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Das Kleingewächshaus im März

Gewächshaus
© Beckman

März 2005 Anfang März sollte man nicht mehr zögern und das Gewächshaus – ob kalt oder beheizt – unbedingt bestellen. Zum Anbau bieten sich Salatarten, Radieschen (siehe Kulturhinweise in FuG Ausgabe Februar) sowie Kohlrabi, Rettiche, Kresse und Schnittsalat an.


Eine zusätzliche Wärmequelle für kalte Nächte wäre sicher von Vorteil. Aber auch ohne Heizung kommt man "gut über die Runden". Die Kälteempfindlichkeit der Gemüse ist viel geringer, als man allgemein annimmt. Wer ohne zusätzliche Heizung auskommen muss oder will, sollte die Frühkulturen sofort nach dem Anbau mit einer Vliesdecke versehen. Bei Nachttemperaturen unter −7 °C kommt man nicht umhin, ein zweites Vlies über die Pflanzen zu breiten welches aber bei Tagestemperaturen über 0 °C zu entfernen ist. Erfolgt die erste Bestellung noch in der ersten Märzwoche, zum Beispiel mit Kopfsalat, so kann mit Sicherheit bereits um den 20. April die erste Ernte erfolgen.

nach obenZarte Kohlrabi aus dem Gewächshaus

Kohlrabiernte im Keingewächshaus
© Niller
Die erste Kohlrabiernte ist in der Küche sehr begehrt.
Kohlrabi bringen infolge ihrer kurzen Wachstumszeit das langerwartete erste Gemüsegericht. Nicht verzichten sollte man bei der Zubereitung des Gemüses auf die Zugabe junger Blätter; ihr Vitamin-C- und der Carotingehalt ist fast doppelt so hoch wie in der Knolle. Ihr Anbau ist bereits Anfang März, auch im unbeheizten Gewächshaus, möglich. Die neueren Sorten wie zum Beispiel 'Azur Star', 'Blaro', 'Express Forcer', 'Kohyro', 'Olivia', 'Quickstar' u. a. sind besonders schossfest und wenig kälteempfindlich. Sie erhalten einen Pflanzabstand von 25 × 25 cm – in Häusern mit vergilbten Kunststoffplatten nicht unter 25 × 30 cm. Diese Weiten dürfen keinesfalls unterschritten werden, damit die Bildung sogenannter "Langhälse" unterbunden wird.

Düngung vor dem Anbau: Entweder 150 g/m2 Guano bzw. 125 g/m2 Hornoska spezial oder 65 g/m2 Nitrophoska perfekt. Wurde im Herbst oder vor der Bestellung Stallmist oder Kompost eingearbeitet, sind die Nährstoffgaben um ein Drittel zu verringern. Von Anbeginn der Knollenentwicklung bis zur Ernte mit Wassergaben nicht sparen, besonders an sonnigen Tagen. Unzureichende Knollenentwicklung, vorzeitiges Schossen oder Platzen der Knolle ist auf zu geringen Pflanzabstand, falsche Sortenwahl oder auch auf Wasser- und Nährstoffmangel zurückzuführen.

nach obenAuf die Rettichsorte kommt es an

Pflanzrettiche
© Niller
Pflanzrettiche besitzen eine kurze Wachstumszeit; sie dauert nicht länger als bei Kopfsalat.
Der Pflanzrettichanbau findet immer mehr Liebhaber. Geschätzt werden vor allem zu dieser Jahreszeit die besondere Qualität, die kurze Wachstumszeit und der hohe gesundheitliche Wert. Ist doch seine Kulturzeit nicht länger als bei Kopfsalat. Die nachfolgende Sommernutzung des Hauses erfährt durch seinen Anbau keine Verzögerung. Ist der Boden frostfrei, was Anfang März immer der Fall ist, kann mit dem Anbau begonnen werden. Eine Vliesauflage ist durchaus ausreichend.

Entschließt man sich für die Pflanzmethode, bringen nur zwei Sorten wie 'Münchener weißer Treib und Setz' und 'Rex' bei einer Standweite von 25 × 20 cm den gewünschten großen weißen Stückrettich. Jungpflanzen im Topf bzw. als Sämlinge werden immer häufiger beim Gärtner oder auf den Wochenmärkten angeboten.

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Aber auch eine eigene Anzucht ist an einem warmen und sonnigen Zimmerfenster möglich; sie dauert etwa 12 Tage. Die Saat wird breitwürfig in einem Blumentopf vorgenommen. Dabei ist während der Keimung viel Wärme nötig, damit die Sämlinge schnell in die Höhe wachsen. Aus dem sogenannten Hypokotyl, das ist beim Sämling der Teil zwischen Wurzel und Keimblatt, entwickelt sich der Rettich. Dieser wird um so größer und walzenförmiger, je länger das Hypokotyl ist. Es sollte eine Länge von 6 cm haben; gemessen wird vom Wurzelansatz bis zu den Keimblättern. Bei der Pflanzung im Abstand von 25 × 20 cm darauf achten, dass die langen Sämlinge gerade und bis zu den Keimblättern in den Boden kommen. Bei der Saatmethode gilt seit langem Hilds 'Neckarruhm' weiß als Standardsorte mit einem Abstand von 20 × 20 cm. Werden dagegen rote Sorten bevorzugt, sollte man sich Saatgut der Sorten Hilds 'roter Neckarruhm' bzw. 'Ostergruß' rosa besorgen. Letztere können auch als sogenannte Bündelrettiche mit einer Standweite von 20 × 12 cm satzweise angebaut werden.

Der Nährstoffbedarf der Rettiche ist mit 125 g/m2 Hornoska spezial bzw. 100 g/m2 Guano oder 65 g/m2 Nitrophoska gut gedeckt. In den ersten Wochen ist mit Wassergaben sehr sparsam zu verfahren, um die Wurzelbildung anzuregen.

nach obenGewächshausgemüse pflegen wie ein Profi

Der Kulturerfolg ist nicht allein von der Sortenwahl, der Standweite der Pflanzen und der Düngung abhängig. Genauso wichtig sind die Wachstumsfaktoren Licht und Wasser. Erst gegen Ende Februar finden die Pflanzen ausreichend Licht für ein gutes Gedeihen. Die Beurteilung der Wasserbedürftigkeit der Pflanzen richtet sich nach der Sonneneinstrahlung. Damit eine Vernässung bzw. ein Austrocknen des Erdreichs vermieden wird, im Zweifelsfalle den Wasservorrat im Boden bis etwa 30 cm Tiefe prüfen. Im Frühjahr genügen nur wenige Wassergaben bis zur Ernte; diese sollten aber selten und immer in einer Menge von 15 bis 20 l/m2 ausgebracht werden. Beim Lüften des Gewächshauses nicht zu ängstlich sein! Auch an trüben und regnerischen Tagen die Fenster bzw. die Türe öffnen. Ein Schattieren ist nicht erforderlich; alle Frühkulturen wollen im vollen Sonnenlicht wachsen.

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