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Kulturlandschaft Lüneburger Heide

Oktober 2005 Jedem Freizeitgärtner kann nur dringlichst empfohlen werden bei Pflanzungen über die Eigenschaften seines Bodens unterrichtet zu sein. Vieles Nichtgedeihen macht einen berechtigt mutlos und unzufrieden, denn oft sind ungünstige Bodenverhältnisse die Ursache des Misserfolges.


Nach eigenen Beobachtungen wird man festgestellt haben, dass sich reine Ton-, Sand- und Rohhumusböden für den Garten nicht eignen. Verwendbar dagegen ist ein humoser kalkhaltiger leichter Lehmboden für die meisten Nutzpflanzen. Die Bedeutung des Bodenzustands kommt in der Mutterbodenwirtschaft zum Ausdruck, die besagt, dass bei allen Bauvorhaben die Ackerbodenkrume oder der "Mutterboden" sorgfältig in Haufen abzutragen ist. Die Erhaltung dieser Schicht beherbergt die Kleinlebewesen, die sich in der Dunkelheit des Bodens aufhalten und aus Pflanzen und Tieren bestehen (Algen, Urtiere, Bakterien, Regenwurm).

Fazit: Humus dient der Fruchtbarkeit, bindet den Sandboden und lockert den Tonboden. Regelmäßige Bearbeitung lässt aus dem Rohhumus milden, später Dauerhumus werden. Heller Boden ist humusarm, Regenwürmer entfliehen dem sauren Substrat. In einem garen, tätigen Boden befinden sich in einem Gramm über 100 Mio. Kleinlebewesen.

nach obenUngleiche Niederschlagsmengen

In unserem Klima betragen die durchschnittlichen Regenmengen 690 mm im Jahr. Sie liegen im Westen in Meeresnähe höher. Im Bayerischen Wald, Harz, den Alpen sind stellenweise höhere Werte zu verzeichnen. Niederschlagsarm sind dagegen die Gebiete am Mittelrhein (680 bis 650 mm), im Oberrheingebiet sind es 700 bis 800 mm.

nach obenGeschichte – Ökologie – Lage

Die Heide ist ein Sandgebiet mit Aufforstung von Kiefern und Fichten. Schon in früherster Jugend macht der Mensch mit dem rieselnden Sand nähere Bekanntschaft (Sandkästen). Das Gebiet liegt im norddeutschen Raum und wurde schon in der Bronzezeit besiedelt (1750 bis 800 v. Chr.). Es war die Zeit der nachweislichen Hünengräber von denen Theodor Storm berichtet. Sie liegt zwischen Elbe und Aller. Ihre höchste Erhebung sind die Wilseder Berge (169 m), eine Moräne der letzten Eiszeit.

Die evangelisch-lutherische Kirche St. Stephanus steht in der Mitte des Dorfes Egerstorf, malerisch von einem Lindenkranz umgeben. Sie vermittelt am schönsten das Bild der romantischen "alten Heidekirche".
© von Esebeck, Heribert
Die evangelisch-lutherische Kirche St. Stephanus steht in der Mitte des Dorfes Egerstorf, malerisch von einem Lindenkranz umgeben. Sie vermittelt am schönsten das Bild der romantischen "alten Heidekirche".
Die Heidschnucke, eines der Wahrzeichen der Lüneburger Heide, ist eine kleingewachsene Schafart.
© von Esebeck, Heribert
Die Heidschnucke, eines der Wahrzeichen der Lüneburger Heide, ist eine kleingewachsene Schafart.
Das romantische Gemüt stellt die Heide in Schrift und Gesang stets als Naturlandschaft heraus, eine Ansicht die zunächst verständlich erscheint. Verfolgt man ihre Geschichte stellt man fest, dass seit ihrer Erstbesiedelung Rodungen stattfanden. Einen Tiefstand der Waldbewirtschaftung gab es in der zweiten Hälfte des 18. Jhr. Heute ist der ökologische Zustand der Zeit entsprechend. Die Pflanzengesellschaften sind artenreich und geben Tieren Nahrung und Schutz. Der Heidjer, der Bevölkerungsname, lebt von den eigenen Erzeugnissen, wie Wolle, Fleisch, Honig. Typisch für das Landschaftsbild ist die genügsame Heidschnucke, welche die Heide "kurz" hält und verjüngt.

Der einst ärmlichen Bevölkerung ging es Mitte des neunzehnten Jahrhunderts wirtschaftlich wesentlich besser. Durch Justus von Liebig wurde die Ackerbauchemie propagiert und der Mineraldünger setzte sich durch, wodurch eine Ertragssteigerung einsetzte.

nach obenGeologie – Hochmoor – Heideerde

Boden entsteht durch Verwitterung chemisch-biologischer Vorgänge, die sich fortwährend in der Natur abspielen. So auch die Heide. Sie ist ein typisches Hochmoor (Heidemoor) und liegt über dem ursprünglichen Wasserspiegel und wird vom Regenwasser gespeist. Im Gegensatz dazu das Niederungsmoor. Im Gartenbau mit seinen unterschiedlichen Kulturen spielt der Torf zur Bildung humusbildender Stoffe eine beachtliche Rolle; speziell für die Zahl der Immergrünen. Entstanden ist der Boden durch Verwitterung der Besenheide (Calluna) und Glockenheide (Erika). Die "Mächtigkeit" der Heideschicht beträgt bis 10 Meter Tiefe.

Heide-Wacholder
© von Esebeck, Heribert
Heide-Wacholder
Lüneburger Heide
© von Esebeck, Heribert
Lüneburger Heide

nach obenPflanzengemeinschaft – Florenvielfalt

Geprägt wird der Pflanzenbestand durch die dominierende Besenheide in Gemeinschaft mit Besenginster, Birken, Ebereschen und jenen anspruchslosen krautigen Pflanzen, die bereits im Namen mit der Heide gekennzeichnet sind – Preisselbeere, Heidelbeere, Zwerg-Heideröschen. Ein Nachteil im gestörten Ökosystem ist der große Stickstoffeinfluss, der durch starke Emissionen (Abgase) hervorgerufen wird. Trotz genannter Einwände bleibt uns auch für die Nachwelt die Heide ein Stück lebendiger Natur, die als Erholungsraum und Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen wurde.

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Schlagworte dieser Seite:

Boden, Heide, Humus, Niederschläge

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