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Die Palme des Nordens

Über mannshoch: Die 'Ostfriesische Palme'
© Winfried Titze
Über mannshoch: Die 'Ostfriesische Palme'.

Mai 2005 Beim Grünkohl, der "Palme des Nordens", werden frostharte, mittel- bis dunkelgrüne Sorten mit stark gekräuselten Blättern bevorzugt, die nicht zum Vergilben und zum Abwerfen der unteren Blätter neigen. Sie sind etwa 40 cm bis 80 cm hoch, erreichen aber auch Rekordhöhe.


Grünkohlsorten gibt's auch in Rot.
© Winfried Titze
Grünkohlsorten gibt's auch in Rot.
Die interessante, dekorative Varietät Toskanischer Palmkohl
© Winfried Titze
Die interessante, dekorative Varietät Toskanischer Palmkohl.

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Angeblich schwört man in Ostfriesland darauf, dass nur eine etwa 2,5 m hohe Landsorte ('Ostfriesische Palme') das ideale Ausgangsmaterial für die winterlichen Grünkohlmahlzeiten abgibt. "In" sind derzeit wirkungsvoll rot-/violettblättrige Sorten (z. B. 'Redbor'; sie werden beim Kochen grün) mit etwas geringerem Ertrag sowie die Varietät Toskanischer Palmkohl ('Nero di Toscana tardivo'). Sie eignen sich sowohl für das Gemüsebeet als auch für die Zierpflanzenrabatte bzw. zur Gefäßkultur. Derartige Züchtungen wurden bereits 1857 in einem Gemüsebuch erwähnt und in Ernst Benarys "Gemüsealbum" von 1876 abgebildet. Sie sind später aber offenbar in Vergessenheit geraten.

Der dekorative Palmkohl ist nicht winterhart, sondern ein wohlschmeckendes Spätsommer- und Herbstgemüse (Aussaat: April – Juni, Ernte: August – Dezember), während der Grünkohl (Aussaat: Mai – Juni) sich als ideale Nachkultur auf abgeernteten Beeten bis Mitte August erfolgreich pflanzen lässt und später i. a. bis zu –12/–15 °C und darunter verträgt. Kahlfröste können ihm allerdings schaden. Belassen wir es bei der Behauptung, dieses Gemüse schmecke erst, nachdem es durchgefroren ist, auch wenn das so eng nicht zutrifft.

nach obenAus Grünkohl wird Sprossenkohl

Grünkohl ist ein sehr gesundes Gemüse, das bis in den März hinein geerntet werden kann. Abgeerntete, stehen gebliebene Strünke ermöglichen oft sogar noch eine Zweiternte, den sogenannten Sprossenkohl. Er treibt im Frühjahr an den Strünken oberhalb der Blattstängelnarben wieder mit kleinen Sprossen durch und ist wegen der Zartheit der Triebe und deren Schmackhaftigkeit bei zahlreichen Freizeitgärtnern sehr beliebt. Sie ergeben eines der ersten frischen Gemüse im neuen Jahr.

Auch wenn Grünkohl vorwiegend in Nord- und Nordwestdeutschland bekannt ist, sollte er überall in Gemüsegärten eine echte Anbauchance haben. Klaus Baumgart (Sänger-Duo "Klaus und Klaus"), nach eigenen Worten selbsternannter Grünkohlbotschafter in China, ist offenbar erfolgreich bemüht, das Gemüse auch dort populär zu machen. Ein Grünkohlgericht in Pekinger Lokalen kostet zuweilen 100 Euro – und wird bestellt!

Dr. Willumeit berichtet von Zusammenkünften und Essen ausländischer (z. B. deutscher) mit jeweils einheimischen Geschäftsleuten, die in gewissen Zeitabständen in Hongkong, Peking oder Singapur stattfinden, bei denen Grünkohl ("Pinkel") mit eine entscheidende Rolle spielt. Grünkohl also eine Pflanze, die sich anschickt, die "Welt zu erobern".

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