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Kletterer − Begrünte Fassaden

Efeu erobert eine Giebelwand.
© Opitz, Wolfgang
Efeu erobert eine Giebelwand.

Oktober 2005 Kletterpflanzen eignen sich zur Begrünung von Hauswänden, Begrenzungsmauern, Zäunen, freistehenden Rankgerüsten, als Sichtschutz zum Beispiel von Sitzplätzen und auch waagerechten Pergolen über der Terrasse als Schattenspender. So ist der Schatten eines Pflanzendaches angenehmer und kühler als der einer Markise.


In der August-Ausgabe hatte "Familienheim und Garten" bereits Möglichkeiten der Fassadenbegrünung vorgestellt – und zwar überwiegend aus gestalterischer und technischer Sicht. Heute stehen die Pflanzen selbst im Mittelpunkt.

Bepflanzte Wände geben dem Haus eine besondere Note. Die dichte Blätterwand sorgt darüber hinaus für einen zusätzlichen Schutz vor Sonne, Wind und Regen. Die senkrechten grünen Wände schaffen erweiternde und verbindende Gartenperspektiven. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass Kletterpflanzen nur eine geringe Grundfläche beanspruchen. Für eine dauerhafte Begrünung kommen naturgemäß nur mehrjährige Pflanzenarten in Betracht.

nach obenMauerwerk und Rankgerüste

Zunächst ist wichtig zu wissen, dass es Kletterpflanzen gibt, die sich mit Haftwurzeln oder Haftschalen fest an Mauerwerk, auch Bretterwände und Baumstämme klammern können und in diesen Fällen nicht auf zusätzliche Kletterhilfen angewiesen sind. Das Mauerwerk und der Putz müssen jedoch stabil sein und der Putz soll auch keine Risse aufweisen. Haftwurzelkletterer (Efeu, Kletterhortensie) und Haftschalenranker (Wilder Wein) nicht an dispersions- und dispersionssilikatbeschichtete Oberflächen pflanzen, da die Beschichtungen beeinträchtigt werden. Auch Holzfassaden sollten mit diesen Arten nicht begrünt werden. Andererseits können die genannten Kletterpflanzen natürlich auch an Rankgerüsten, wie Pergolen, Zäunen, Säulen oder ähnlichen Kletterhilfen gepflanzt werden. Hinzuweisen ist, dass die hochwachsenden Kletterpflanzen unter Dachziegel und Firstpfannen sowie in und um Regenrinnen und Rohre wachsen und so schaden können. Sie sollten daher jeweils rechtzeitig zurückgeschnitten werden.

nach obenWilder Wein

Wilder Wein 'Engelmannii' in seiner feuerroten Herbstfärbung.
© Opitz, Wolfgang
Wilder Wein 'Engelmannii' in seiner feuerroten Herbstfärbung.
Zu den Haftschalenrankern gehört der Wilde Wein, die also an Mauern ohne Rankgerüst haften. Die Art mit dem lateinischen Namen Parthenocissus quinquefolia kommt aus dem östlichen Nordamerika. Die Pflanzen wachsen jährlich mit 0,60 bis 1 m rasch in die Höhe und können 10 bis 15 (bis 20) m erreichen. Der Wilde Wein beeindruckt durch seine prachtvolle Herbstfärbung, die bei dieser Sorte von Scharlach- bis Braunrot variiert. Er gedeiht in sonniger bis schattiger Lage. Die Sorte Parthenocissus quinquefolia 'Engelmannii' fällt auf durch eine prächtig leuchtende dunkel- bis feuerrote Herbstfärbung.

Die aus Japan und Korea stammende Parthenocissus tricuspidata 'Veitchii' zeichnet sich mit 0,50 bis zu 2,50 m jährlich, durch ein besonders schnelles Wachstum aus. Sie erreicht die gleiche Höhe wie die oben genannte Art. Wegen ihres starken Wachstums ist sie besonders zur schnellen Begrünung auch weniger ansehnlicher Flächen geeignet. Die Sorte wird auch gern gepflanzt wegen ihrer glänzend grünen Blätter und der auffallend schönen Herbstfärbung, die von Gelborange über Scharlachrot bis Dunkelkarmin reicht. Ihr Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Sie ist ausreichend frosthart. Die Triebe können jedoch in sehr strengen Wintern zurückfrieren. Die Schäden wachsen sich aber schnell wieder aus. Wilder Wein stellt keine Bodenansprüche. Er wächst sowohl in leichteren (sandigen) als auch schwereren (lehmigen) gut kultivierten Gartenböden.

nach obenEfeu

Mit Efeu berankter Holzzaun.
© Opitz, Wolfgang
Mit Efeu berankter Holzzaun.
Buntblättriger Efeu an einer Säule neben der Terrasse.
© Opitz, Wolfgang
Buntblättriger Efeu an einer Säule neben der Terrasse.
Schon vor mehr als 20 Mio. Jahren wuchs der Efeu bei uns auf der Nordhalbkugel. Er ist die bekannteste Kletterpflanze und auch weit verbreitet. Als Vorzüge sind zu nennen seine grüne Belaubung auch im Winter und seine Fähigkeit sich mit seinen Haftwurzeln an das Mauerwerk zu klammern, sodass ihn auch starke Stürme so gut wie nicht abreißen können. Dank seiner Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge, möglicherweise erworben im viele Mio. Jahre währenden Überlebenskampf, kann er mit mehr als 400 Jahren ein sehr hohes Alter erreichen. Efeu ist auch wie kaum eine andere Pflanze in der Lage, unter stark schattigen Bäumen den Boden dauerhaft zu begrünen. Vorsicht ist jedoch angebracht. Wir sollten ihn in seiner Ausdehnung begrenzen. Er schafft es, wenn er an Bäumen hoch wächst, auch ältere Exemplare zum Absterben zu bringen. Efeu gedeiht gut in halbschattigen bis schattigen Standorten und bevorzugt einen humosen, nährstoffreichen Boden.

Sorten

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Viel Spaß beim Gärtnern!
Unter den zahlreichen Sorten gibt es viele, die weniger gute Eigenschaften, wie mangelnde Frosthärte oder Haftfähigkeit am Mauerwerk aufweisen. Daher sollte man sich beim Kauf gut über die Eigenschaften informieren. Bei der Verwendung als Bodendecker ist zum Beispiel die Haftfähigkeit weniger von Bedeutung.

Ein empfehlenswerter Kletterer ist zum Beispiel Hedera helix 'Woerner'. Er wächst 10 bis 15 m hoch und hat dunkelgrüne Blätter mit weißlichgrüner, zierender Blattaderung. Die Sorte ist auch ein guter Bodendecker.

Von den Gelbbunten gilt Hedera helix 'Goldheart' als die frosthärteste und auch gut kletternde Sorte. Ihre grünen Blätter sind in der Mitte hellgelb bis gelb gefärbt. Sie erreicht in 5 Jahren etwa 3 m Höhe. Gelegentlich werden grüne Triebe gebildet, ein Rückschlag in die Ursprungsform. Diese müssen rechtzeitig entfernt werden. Diese Sorte sollte möglichst nicht geschnitten werden, da Neuaustriebe oft grün werden. Andererseits ist die gelbe Blattzeichnung sehr attraktiv und ergibt einen guten Kontrast an roten Ziegelmauern. Gepflanzt wird 'Goldheart' in eine halbsonnige bis schattige Lage – sie verträgt, vor allem im Winter, keine volle Südsonne.

nach obenKletterhortensie

Die Haftwurzeln einer Kletterhortensie krallen sich ins Mauerwerk.
© Opitz, Wolfgang
Die Haftwurzeln einer Kletterhortensie krallen sich ins Mauerwerk.
Kletterhortensie bekleidet eine Garagenwand.
© Opitz, Wolfgang
Kletterhortensie bekleidet eine Garagenwand.
Mit dem lateinischen Namen Hydrangea petiolaris ist die Kletterhortensie, ebenso wie der Efeu, ein Haftwurzel-Kletterer. An Wänden und Bäumen ist daher eine Kletterhilfe nicht erforderlich. Hier kann sie mit 10 bis 15 m eine beachtliche Höhe erklimmen. Am Boden bildet sie ohne Kletterhilfe bis zu 1,50 m hohe Büsche. Sie ist auch gut geeignet zur Begrünung von Pergolen, Holzpyramiden und Säulen. Die Kletterhortensie wirkt mit ihren flachen, weißen, bis 25 cm Ø großen Schirmblüten sehr malerisch und wird als Kletterpflanze leider noch zu wenig beachtet. Als ehemalige Waldpflanze gedeiht sie gut in halbschattiger bis schattiger, kühl-feuchter Lage. Bevorzugt wird ein gut durchlässiger, nahrhafter Gartenboden im sauren bis neutralen Bereich – kalkhaltige Dünger deshalb meiden.

Pflanzen
Fassadenbegrünung
Bild 2: Buntblättrige Sor ten eignen sich gut für kleine Mauern oder Spaliere.
Pflanzen
Im Efeuland
Regen in Blau
Pflanzen
Keine Angst vor Kletterpflanzen!

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Efeu, Fassadenbegrünung, Kletterhortensie, Kletterpflanze, Wilder Wein

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