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Artischocken: ein Delikatessgemüse

Geöffnete Knospe mit Blütenboden und verdickten Hüllblättern
© Winfried Titze
Geöffnete Knospe mit Blütenboden und verdickten Hüllblättern

September 2005 Artischocken sind bis zu 2 m hohe Distelgewächse (Stauden) und gelten ungeachtet ihrer "Unkrautzugehörigkeit" als Delikatessgemüse. Gestalt und Blüten zeichnen sie auch als attraktive Zierpflanzen aus.


Ihre sortentypischen runden, länglichen oder eiförmigen Knospen haben – je nach Sitz an der Pflanze (Erst- und nachgeordnete Knospen) – Durchmesser von etwa 5 bis 15 cm und ein Gewicht von 100 bis 500 g. Deren Farbe schwankt zwischen Grün und Violett. Verzehrt werden ihre fleischigen Blütenböden und die unteren, inneren weichen Schichten der harten, spitzen oder rundlichen Hüllblätter. Jeweils 20 bis 30 % einer normalen Knospe sind essbar. Dabei liefert der Blütenboden den bestimmenden Anteil, insbesondere bei den rundköpfigen Erscheinungsformen. Es gibt herkömmliche Sorten und F1-Hybriden.

Artischocken-Erstknospe
© Winfried Titze
Artischocken-Erstknospe
Artischocken werden in Europa vorwiegend in Italien, Spanien und Frankreich angebaut. Das deutet bereits ein wenig darauf hin, dass sie bei uns nicht winterhart sind und in ungünstigen Gebieten allenfalls mit Frostschutz 2 bis 4 Jahre im Garten überdauern (Erde-, Stallmist-, Stroh- oder Laubeindeckung im Herbst, Entfernung im April. Im Hausgarten lassen sich die wenigen Wurzelballen auch im Herbst ausgraben, im Keller einschlagen und im Frühjahr an anderer Stelle wieder pflanzen).

Artischocke im Blütestadium
© Winfried Titze
Artischocke im Blütestadium
Ihre Aussaat erfolgt Ende Februar bis Anfang März in Töpfen, die Pflanzung Ende April bis Anfang Mai. Auch die vegetative Vermehrung durch "Kindel", die am Wurzelstock abgeschnitten werden, ist möglich. Die Pflanzabstände sollten etwa 100 × 75 cm betragen. Die Ernte der fest geschlossenen Knospen erstreckt sich ca. von Juli bis September/Oktober. Im ersten Jahr sollte man nicht mehr als zwei Stängel mit je zwei bis drei Blüten stehen lassen. Die Wahl eines warmen Standortes, nährstoffreicher, ausreichend feuchter (keine Staunässe!) Böden, tiefe Bodenlockerung und eine hinlängliche organische Düngung haben der Kultur vorauszugehen. Kopfdüngungen im Juli sind ebenfalls notwendig.

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