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Notaufnahme für Zimmerpflanzen

Arthur R. Balko, Gartenfachberater des Landesverbandes Niedersachsen
Arthur R. Balko, Gartenfachberater des Landesverbandes Niedersachsen.
© Arthur Balko

Juni 2005 Nach dem Winter brauchen unsere Zimmerpflanzen unsere besondere Hilfe, um gut vorbereitet und voll Elan in die wärmere Jahreszeit zu starten. Am besten richten wir eine Notaufnahme für unsere grünen Lieblinge ein. Ein paar Tips und Tricks sollen das Allerschlimmste verhindern.


© Arthur Balko
Mit ein paar Grundkenntnissen über die Bedürfnisse der Pflanzen lässt sich so manche ramponierte Topfpflanze wieder zu einem Schmuckstück heranziehen. In den mit Zentralheizung ausgestatteten und gut isolierten hellen Wohnungen ist es uns möglich, den Pflanzen einen fast optimalen Lebensraum zu bieten. Ob es der robuste Efeu oder die anspruchsvollere Flamingoblume ist, allen sollten wir einen Standort anbieten der alles Nötige zum Leben beinhaltet, wie Licht, Wärme, Wasser und Nährstoffe und natürlich eine große Portion Zuneigung und Liebe.

Teilen wir die Pflanzen in Gruppen ein:
  • Pflegeleicht wären Pflanzen wie Bogenhanf, Efeu, Fensterblatt, Blattkaktus, Klivie und Palmlilie.
  • Aufmerksame Pflege brauchen Bergpalme, Birkenfeige, Glanzkölbchen und Fingeraralie.
  • Anspruchsvoll in der Pflege wären das Usambaraveilchen, Orchideen und Palmen.

Die nächste Unterteilung wäre:
  • Blattpflanzen
    Grüne Blattpflanzen sind robuster und pflegeleichter als bunte Blattpflanzen, die meist mehr Wärme und einen hellen Standort zum Leben brauchen.
  • Blütenpflanzen
    Es gibt Blütenpflanzen da lohnt sich die Weiterkultur und mit etwas Erfahrung bringen wir sie viele Jahre zur Blüte: Flamingoblumen, Orchideen, Kranzschlinge, Kakteen und Azaleen.

    Bei einigen Blütenpflanzen und den sogenannten EX-und-HOPP-Pflanzen lohnt sich der Aufwand nicht oder das Ergebnis ist nicht befriedigend: Chrysanthemen, Alpenveilchen, Weihnachtsstern, Cinerarie, Elatior-Begonien, Brennende Liebe und Gloxinie.

nach obenErste lebensrettende Maßnahmen in der Notaufnahme

Da Pflanzen über die Blätter atmen, sollten diese sauber und staubfrei sein, ab und zu abgewischt oder abgesprüht werden. Der grüne Liebling kann mit unter die Dusche, vorher den Topf mit Folie gut schützen, damit nicht zuviel Wasser in die Erde gelangt. Danach die Blätter mit Bier abgerieben ergibt glänzende Blätter, Blattglanzmittel sind teurer.

Gießen

Nach meinen Erfahrungen werden beim Gießen die meisten Fehler gemacht. Wir sollten nicht aus gut gemeinter Fürsorge die Pflanzen ertränken. Hier vier ganz einfache Tips:
  • Zwischen dem Gießen den Ballen kurz antrocknen lassen, hält die Wurzeln gesund.
  • Gießen nur mit abgestandenem Wasser, kaltes Wasser versetzt den Wurzeln einen Schock. Das Wasser sollte Zimmertemperatur haben. Nach einer halben Stunde das überschüssige Wasser aus dem Untersatz entfernen.
  • Im abgestandenem Wasser hat sich der Kalk abgesetzt. Kalkhaltiges Wasser gibt unschöne Flecken.
  • Zur Kontrolle der Wurzeln wird der Wurzelballen vorsichtig aus dem Topf gehoben – ob die Wurzeln gesund sind, erkennt man an dem festen Gewebe der Wurzeln. Sind die Wurzeln bis auf ein paar faulig/matschig, werden die kranken Wurzeln entfernt, mit frischer Erde versorgt und kräftig angegossen. Das nächste Gießen erfolgt erst, wenn der Ballen sich vom Topfrand löst, das fördert die Wurzelbildung.

Düngung

Vorsichtig, mit kleinen Düngermengen beginnen. Bei zuviel Dünger würde das Salz die Wurzeln zerstören (Exosmose).

Umtopfen

Der richtige Zeitpunkt ist das Frühjahr. Bei Pflanzen die nicht verkleinert oder geteilt werden bleibt der Wurzelballen ganz, das heißt der Wurzelballen wird nicht auseinandergerissen, sondern vor dem Umtopfen in ein Wasserbad gestellt, bis der Ballen gut durchnässt ist. Umgetopft wird in den nächstgrößeren Topf und nicht in den größten der da ist.

Der Pflanzenschutz

Ein äußerst heikles Thema. Rufen Sie Ihren DSB-Fachberater an und schildern das Problem.

Standort

Haben die Pflanzen den Winter auf der Südfensterbank verbracht, dann sollten sie das Frühjahr und den Sommer auf der West- oder Nordfensterbank verbringen. Dort sind die Pflanzen nicht so hohen Schwankungen der Temperatur und der Lichtverhältnisse ausgesetzt.

Zum Schluss noch ein nicht ganz ernstgemeinter Vorschlag zur Erleichterung der Hausarbeit: Teppich raus, ein paar Karren Torf und Sand gut modelliert im Wohnzimmer verteilen, die Pflanzen gut dekorativ verteilt, eine hübsche Fototapete von der Südsee an die Wand, ein Infrarotstrahler und Pflanzenlicht und schon haben wir unser eigenes Paradies. Ab und zu mal durchharken ist alles an Hausarbeit.

Viel Spaß und Erfolg mit den grünen Mitbewohnern.

Ihr Gartenfachberater
Arthur R. Balko
Gartenfachberater des Landesverbandes Niedersachsen

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Schlagworte dieser Seite:

Topfpflanze, Zimmerpflanze, gießen

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