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Das Kleingewächshaus im Juni

Juni 2005  


nach obenPflegetipps für Gewächshaustomaten

Zu lange Geiztriebe führen zu Wundstellen, die Krankheiten hervorrufen können
© Ernst Niller
Zu lange Geiztriebe führen zu Wundstellen, die Krankheiten hervorrufen können.
Die Aufleitung der Tomaten erfolgt am besten an eintriebigen starken Schnüren oder Tomatenpfählen. Sie bringt die höchsten Erträge und schönsten Früchte.

Um "Wildwuchs" zu vermeiden, müssen alle Geiztriebe regelmäßig von Hand ausgebrochen werden. Das Entfernen zu großer Triebe führt zu Wundstellen, die Pilz- und Bakterienkrankheiten Einlass bieten. Diese Arbeit möglichst bei warmer Witterung und trockenen Pflanzen erledigen, damit sich rasch ein Wundverschluss bildet.

Die Tomate ist ein Selbstbestäuber. Eine Befruchtung kann nur stattfinden, wenn der Blütenstaub auf die Narbe der gleichen Blüte gelangt. Zu hohe Luftfeuchtigkeit, zu niedrige oder sehr hohe Temperaturen behindern die Bestäubung. Die Folge sind kleine, wertlose oder verkrüppelte Tomaten. Es ist also an heißen Tagen durch ausgiebiges Lüften für Luftbewegung zu sorgen. Die Verbreitung des Blütenstaubes kann zusätzlich durch Rütteln der Pflanzen gefördert werden. Am besten stäubt der Pollen bei sonnigem Wetter um die Mittagszeit; eine zwei- bis dreimalige wöchentliche Behandlung ist ratsam.

Mit Beginn der ersten Fruchtausbildung wird der Wasser- und Nährstoffbedarf höher. Keinesfalls täglich gießen! Mit zwei reichlichen Gießgängen von mindestens 15 bis 20 l/m2 Wasser pro Woche ist der Bedarf meist gedeckt.

Die Nährstoffversorgung kann ab diesem Zeitpunkt mit wasserlöslichen Volldüngern in einer Konzentration von 4 g bzw. 4 ml je Liter Wasser erfolgen. Jede Pflanze erhält nach vorherigem Gießen 1 Liter der Düngelösung. In der Hauptwachstumszeit von Ende Juni bis Ende August erfolgt die Nährstoffgabe wöchentlich. Jetzt ist es auch an der Zeit Gelbtafeln aufzuhängen, – das lässt die Weiße Fliege kaum aufkommen.

nach obenPaprika stellt hohe Ansprüche

Das Entfernen der "Königsblüte" bewirkt eine bessere Seitentriebbildung
© Ernst Niller
Das Entfernen der "Königsblüte" bewirkt eine bessere Seitentriebbildung.
Der Wasserbedarf des Paprikas ist im Gewächshaus recht beachtlich. Wichtig ist vor allem eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit aufgrund seiner relativ geringen Wurzelmasse. Mangelhaft bewässerte Pflanzen bringen geringe Ernten von schlechter Qualität.

Bei den notwendig werdenden flüssigen Nährstoffgaben muss im Gegensatz zu den Tomaten die Konzentration der Düngelösung auf 2 g bzw. 2 ml je Liter Wasser reduziert werden. Jede Pflanze erhält nach dem Gießen einen halben Liter der Nährlösung.

Die sehr langsame Entwicklung von Seitentrieben kann durch das Entfernen der "Königsblüte", welche in der Mitte der Stengelverzweigung sitzt, angeregt werden. Befruchtungshilfen wie bei Tomaten brauchen nicht durchgeführt zu werden; Paprika gilt vorwiegend als Selbstbefruchter.

nach obenBlattläuse bevorzugen vor allem die Paprikapflanzen

Von den ersten Gemüsepflanzungen wandern sie auf die Sommerkulturen. Trockenheit und Wärme begünstigen ihre Vermehrung. Sie finden sich nicht nur im Spitzenbereich junger Pflanzen, sondern auch auf den Unterseiten älterer Blätter. Die Blätter kräuseln sich, rollen sich etwas ein, die Triebe wachsen verkümmert weiter, wodurch der Fruchtansatz erheblich leidet. Beim ersten sichtbaren Auftreten des Schädlings zum Beispiel Neudosan Neu nach Gebrauchsanweisung spritzen. Es kann auch bei Tomaten und Auberginen zur Bekämpfung der Weißen Fliege verwendet werden.

nach obenGurkenpflege im Gewächshaus wie ein Profi

Zu viele Stammgurken behindern die Seitentriebbildung
© Ernst Niller
Zu viele Stammgurken behindern die Seitentriebbildung.
Neben der Nährstoffversorgung ist der Gurkenschnitt eine der wichtigsten Kulturmaßnahmen. Er soll die Pflanze ordnen, für eine gleichmäßige Belichtung aller Pflanzenteile sorgen, sowie den Fruchtansatz so begrenzen, dass nicht mehr Früchte an der Pflanze verbleiben als ernährt werden können.

Die am Haupttrieb gut sichtbaren weiblichen Fruchtansätze, sogenannte Stammgurken, sind auf etwa 6 Gurken zu reduzieren, damit die Seitentriebbildung keine Verzögerung erfährt. Bei den nachwachsenden Seitentrieben wird der Trieb nach dem ersten Blatt- und Fruchtansatz gekappt. Erreicht der Haupttrieb das Gewächshausdach, wird er am letzten Spanndraht festgebunden und erst nach etwa 30 cm Länge entspitzt.

An sonnigen Tagen benötigt die Gurkenpflanze bis zu 3 l Wasser. Bei trüber und regnerischer Witterung kann jedoch ein Zuviel an Wasser bald ein Welken der Pflanzen auslösen, auch bei veredelten Gurkenpflanzen.

Beim Lüften nicht zu zaghaft sein! Etwas kühler gehaltene Pflanzen bleiben gesünder und besitzen eine längere Lebensdauer.

Eine wöchentliche Nährstoffversorgung am besten in flüssiger Form, zum Beispiel mit Hakaphos, Mairol, Wuxal u. a. in einer Konzentration von 0,2 % (= 2 g bzw. 2 mm je Liter Wasser) ist angebracht. Jede Pflanze erhält nach dem Gießen gut einen halben Liter der Düngelösung.

Nach den ersten Ernten stoßen die Gurken nicht selten ihre Fruchtansätze ab. Sie werden gelb und vertrocknen. Oft sind die Früchte posthornartig geformt, eingeschnürt oder spitz zulaufend. Dies ist ein sicheres Zeichen für Wachstumsstockungen, ausgelöst durch Nährstoffmangel oder zu niedrige Temperaturen.

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Blattlaus, Gewächshaus, Gurke, Paprika, Tomate

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
19. Juni 2011

terpgede

sehr gut-ich habe jahrelang etwa falsch gemacht mit den seitentrieben.
Als düngung habe ich gute erfahrung mit getrockneten kuhdung gemacht.
Diesen weiche ich ein und rühre mehrfach um bis sich alles aufgelößt hat,
damit gieße ich die tomaten und gurken wie auch kohlrabi(superschmelz)
freilandgurken und zwiebel,auch stangenbohnen.Die pflanzen danken es mit
guten erträgen.500gramm mit 10liter wasser einweichen.alle zwei wochen pro pflanze 100ml,danach giesse ich
terpgede

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