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Hortensien − Sträucher für die halbschattige Lage

Tellerförmige Garten-Hortensien mit dem Charme von Wildpflanzen.
© Wolfgang Opitz
Tellerförmige Garten-Hortensien mit dem Charme von Wildpflanzen.

September 2005 Freiland-Hortensien gedeihen gut in sonniger und halbschattiger Lage. Ihre Schattenverträglichkeit können wir uns zunutze machen, um die vom Licht weniger begünstigte Nordseite des Hauses in ein freundlicheres Bild zu setzen. Vielfach ist zu beobachten, dass auf der Schattenseite des Hauses stärker immergrüner Rhododendron und Nadelgehölze gepflanzt werden. Dadurch wird der dort ohnehin düsterere Eindruck noch verstärkt.


Neben ihren beeindruckenden großen Blütenständen haben Hortensien den weiteren Vorteil, dass sie in den Sommermonaten blühen, je nach Sorte zwischen Ende Juni und Anfang Oktober. Einer Zeit also, in der die Blütenpracht der meisten Sträucher schon lange vorbei ist. Hervorzuheben ist auch die jeweils langanhaltende Blütezeit der einzelnen Sorten. Die Hortensien sind von weither zu uns gekommen. Ihre Heimat liegt in Ost- und Südostasien, in Nordamerika, den Anden und im Süden von Chile.

Entsprechend ihrer unterschiedlichen Herkunft gibt es bei den Hortensien zahlreiche Arten und Sorten mit unterschiedlichen Blütenformen in den Farbtönen von Weiß über Rosa, Rot bis Blau. Überhaupt hat die Blüte eine interessante Entstehungsgeschichte. Die großen dekorativen Blütenstände sind aus einer langen Entwicklung und der Züchtung hervorgegangen. Wir haben es bei den Hortensien mit zwei Blütenformen zu tun. Im Inneren der Blütenstände befinden sich kleinere, unscheinbare, fruchtbare (fertile) Blüten und außen herum sehen wir große, auffällige, aber sterile Scheinblüten, hervorgegangen durch Vergrößerung der Kelchblätter. Sie sind der Schauapparat zum Anlocken der Insekten. Bei zahlreichen Ziersorten sind keine oder kaum noch fruchtbare Mittelblüten vorhanden. Durch die Vielzahl der Scheinblüten kommt eine große schmückende Wirkung mit weithin leuchtenden Blütenbällen oder Blütenrispen zustande.

nach obenBodenansprüche

Bevorzugt wird ein humoser, nahrhafter, gleichmäßig feuchter Gartenboden mit einem schwachen Säuregrad von etwa 5,5 bis 6,0 pH. Wenn die Blätter zwischen den Blattadern aufhellen und gelb werden haben wir es in der Regel mit Chlorose zu tun. Diese geht auf Eisenmangel zurück. Meistens ist jedoch genügend Eisen im Boden vorhanden. Dieses wird allerdings durch einen zu hohen Kalkgehalt (hoher pH-Wert) festgelegt. Abhilfe schafft eine Zugabe von Torfmull oder Moorerde, was den pH-Wert senkt. Vorteilhaft ist es daher in der Regel Torf oder Moorerde dem Boden bereits beim Pflanzen beizumischen. Bei echtem Eisenmangel im Boden werden spezielle Eisenpräparate, die der Fachhandel anbietet, eingesetzt. Um Jahr für Jahr eine reiche Blüte zu sichern, dürfte in der Regel jeweils im Frühjahr eine Düngung mit 60 bis 80 g/m² Nitrophoska perfekt ausreichen. Hortensien sind empfindlich gegen Trockenheit. Wer in trockenen Zeiten gießt, hat auch mehr Freude an einer längeren Blüte. Und noch ein Tipp: Die Blütenbälle der Hortensien eignen sich auch gut zum Trocknen.

nach obenAus dem Sortiment

Hydrangea arborescens 'Annabelle' mit ihren großen, cremweißen Blütenbällen, die sich beim Abblühen grün färben.
© Wolfgang Opitz
Hydrangea arborescens 'Annabelle' mit ihren großen, cremweißen Blütenbällen, die sich beim Abblühen grün färben.
Hydrangea arborescens 'Annabelle' grün gefärbt, nach dem Abblühen
© Wolfgang Opitz
Hydrangea arborescens 'Annabelle' grün gefärbt, nach dem Abblühen
Große, eindrucksvolle Blütenbälle mit 15 bis 25 cm Ø bildet Hydrangea arborescens 'Annabelle'. Die Blüten sind zunächst grünlich, später rahmweiß und beim Abblühen wieder grün. Der Strauch wird 1 bis 1,50 m hoch. Die Blüten bilden sich bei 'Annabelle' an den diesjährigen Trieben. Daher werden die alten Triebe nach dem Winter stark auf 10 bis 15 cm über dem Boden zurückgeschnitten. Schwache Triebe werden ganz entfernt. So halten wir die Büsche auf 1 m Höhe und bekommen starke Triebe mit großen Blütenbällen. Die schweren Köpfe müssen oft, besonders bei Regen, durch ein "Korsett" gestützt und so vor dem Umknicken geschützt werden. Die Sorte ist frosthart, recht gut schattenverträglich und breitet sich durch Bodentriebe aus.

Die sterilen Scheinblüten der Garten-Hortensie bilden weithin leuchtende Blütenbälle.
© Wolfgang Opitz
Die sterilen Scheinblüten der Garten-Hortensie bilden weithin leuchtende Blütenbälle.
Von den Garten-Hortensien (Hydrangea macrophylla) gibt es mehr oder weniger frostharte Sorten. Die Sorte 'Bouquet Rose' gehört mit zu den frosthärtesten. Der Strauch wird 1 bis 1,30 m hoch. Er bildet Blütenfarben von Rosa über Rosalila bis Hellblau. Die Farbbildung ist abhängig vom pH-Wert des Bodens. Bei niedrigen pH-Werten färben sich die Blüten Richtung Blau, bei höheren in den Bereich Rosa. Dies kennen wir auch bei anderen Sorten, manche "erröten" auch bei genügend saurem Boden. Die großen, ballförmigen Blüten der obengenannten Sorte werden zum Teil auch an diesjährigen Trieben gebildet, sodass auch nach einem Zurückfrieren von Vorjahrestrieben noch eine reiche Blüte gesichert ist.

Empfehlenswert ist auch die Sorte 'Compacta', die einen 1 bis 1,30 m hohen straff wachsenden Busch bildet. Die Farbe ihrer Blütenbälle reicht von Rosa bis Blaurot.

Immer beliebter werden die tellerförmigen Hortensien, deren flache Blütenstände rundum mit großen Randblüten besetzt sind und die den Charme von Wildpflanzen besitzen. Die Sorte Hydrangea macrophylla 'Blue Wave' wird etwa 1,20 m hoch. Ihr flacher Blütenstand hat im Innern kleine blaue, fruchtbare Blüten und außen große sterile Randblüten, die von Rosa bis Blau, abhängig vom pH-Wert, variieren. Die Garten-Hortensien werden nicht zurückgeschnitten, denn jeder kräftige Trieb – schwache Triebe entfernen – hat bereits an seiner Spitze eine Blütenknospe ausgebildet.

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Viel Spaß beim Gärtnern!
Lange, kegelförmige Blütenstände zeichnen die Rispen-Hortensie aus.
© Wolfgang Opitz
Lange, kegelförmige Blütenstände zeichnen die Rispen-Hortensie aus.
Die Rispen-Hortensie Hydrangea paniculata 'Grandiflora' ist die frosthärteste unter den Freiland-Hortensien. Sie wird 2 bis 3 m hoch und liebt eine sonnige bis halbsonnige Lage (verträgt weniger Schatten). Der alljährlich überreich blühende Strauch beeindruckt mit seinen bis zu 30 cm langen, kegelförmigen cremeweißen Blütenrispen, die sich beim Verblühen rosa färben. Diese Art blüht an den diesjährigen Trieben. Wenn wir regelmäßig die Triebe im Frühjahr stark zurückschneiden, kann der Strauch auf etwa 1 m Höhe gehalten werden. Soll der Strauch höher wachsen, wird nur wenig oder nicht zurückgeschnitten.

nach obenDie Samt-Hortensie

Samt-Hortensie
© Wolfgang Opitz
Samt-Hortensie
Sie ist eine exotisch anmutende Schönheit und wie das bei Schönheiten manchmal so ist, auch ein wenig empfindlich. Der botanische Name der Samt-Hortensie, die ihren Weg aus China zu uns fand, lautet Hydrangea sargentiana. Sie hat dicke, wenig verzweigte Triebe und wächst etwa bis 2,5 m hoch. Ihre großen, bis zu 20 cm Ø, tellerförmigen Schirmrispen mit fruchtbaren kleinen, lila bis violetten Innenblüten und außen mit sterilen großen, weißen, kleeblattähnlichen Randblüten, ziehen unwillkürlich die Blicke im Garten auf sich.

Die samtigen, großen Blätter sind empfindlich gegen stärkere Sonneneinstrahlung, Wind und Trockenheit. Diese Hortensien-Art braucht also zum guten Gedeihen einen halbschattigen, windgeschützten Platz. Zusätzliches Gießen bei Trockenheit sorgt dafür, dass die empfindlichen Blattspitzen und -ränder nicht eintrocknen. Bevorzugt wird ein humoser Gartenboden im leicht sauren Bereich mit einem pH-Wert von etwa 5,5 bis 6,0. Der Strauch ist etwas spätfrostempfindlich. Zurückgefrorene Triebe nach einem starken Frost, treiben nach einem Rückschnitt im Frühjahr in das gesunde Holz, jedoch in der Regel wieder gut durch. Ansonsten wird die Samthortensie nur wenig geschnitten. Die verblühten Blütenstände sehen auch im Winter noch dekorativ aus. Sie und die schwachen Triebe werden im Nachwinter entfernt.

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Gartenhortensie, Hortensie, Rispenhortensie, Samthortensie

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
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11. März 2012

Klada

Hallo,
meine Frage : Habe meine Hotensie kurz vor der Frostperiode in den dunklen Keller verfrachtet und diese vor ca. 3 Wochen wieder ins geschützte Freie verlagert. Es haben sich 30-40 cm lange blassgrüne Triebe gebildet!? was mache ich mit diesen unschön wirkenden Trieben?
danke für Ihre Antwort,
mfg klada

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