Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Obst > Archiv (2002 - 2005) > 2005 > Tafeltrauben aus eigener Ernte

Tafeltrauben aus eigener Ernte

Locker sitzende Beeren sind typisch für die Tafeltraube, hier die blaue Sorte 'Nero'. Sie ist durch ihre frühe Reife auch für den Anbau außerhalb klassischer Weinbaugebiete geeignet.
© Robert Winkhoff
Locker sitzende Beeren sind typisch für die Tafeltraube, hier die blaue Sorte 'Nero'. Sie ist durch ihre frühe Reife auch für den Anbau außerhalb klassischer Weinbaugebiete geeignet.

August 2005 Vor dem 1. Juli 2000 fielen Tafeltrauben gesetzlich unter das Weinrecht. Dies bedeutete, dass Tafeltrauben nur innerhalb von abgegrenzten Rebflächen mit einer entsprechenden Genehmigung angebaut werden konnten. Die Lockerung dieser Regelung (durch Verordnung EG Nr. 1493/99) schafft für Obstbauern, aber auch für Freizeitgärtner neue Perspektiven. Es können nun alle, ohne Einschränkung der Anbaufläche und Genehmigung, Esstrauben anbauen. Es sind jedoch nur solche Sorten zu verwenden, die auch als Tafeltrauben klassifiziert sind. Wird in größerem Stil angebaut, so bedarf dies allerdings einer Anmeldung bei der zuständigen Behörde.


nach obenAnbaubedingungen

Unter klimatisch günstigen Bedingungen bildet die wärmebedürftige Tafeltraube guten Geschmack und volles Aroma aus. Je nördlicher die Anpflanzung, desto höher sind die Ansprüche der Lage und desto geringer sind die geschmacklichen Ausprägungen der Pflanze. Die Pflanzung in nördlichen Gefilden ist deshalb aber nicht ausgeschlossen. Eine Pflanzung in Richtung Südwest ist empfehlenswert. Südwände eines Hauses eignen sich ebenfalls. Windige Lagen sollten aufgrund der sehr blühempfindlichen Pflanze (Verrieselungsneigung) gemieden werden. Durch entsprechenden Windschutz (Hecken, Mauern usw.) kann aber Abhilfe geschaffen werden. In nicht klassischen Weinbaugebieten sollten nur frühreifende Sorten gepflanzt werden. Generell gilt, Standorte, die nicht von direkter Sonneneinstrahlung verwöhnt werden, sollten gemieden werden.

Die Tafeltraube ist den Boden betreffend genügsam. Eine Pflanzung auf nassen und zur Staunässe neigenden Standorten ist allerdings nicht zu empfehlen. Der Boden sollte leicht, locker, humushaltig und mittelschwer sein. Trockenheit stellt für die weitreichenden Wurzler (bis 4 m) ein geringeres Problem dar. Der pH-Wert, d. h. die Bodenreaktion, sollte sich im leicht sauren bis leicht alkalischen Bereich (pH 6,0 bis 7,3) befinden.

nach obenGerüst, Pflanzung und Pflege

Tafeltrauben benötigen ein Gerüst, selbst wenn nur eine Rebe gepflanzt wird. Hierbei hat sich auch im professionellen Anbau ein Spaliergerüst bewährt. Es können Holzpfähle oder verzinkte Metallpfähle verwendet werden, die max. 4,50 m auseinander aufgestellt werden. Als Heftstation sollten zwei oder auch drei Zink-Aluminium-Drähte benutzt werden. Auch bei Pflanzung an der Hauswand muss ein Klettergerüst erstellt werden.

Eine sogenannte Flachbogenerziehung (Trieb in flachem Bogen zum Haltedraht) ist für die Tafeltraube sehr gut geeignet, da die Abstände zwischen den Knospen (die Internodien) weit auseinanderliegen. Dies bedeutet, dass die Trauben nicht so dicht aneinander wachsen. Wichtig ist jedoch, die Triebe nicht zu sehr in Richtung Boden herunterzuführen. Somit wird verhindert, dass Verschmutzung oder Wildfraß erfolgen kann.

Es sollten junge Reben verwendet werden, die in der Regel als einjährige Topfware angeboten werden. Sie werden Anfang April bis Anfang Juni gepflanzt. Ein Pflanzstab wird mit eingesetzt. Das Pflanzloch sollte ein etwa 30 × 30 cm großer Aushub sein. Bei Hauswänden wird ein Abstand von etwa 10 bis 15 cm zur Wand eingehalten. Einarbeitung von Torf oder Humus kann bei schwereren Böden hilfreich sein. Die Veredlungsstelle wird knapp über den Boden gehalten.

Ein feines blaugrünes Netz schützt vor Sonnenbrandschäden, Vögeln und Insekten. Es kann beidseitig angebracht werden.
© Robert Winkhoff
Ein feines blaugrünes Netz schützt vor Sonnenbrandschäden, Vögeln und Insekten. Es kann beidseitig angebracht werden.

nach obenVor Fraßschäden schützen

Der Abstand zwischen zwei Reben sollte nicht zu eng gewählt werden. Empfehlenswert sind Pflanzabstände von 1,20 bis 1,50 m. Die jungen Pflanzen müssen auf jeden Fall vor Fraßschäden geschützt werden. Bewährt haben sich kleine Umzäunungen mit feinmaschigem Maschendraht. Der Schutz muss allerdings ebenerdig abschließen.

Nach dem Austrieb im Mai bis Juni des Pflanzjahres werden der Jungrebe alle Triebe bis auf einen mittleren Haupttrieb herausgebrochen. Dieser wird am Pflanzstab festgebunden, damit sich ein gerader Leittrieb bilden kann. Im ersten Winter erfolgt ein Rückschnitt auf etwa 80 bis 100 cm. Nach dem ersten Austrieb im Folgejahr bleiben zwei bis fünf Triebe, die günstig und frei liegen, belassen. Der Rest wird abgeschnitten. Um das Austrocknen der Augen zu verhindern, sollte stets etwa 2 cm über dem Auge geschnitten werden.

Tafeltrauben besitzen ein natürliches Rankverhalten. Die Erziehung an einem Gerüst (Spalier) ist für eine erfolgreiche Ernte unerlässlich.
© Robert Winkhoff
Tafeltrauben besitzen ein natürliches Rankverhalten. Die Erziehung an einem Gerüst (Spalier) ist für eine erfolgreiche Ernte unerlässlich.
Die Triebe haben ein natürliches Rankverhalten und suchen am Drahtgerüst Halt. Teilweise brauchen sie dabei aber Unterstützung und werden an den Drähten locker festgebunden. Kümmertriebe rechtzeitig entfernen. Eine sorgsame Ausdünnung (Entfernen von Trauben) kurz nach der Blüte kann bei starkem Behang sinnvoll sein, damit die Kraft der Pflanze den verbleibenden Trauben zur Verfügung steht. Ein Entblättern (nicht zu stark) in der Traubenzone vier Wochen vor der Ernte erhöht die Qualität. Es können somit mehr Licht zur Ausfärbung und mehr Luftbewegung zur präventiven Krankheitsvorbeugung einfallen.

Lesen Sie auch:
Tafeltrauben aus eigener Ernte September 2005
  • Pflanzenschutz
  • Ernte
  • Sorten

Längst eingebürgert, die Sonnenblume aus Amerika
Gartenjahr
Grüne Tipps im August
Tafeltrauben
Pflanzen
Tafeltrauben aus eigener Ernte

Schlagworte dieser Seite:

Rebe, Tafeltraube

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2020

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de