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Ein Blick in die Tiefe

Oktober 2005 Das Wurzelwerk unserer Gemüsepflanzen dient deren Verankerung im Boden, der Wasser- und Nährstoffaufnahme, der Weiterleitung von Nährlösungen in den Spross und oft der Speicherung von Reservestoffen. Seine Entwicklung wird im wesentlichen durch erbliche Veranlagung (Arten), Bodenbedingungen und Kultureingriffe bestimmt.


Verlauf des Wurzelwachstums
© Titze, Winfried
Verlauf des Wurzelwachstums
Von der genetisch bedingten Entfaltung her sind z. B. Flach- und Tiefwurzler zu unterscheiden. Flachwurzler bilden meist in einem kleinen Bodenraum ein dichtes Wurzelbüschel, Tiefwurzler im großen Bodenraum tiefgehende Hauptwurzeln mit verschieden langen Verzweigungen. Der Kulturstandort (Garten, Beet) wandelt die Wurzeltiefe und -ausdehnung ab, so wird z. B. das seitliche Ausmaß meist von den Abständen zu den Nachbarpflanzen begrenzt. Entwicklungsstand und Wachstumsdauer beeinflussen sie ebenfalls, wie am Beispiel Weißkohl ersichtlich wird (Abb.), während andererseits die Möhre zum Beispiel ein primäres, ziemlich rasch abgeschlossenes Wurzel(tiefen)wachstum und erst später ein sekundäres Dickenwachstum erfährt.

Wurzeltiefe verschiedener Gemüsearten
© Titze, Winfried
Wurzeltiefe verschiedener Gemüsearten
Im Mittel erreichen unsere Gemüsearten die in der Darstellung angegebenen Wurzeltiefen. Dessen ungeachtet zeigt die Zeichnung, dass z. B. der Weißkohl auch bis zu 140 cm tief "hinabtauchen" kann, bei der Gartenbohne wurden bis zu 120 cm, bei der Möhre bis zu 130 cm, bei der Puffbohne bis zu 170 cm, bei der Erbse bis zu 210 und beim Spargel ebensoviel Zentimeter nachgewiesen. Unter Glas scheint der Wurzeltiefgang der Gewächse ohnehin etwas größer zu sein. So wurden (nach v. Hößlin) in einem tiefgründigen Lehmboden Weihenstephans beim Kohlrabi 90 cm, beim Kopfsalat 120 und bei der Tomate sogar 210 cm gemessen. Dennoch befand sich der Hauptteil der Wurzeln auch dort im Bereich von 0 bis 50 cm. Im Freiland liegt er allgemein in der Zone 0 bis 20 − 30 (- 40) cm.

Bodenstruktur (sie kennzeichnet das Verhalten der Bodenteilchen zueinander, z. B. Bodenart, -krümelung, -lockerung, -verdichtung und der aus ihnen resultierende Eindringwiderstand), Bodenfeuchte und Bodendurchlüftung sind Stichworte für die oben erwähnten Bodenbedingungen. Alle Lebensvorgänge, die die Verwitterung fördern und den Boden aufschließen, begünstigen die Wurzelentwicklung. Die Bodenbearbeitung in ihrer unterschiedlichen Form, die Bewässerung, Düngung, Unkrautbekämpfung, zum Wachstumsbeginn das Pikieren, Verpflanzen, ggf. Teilen der Gemüsepflanzen sind Kennworte für die einleitend genannten "Kultureingriffe". Beschädigungen des Wurzelwerks wirken sich nachteilig auf Wuchs und Ertrag der Gewächse aus.

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Flachwurzler, Möhre, Tiefwurzler, Weißkohl, Wurzel, Wurzelwachstum

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