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Tropenschönheiten

April 2005 Beim Blick in das Schaufenster eines Blumengeschäfts wird es jedem Pflanzenfreund ein Vergnügen sein, aus dem handwerklichen Können der Floristen, Geschmack für Formen und Farbzusammenstellungen zu ersehen. Gleichzeitig aber auch weitere Anregungen zu erhalten über Kombinationen des Blumensteckens. Bereits der Anblick einer einzelnen Orchideenblüte in einer Vase weist auf ihre Herkunft der Tropen hin. Geographisch gesehen liegen sie zwischen den beiden Wendekreisen (23°) nördlicher und südlicher Breite. Die Klimazonen der Erde weisen ein sehr vielfältiges Pflanzenkleid auf und nur wenigen wird es vergönnt sein die Farbenpracht kennenzulernen. Es sind die Frühlingswiesen, die unheimlichen Weiten, die Steppen oder die Halbwüsten, die ihn überraschen würden.


nach obenFlorengebiete

Asien, Afrika und Amerika geben in ihrer Artenvielfalt Einblick in die skurrilen Blütenstände oder die grazilen Farnwedel. Im Rahmen der Ausführungen werden einige der Besonderheiten näher betrachtet.

nach obenFrangipani (Plumeria alba)

Gastfreundschaft und Mitmenschlichkeit gehören in den fernen Ländern zu den Prioritäten. Die bezaubernde Pflanzenwelt der Tropen zieht die Besucher in den Bann. Das Faible zur Blume trifft auf den Frangipani zu, der sich als Duftspender in Frankreich im 16. Jahrhundert bereits einen Namen machte. Viele Länder sind stolz auf ihre "Nationalblume". Für Chile fiel die Wahl auf die entzückende Lapagernie, eine Lilienverwandte, Plumeria alba hat ihre Heimat ursprünglich in Westindien. Dort nimmt sie eine besondere Stellung ein. Aus Wertschätzung wird sie beim Besuch von Gästen oder rituellen Festen feierlichst überreicht. In der Heimat baumartig bis 5 m. Blüte weiß, wachsartig mit gelber Mitte. Kübelpflanze der letzten Jahre. Im Sommer im Freien, vollsonnig. Überwinterung hell, nicht unter 10 °C. Wöchentlich gießen bis in den Spätsommer.

nach obenHeliconie (Heliconia)

Heliconie
© von Esebeck, Heribert
Heliconie (Heliconia wagneriana)
Auffällige Staudenpflanze. Verwandte der Banane. Vorkommen in den feuchten Dschungelwäldern Amerikas. Wegen der leuchtenden Farben auch Papageien-Heliconie genannt. Populär ist auch die Bezeichnung "Hummerschere". Die Pflanzengattung mit rund 150 Arten erhielt ihren Namen nach dem Berg Helicon in Griechenland.

nach obenIngwer (Zingiber officinale)

Ingwer
© von Esebeck, Heribert
Ingwer (Zingiber officinale)
Heute in allen Tropenländern angebaut (Handelsprodukt). Die Ingwerpflanze ist eine Grundzutat der asiatischen Küche. Vielseitige Verwendung in der Küche zum Aromatisieren der Mahlzeiten. Viele Sorten im Güteraustausch. Verwendet wird der Wurzelstock. Der scharfe Geschmack rührt vom Gingerol. An Getränken geläufig Ginger Ale. Blüte gelblich-grün aus der dargestellten Ähre heraus.

nach obenTibouchine (Tibouchina urvilleana)

Tibouchine
© von Esebeck, Heribert
Tibouchine (Tibouchina urvilleana
Tropische Pflanze Südbrasiliens aus der großen Familie der Schwarzmundgewächse (Melastomataceae). Wegen ihrer dunkel-blauvioletten Blütenpracht hat sie Eingang in den Wohnraum gefunden. Wuchs bis 6 m. In Kultur schwachwüchsiger bei richtiger Haltung (einkürzen)! Blätter zeigen eine typische Aderung. Staubgefäße spinnenähnlich, daher auch als "Spinnenblume" bezeichnet. Weitere Arten als Straßenbäume und in Gärten. Lange Blütezeit über Monate, August/Mai. Apart als Hochstämmchen. Wintergarten. Im Winter Blattfall. Schädlinge Spinnmilben, Weiße Fliege.

nach obenKorallenstrauch (Erythrina crista-galli)

Korallenstrauch
© von Esebeck, Heribert
Korallenstrauch (Erythrina crista-galli)
Blütenbaum der Alten und Neuen Welt, vorwiegend in Botanischen Gärten. Trägt leuchtend rote Schmetterlingsblüten. Im Sommer im Freien. Überwinterung hell bei 10 °C.

nach obenBaumfarn (Ciborium barometz)

Baumfarn
© von Esebeck, Heribert
Baumfarn (Ciborium barometz)
Das alte Baumgeschlecht der Farne – Blütenlose oder Sporenpflanzen – geht entwicklungsgeschichtlich auf das Perm (Erdzeitalter) vor etwa 280 Mio. Jahren zurück. Wirksam durch ihren Habitus, vor allem der Blätter (Wedel) in ihrem grazilen Äußeren. Unterschiedlich und daher unverwechselbar. Zu unterscheiden sind die buschig wachsenden Farne auf dem Kontinent und die gewaltigen Baumfarne der Tropen mit Stammbildung und Krone. Das Vegetabilische (aus dem Pflanzenreich stammend) Lamm Ostasien (Ciborium barometz) mit hellgrünen Wedeln und goldgelben Spreuhaaren als Verdunstungsschutz. Die auffälligen Haare werden, auch heute noch – "Seidenmoos" genannt – zum Blutstillen verwendet. Die Wedel im Aufrollen begriffen sind das Vorbild des Bischofstabs.

nach obenGoldfarn (Pityrogramma calomelanos)

Goldfarn
© von Esebeck, Heribert
Goldfarn (Pityrogramma calomelanos)
Südbrasilien ist die Heimat des recht bemerkenswerten Farns, der über die Westafrikanischen Inseln seine Verbreitung hat. Blattstiel schwarz. Unterseite mit goldgelben Schuppen versehen. Eine Rarität!

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