflanzenbaulich gesehen ist es aber kein Erfrieren, sondern ein Vertrocknen. Dagegen hilft nur ein Abdecken mit Vlies; transparente Folie ist zu diesem Zweck nicht geeignet. Die Abdeckung kann wochenlang auf den Pflanzen belassen werden soweit genügend Bodenfeuchtigkeit vorhanden ist.

nach obenGewächshausfenster reinigen

Das Reinigen der Gewächshauseindeckung sollte unbedingt mit eingeplant werden.
© Niller, Ernst
Das Reinigen der Gewächshauseindeckung sollte unbedingt mit eingeplant werden.
Gemüsepflanzen im Gewächshaus mit Glas- bzw. Kunststoffeindeckung erhalten sehr viel weniger Licht als die Gewächse im Freiland. Staub, Ruß, Abgase von Autos und Flugzeugen und sonstige Ablagerungen können die Lichtdurchlässigkeit eines Gewächshauses erheblich mindern. Besonders lichtbedürftige Gemüsepflanzen wie Salate, Rettiche und Radieschen, Kohlrabi, Tomaten u. a. reagieren empfindlich. Dies zeigen sie durch mangelhafte Kopfbildung (Salat), hochovale Knollenbildung (Radieschen und Kohlrabi), unzureichende Rüben- und starke Laubentwicklung (Rettich) oder Abstoßen von Blüten (Tomaten und Paprika). Soweit es die Witterung zulässt, sollte man die Bedachung des Gewächshauses gründlich reinigen. In manchen Gebieten, zum Beispiel in Flugplatznähe, kommt man nicht umhin die Reinigung mehrmals im Jahr vorzunehmen. Leichte, fettlösende Mittel (z. B. Geschirrspülmittel) können dem warmen Reinigungswasser zugegeben werden. Auf starke chemische Mittel sollte man verzichten.

Lesen Sie auch:
Das Kleingewächshaus im Januar Januar 2005
Der Gemüseanbau im unbeheizten Gewächshaus, ob aus Glas, Kunststoff oder Folie, muss – wie bei der Freilandbestellung – "nach Fahrplan" erfolgen.
Das Kleingewächshaus im Februar Februar 2005
Keine Angst vor Kälte. Für den Gemüsegärtner geht die winterliche Ruhepause bald zu Ende. Die Sonneneinstrahlung ist im Februar bereits so stark, dass ohne Bedenken im unbeheizten Gewächshaus gegen Ende Februar die erste Bestellung erfolgen kann. Schnee- und Nachtfröste sollten kein Hinderungsgrund sein, schon jetzt mit dem Anbau zu beginnen.
Das Kleingewächshaus im März März 2005
Anfang März sollte man nicht mehr zögern und das Gewächshaus – ob kalt oder beheizt – unbedingt bestellen. Zum Anbau bieten sich Salatarten, Radieschen (siehe Kulturhinweise in FuG Ausgabe Februar) sowie Kohlrabi, Rettiche, Kresse und Schnittsalat an.
Das Kleingewächshaus im April April 2005
Im Gewächshaus herrscht jetzt Hochbetrieb. Die Gemüsekulturen haben mit Hilfe von Vlies die kalten Tage gut überstanden. Demnächst kommen die Radieschen zur Ernte; Salate, Rettiche und Kohlrabi folgen bald nach. Doch muss auch noch im April mit kalten Tagen gerechnet werden.
Das Kleingewächshaus im Mai Mai 2005
Nach den letzten Frühgemüseernten steht jetzt die Neubestellung des Gewächshauses mit Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen an. Sie lassen sich bei sorgfältiger Pflege trotz ihrer unterschiedlichen Wachstumsbedingungen zusammen im Haus kultivieren.
Das Kleingewächshaus im Juni Juni 2005
  • Pflegetipps für Gewächshaustomaten
  • Paprika stellt hohe Ansprüche
  • Blattläuse bevorzugen vor allem die Paprikapflanzen
  • Gurkenpflege im Gewächshaus wie ein Profi
Das Kleingewächshaus im Juli Juli 2005
Bewässern, Düngen, kräftiges Lüften sowie die erste Schädlingsbekämpfung stehen in den kommenden Wochen im Vordergrund. Sie sind entscheidend für die Gesundheit der Gemüsepflanzen und bestimmen die Qualität des Ertrages.
Das Kleingewächshaus im August August 2005
Gewächshausgärtner wollen selbstverständlich das ganze Jahr über ihr Haus bestellen. Ist die Frühjahrs- und Sommernutzung mit relativ wenig Problemen behaftet, so sind dem Herbst- und Winteranbau durch das fehlende Licht Grenzen gesetzt.
Das Kleingewächshaus im September September 2005
In der ersten Septemberwoche kann das unbeheizte Gewächshaus noch mit Endivienpflanzen bestellt werden.
Das Kleingewächshaus im Oktober Oktober 2005
Vielfach ist man der Meinung, dass der gemüsebaulich genutzte Gewächshausboden eine Ruhezeit benötigt und daher in den Herbst- und Wintermonaten unbestellt bleibt. Das Gegenteil ist jedoch der Fall.
Das Kleingewächshaus im November November 2005
Immer häufiger finden sich späte Gemüsekulturen, voran Endivie, Feldsalat, Spinat und Winterportulak, im Spätherbst auch im unbeheizten Gewächshaus. Soll die Ernte gut ausfallen, sind nicht nur ganz bestimmte Saat- und Pflanztermine einzuhalten, auch Klimabedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielen eine wesentliche Rolle.
Das Kleingewächshaus im Dezember Dezember 2005
Im vergangenen, langanhaltenden, strengen Winter reichte eine Vliesabdeckung der Kulturen im ungeheizten Gewächshaus nicht aus. Die Frostschäden bei Endivie, Feldsalat, Spinat, Winterportulak u. a. waren mancherorts beträchtlich. Teilweise war auch der Gewächshausboden so stark gefroren, dass die übliche Frühjahrsbestellung in der ersten Märzwoche nicht erfolgen konnte.
Im Winter Wasservorrat im Gewächshaus ergänzen Januar 2006
Während der Wasservorrat des Freilandbodens durch Regen und Schnee laufend ergänzt wird, fehlen im Gewächshaus die natürlichen Niederschläge. Nach heißen Sommer- und Herbstwochen ist der Boden nicht selten bis weit in den Untergrund ausgetrocknet.

nächster Beitrag → Das Kleingewächshaus im Oktober
Die Spinatkultur im Haus bereitet keine Probleme.
Das Kleingewächshaus im Oktober
Im unbeheizten Gewächshaus muss die Endivienpflanzung bereits Ende August erfolgen.
Das Kleingewächshaus im August
Winterportulakernte im unbeheizten Gewächshaus.
Das Kleingewächshaus im September

Schlagworte dieser Seite:

Feldsalat, Gemüselagerung, Gewächshaus, Spinat, Winterportulak

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de