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Das Kleingewächshaus im April

Kleingewächshaus
© Niller

April 2005 Im Gewächshaus herrscht jetzt Hochbetrieb. Die Gemüsekulturen haben mit Hilfe von Vlies die kalten Tage gut überstanden. Demnächst kommen die Radieschen zur Ernte; Salate, Rettiche und Kohlrabi folgen bald nach. Doch muss auch noch im April mit kalten Tagen gerechnet werden.


Die nach dem Anbau aufgelegten Vliese sind in der zweiten Aprilwoche trotzdem abzunehmen und werden nur noch bei Frostgefahr über die Kulturen gebreitet. Die Pflegearbeiten erstrecken sich auf ausgiebiges Lüften, Jäten und Gießen.

Obwohl der Wasserbedarf im Haus weitaus höher als im Freien ist, darf des Guten nicht zuviel getan werden. Die Kulturen sind schnell "vergossen" wie der Gärtner sagt. Pilz- und Bakterienkrankheiten, Schäden an den Wurzeln sowie verstärkter Blattlausbefall im Zusammenhang mit zu geringer Lüftung sind meist die Folge zu hoher Wassergaben. Bei den Salaten sollte man sich die Mühe machen die Brause von der Kanne zu entfernen und nur zwischen den Reihen bewässern. Mit 15 bis 20 l/m2 ist der Bedarf für eine Woche gedeckt, wenn es nicht allzu sonnig ist.

Jetzt ist es auch an der Zeit, sich um guten Stallmist (am besten verrotteter Rindermist) für die kommenden Folgepflanzungen zu kümmern. Nur durch eine nicht zu sparsame jährliche organische Düngergabe kann auf Dauer die Bodenfruchtbarkeit im Gewächshaus erhalten bleiben.

nach obenFachgerechte Gurkenveredelung

Gurkenwelke
© Niller
Nur veredelte Pflanzen können der Fusarium-Gurkenwelke Einhalt gebieten.
Auf den Feigenblattkürbis (Cucurbita ficifolia) veredelte Gurkenpflanzen sind der sicherste Schutz gegen die vom Boden ausgehende Fusariumwelke. Veredelte Pflanzen sind zudem widerstandsfähiger gegen niedere Bodentemperaturen und lassen sich daher gut zusammen mit Tomaten und Paprika im Gewächshaus kultivieren.

Die Aussaat der Gurken erfolgt am besten in der ersten bis zweiten Aprilwoche bei Temperaturen um 23 °C getrennt in kleinen Kisten oder Töpfen – die schneller wachsenden Kürbisse 4 Tage später. Die Veredelung findet statt sobald sich bei der Gurke wie beim Kürbis das erste Laubblatt gebildet hat und die Stängel in etwa die gleiche Dicke besitzen. Bei der Gurkenpflanze erfolgt der Einschnitt mit der Rasierklinge 2 cm unterhalb der Keimblätter schräg von unten nach oben bis zur Mitte des Stängels. Bei der Kürbispflanze wird im gleichen Abstand und Länge schräg von oben nach unten geschnitten. Die beiden Gegenzungen werden ineinandergeschoben, mit Bleifolie, Wollfaden oder Tesafilm umwickelt und in einen etwa 10 cm großen Topf eingetopft. Zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit stülpt man den Pflanzen eine Plastiktüte über und stellt sie bei Temperaturen über 20 °C schattig auf.

Nach etwa 10 Tagen ist die Veredelung weitgehend verwachsen. Nach weiteren 10 Tagen wird die Plastiktüte abgenommen, die Temperatur um einige Grade abgesenkt, die Kürbisblätter werden eingekürzt und Gurkenwurzel unterhalb der Veredelungsstelle abgetrennt. Die gesamte Anzucht einschließlich Veredelung dauert ungefähr 6 Wochen. Die Kürbisblätter werden am besten erst kurz vor oder nach dem Auspflanzen von den Pflanzen entfernt.

nach obenTomatenanzucht, wenn man besondere Wünsche hat

Wenn es auch wirtschaftlicher ist Tomatenpflanzen beim Gärtner zu besorgen, so hat man bei Sonderwünschen keine andere Wahl als die Anzucht am Fensterbrett. Wichtig ist, dass die Aussaat nicht zu früh erfolgt. Die Pflanzen sollen von kräftigem, gedrungenem Wuchs sein. Dazu ist neben Wärme vor allem Licht erforderlich. Je weniger Licht, desto länger und spindeliger werden die Triebe. Der optimale Saattermin ist die letzte Märzwoche.

Verwenden Sie zur Anzucht nur keim- und unkrautfreie Aussaaterde, die man sich am besten im Fachhandel besorgt. Die Keimung dauert bei Temperaturen zwischen 20 und 23 °C etwa 7 bis 10 Tage. Schützen Sie die Saatschale bei starker Sonneneinstrahlung bis zum Aufgang gegen Austrocknung mit Vlies oder Zeitungspapier.

Die Sämlinge sofort nach guter Ausbildung der beiden Keimblätter in etwa 9 cm große Töpfe aus Ton, Torf oder Plastik pikieren, dabei alle schwächlichen, zu kleinen oder Sämlinge mit verkrüppelten Keimblättern ausmerzen. Ein Schattieren ist allenfalls in den ersten beiden Tagen erforderlich. Mit zunehmendem Wachstum die Töpfe auseinanderrücken, kühler stellen und mehrmals flüssig in geringer Konzentration (2 g bzw. mm Volldünger pro Liter Wasser) düngen.

nach obenIm Gewächshaus nur resistente Tomatensorten anbauen

Resistente Tomatensorten geben der Pilzkrankheit keine Chance
© Niller
Resistente Tomatensorten geben der Pilzkrankheit keine Chance.
Starker Braunfleckenbefall
© Niller
Starker Braunfleckenbefall durch den Pilz Cladosporium fulvum.
Wenn auch praktisch jede Tomatensorte im Gewächshaus gedeiht, sollte man sein Augenmerk auf braunfleckenresistente Sorten richten. Die gefürchtete Pilzkrankheit (Cladosporium fulvum) tritt nur im Gewächshaus auf und befällt im Gegensatz zur Kraut- und Braunfäule im Freien (Phytophthora infestans) nur das Blattwerk der Pflanze; es verfärbt sich braun und vertrocknet. Die Früchte bleiben kleiner, werden aber vom Pilz nicht angegriffen. Das Wachstum sowie der Ertrag werden durch den Verlust der Assimilationsfläche erheblich in Mitleidenschaft gezogen. So sind zum Beispiel die rot- und rundfrüchtigen Sorten
u. a. vollkommen resistent.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Bei den Cocktail- bzw. Cherrytomaten gelten die Sorten
u. a. als resistent.

Zu beziehen sind diese Sorten u. a. bei den Saatgutfirmen
Hild
71666 Marbach am Neckar
Kiepenkerl
48348 Everswinkel
Sperling
21316 Lüneburg

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Fusarium, Gewächshaus, Gurke, Tomate

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