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Die Mehlige Apfelblattlaus

Juli 2005 Blattläuse finden wir an fast allen Pflanzen. Es ist nicht immer sinnvoll, gleich in Panik zu geraten und mit dem Einsatz irgendwelcher Mittel zu drohen. Aber es gibt einige auch im Hausgarten wirtschaftlich bedeutende Arten, deren Auftreten nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte.


Die Mehlige Apfelblattlaus an Triebspitzen
© Rolf von Soosten
Die Mehlige Apfelblattlaus an Triebspitzen.
Eine von diesen ist die Mehlige oder auch Rosige Apfelblattlaus. Die beiden Namen beschreiben bereits die Unterscheidungsmerkmale zu anderen Arten. Die relativ großen ausgewachsenen Tiere sind bräunlich und am Hinterleib rötlich gefärbt. Sie tragen am ganzen Körper winzig kleine Wachspartikelchen, sodass sie wie gepudert aussehen. Die Larven sind etwas intensiver gefärbt.

Die Tiere haben eine recht interessante Biologie. Erwachsene überwinterte Tiere besiedeln die sich öffnenden Knospen und bringen dort mehrere Generationen lebende junge Larven zur Welt. So entstehen die Nester oder Kolonien. Nach einer gewissen Zeit treten geflügelte Tiere auf, die den Apfelbaum verlassen und sich an anderen Pflanzen wie z. B. dem Wegerich niederlassen. Erst zum Herbst kehren sie auf den Apfelbaum zurück.

Eine Kolonie im Inneren eines jungen Baumes
© Rolf von Soosten
Eine Kolonie im Inneren eines jungen Baumes. Fotografiert im Juni.
Die Läuse stechen von der Blattunterseite aus die Blattzellen an und entziehen den Saft. Diese Einstiche verursachen am wachsenden Blatt das Einrollen, und im Schutze dieser Hülle entstehen Kolonien mit Dutzenden von Tieren. Die Blätter färben sich gelb. Junge Triebe verkrüppeln und angestochene Früchte verformen sich bis zur Wertlosigkeit. Oft finden sich diese Befallstellen im Inneren der Kronen.

Begleitet wird das Auftreten von Ameisen, die aus Drüsen der Läuse Sekrete holen. An vorhandenen Ameisen im Apfelbaum kann man auf Läusekolonien schließen. Es ist keineswegs so, dass sie die Läuse bekämpfen, vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Sie beschützen sie.

Die Bekämpfung gestaltet sich aufgrund des geschützten Lebensraumes besonders schwer. Daher ist auch hier das Beobachten der Bäume die beste Voraussetzung, um möglichst schon vor dem Einrollen der Blätter etwas zu unternehmen.

Das hier dargestellte Bild ist stark vereinfacht. Wer sich gern mit biologischen Themen im Garten befasst, hat an dieser Blattlausart ein besonders interessantes Objekt. Sie macht einen sogenannten Wirtswechsel mit, es entstehen nacheinander Generationen mit unterschiedlichen Fortpflanzungsweisen und die Anatomie weicht von anderen Arten stark ab.

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Apfelblattlaus, Mehlige Apfelblattlaus, Rosige Apfelblattlaus
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