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Rosen richtig schneiden

Rosen
© Opitz

März 2005 Die Arbeit ist nicht angenehm. Man kommt mit bloßen Händen nicht ohne Kratzer davon. Auch das Thema ist für viele Gartenfreunde heikel. Wie macht man es richtig? Was soll weggeschnitten werden und wie stark soll der Rückschnitt sein? Es gibt kein "Rezept", das für alle Rosengruppen gilt.


Viele Vorfahren unserer Gartenrosen wuchsen an südlichen Waldrändern. Dort mussten sie sich dem regelmäßigen Verbiss durch das Wild anpassen. Die Sträucher erfuhren so eine natürliche Verjüngung. Auch für die Mehrzahl der gezüchteten Rosensorten ist ein regelmäßiger Schnitt erforderlich. Vor allem, um für eine gute Belichtung der Pflanze zu sorgen. Die Rose ist ein Kind der Sonne. Ohne ausreichendes Licht im unteren Teil des Strauches gibt es keinen genügenden Neuaustrieb aus dem Stockbereich. Dieser ist aber eine unverzichtbare Voraussetzung für die ständige Verjüngung des Rosenstrauches. Bei anderen Rosengruppen, wie zum Beispiel Rugosa-Sorten, sterben viele Triebe bereits nach drei bis vier Jahren ab und führen ohne starken Rückschnitt schnell zu vergreisten Sträuchern.

nach obenWachstumsregeln

Ganz allgemein gilt folgende Wachstumsregel: Ein starker Rückschnitt führt zu einem starken Neu-Austrieb und ein schwacher Rückschnitt führt zu einem schwachen Neu-Austrieb. Schneidet man also die Rosentriebe auf nur wenige Triebknospen zurück, entstehen aus diesen auch nur wenige, aber stärkere und längere Triebe mit weniger Blüten. Demgegenüber treiben aus länger belassenen Trieben mehr aber schwächere und kürzere Neutriebe aus. Die größere Anzahl neuer Triebe bringt insgesamt auch mehr Rosenblüten.

nach obenNicht zu tief und nicht zu hoch

Rosenschnitt
© Optitz
  1. Richtiger Schnitt, 5 mm über der Knospe. Durch den nur schwach geneigten Schnitt entsteht nur eine kleine Schnittwunde.
  2. Untere Schnittfläche liegt zu tief. Die Knospe
    trocknet aus.
  3. Schnittfläche liegt zu hoch. Es entsteht über der Knospe ein trockener Zweigstummel.
Das Schneiden erfolgt mit einer Gartenschere. Sie muss scharf sein und das relativ weiche Rosenholz glatt abschneiden und nicht abquetschen. Der Trieb wird jeweils 5 mm über einer nach außen gerichteten Knospe leicht schräg abgeschnitten. Die Knospe sitzt dabei auf dem höchsten Punkt.

nach obenRosen werden im Frühjahr geschnitten, jedoch auch im Sommer und im Herbst

Der endgültige Rückschnitt von Rosensträuchern und, soweit nicht im Herbst geschehen, das Auslichten, erfolgen im Frühjahr, wenn ein weiteres Zurückfrieren von Trieben durch starke Fröste nicht mehr zu befürchten ist. Zeitpunkt: Etwa ab Beginn der Forsythienblüte. Generell werden zurückgefrorene, abgestorbene und zu dünne Triebe entfernt. Darüber hinaus stellen die verschiedenen Rosenklassen unterschiedliche Ansprüche an den Schnitt.

nach obenRosenschnitt auch im Herbst

Wer möchte, kann im Herbst schon etwas vorarbeiten. Dabei werden nach dem Laubfall bis vor dem Beginn starker Fröste Beet-, Edel- und Zwergrosen um etwa die Hälfte zurückgeschnitten. Hierfür kann auch die Heckenschere eingesetzt werden, was die Arbeit wesentlich beschleunigt und erleichtert. Auch sehr lange Triebe von Strauchrosen werden um etwa ein Drittel eingekürzt. Man beugt so Schäden durch Wind und Schneedruck vor. Alte und trockene Triebe können bei dieser Arbeit ebenfalls bereits entfernt werden. Für viele Gartenfreunde gewinnt die Pflanzung dadurch auch optisch. Außerdem wird der eigentliche Schnitt im Frühjahr erleichtert.

nach obenDer Schnitt im Sommer

Im Sommer nehmen wir hauptsächlich die Schere in die Hand, um die verblühten Rosen abzuschneiden. Dies ist vor allem für alle öfter blühenden Beet-, Edel-, Zwerg-, Strauch- und Kletterrosen von erheblicher Bedeutung. Gleich nach dem ersten Flor werden diesen Sorten die verblühten Blütenstände abgeschnitten. Dies regt den neuen Austrieb an und führt schneller – bereits nach etwa sechs Wochen – zu einem zweiten Blütenflor.

Und so wird geschnitten

Die Triebe mit den abgeblühten Rosen werden über dem ersten voll entwickelten Laubblatt entfernt. In der Regel ist dies das dritte bis vierte Laubblatt unterhalb des Blütenstandes oder der einzelnen Blüte. Durch einen zu starken Rückschnitt würde die Pflanze zu viele ihrer wertvollen grünen Blätter verlieren, die als Wachstumsmotor für den nächsten, baldigen Blütenreigen sorgen.

Auch bei den einmal blühenden Rosensorten empfiehlt es sich die verblühten Blumen abzuschneiden. Die Pflanze verbraucht so weniger Nährstoffe für die Samenanlagen. Außerdem werden die welken Blütenblätter – vor allem bei den gefüllten Sorten – oft von Krankheiten, wie Fäulnis und Schimmel befallen. Man sollte sich die Arbeit auch bei den einmal blühenden Kletterrosen machen. Ihre verwelkten Blumen sitzen auf kurzen Seitentrieben. Diese werden auf etwa drei Knospen zurückgeschnitten. Auch die einmal blühenden Rosen belohnen den Sommerschnitt mit einer reicheren Blüte im folgenden Jahr.

Wer allerdings im Herbst gern Hagebutten an seinen Rosen sehen möchte, sollte bei den Sorten, die Früchte ausbilden, die Blütenstände ab August stehen lassen.

nach obenDer Schnitt im Frühjahr

Beet-, Edel- und Zwergrosen

Zunächst wird ausgelichtet. Abgestorbene sowie schwache Triebe werden entfernt und ältere Triebe so tief wie möglich abgeschnitten. Die verbleibenden Triebe werden je nach Wuchsstärke auf 10 bis 40 cm zurückgeschnitten. Schwächer wachsende Sorten werden stärker zurückgeschnitten, während die Triebe der stärker wachsenden Sorten weniger stark zurückgenommen werden.

Strauchrosen

Strauchrose, nicht ausgelichtet
© Opitz
Strauchrose, vier Jahre lang nicht ausgelichtet. Der Strauch ist zu dicht. Lichtmangel begünstigt den Pilzbefall und verhindert die Blütenbildung.
Strauchrose, ausgelichtet
© Opitz
Dieselbe Strauchrose nach starkem Auslichten. Alte Tiebe wurden an der Basis abgeschnitten und die verbliebenen etwas gekürzt.
Bei den modernen öfter blühenden Sorten beschränkt man sich auf das Entfernen von abgestorbenen und zu dicht stehenden Trieben. Lange einjährige Triebe werden um etwa ein Drittel zurückgenommen. Darüber hinaus erfolgt eine Verjüngung der Sträucher, indem alte Triebe an der Basis abgeschnitten werden und junge Triebe nachwachsen. Man kann diese Arbeit in größeren Abständen von mehreren Jahren (3 bis 5) ausführen, oder aber in kürzeren Zeiten immer einmal einen alten Trieb entfernen und einen jungen nachwachsen lassen. Auch kann der Strauch bei Bedarf durch einen mäßigen Rückschnitt in Form gebracht werden. Älteren, großen Sträuchern kann man auch einschneidender zu Leibe rücken und diese verjüngen. Der Strauch wird hierbei so weit zurückgeschnitten, dass ihm nur etwa zwei bis drei Triebe von 40 cm Länge verbleiben. Bei dieser Arbeit ist eine Ast- oder Langarmschere hilfreich. Auch bei den öfter blühenden Strauchrosen fördert der Sommerschnitt (siehe oben) die zweite Blüte.

Einmal blühende Park-, Moos- und Wildrosen werden nicht zurück geschnitten. Es wird lediglich behutsam ausgelichtet und abgestorbenes sowie zurückgefrorenes Holz entfernt. Ältere, nur noch kümmerlich wachsende Sträucher erhalten direkt nach der Blüte einen kräftigen Verjüngungsschnitt.

Lesen Sie auch:
Rosen richtig schneiden April 2005
Für den Rosenschnitt gibt es kein "Rezept", das für alle Rosengruppen gilt. In der März-Ausgabe haben wir einige grundsätzliche Anmerkungen zum Rosenschnitt gemacht. Im folgenden fahren wir mit dem "Schnitt im Frühjahr" fort.

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
31. Juli 2010

Louisa

Ich finde diesen Beitrag sehr interessant, weil man darin gut lesen kann, wie man Rosen schneiden sollte, ob im Sommer, Herbst oder Frühjahr
Ich wollte nämlich meiner Mutter einen Gefallen tun und die Rosen abschneiden, weil sie heute Abend auf einer Feier sind. Aber ich wusste nicht, wie man Rosen jetzt im Sommer schneidet, und auch sonst nicht...!
Sehr guter Beitrag.!
Ich finde ihn sehr hilfreich. Man kann alles leicht verstehen und ich hoffe, jetzt wo ich das gelesen habe, mache ich alles richtig :)p
Sonst gibts Ärger mit meiner Mutter, glaube ich :D
Naja, vielen vielen Dank für die Hilfe

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